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Verbraucher fordern verantwortungsvolleren Umgang mit Nanotechnologie

20.11.2006 - (idw) Institut für ökologische Wirtschaftsforschung gGmbH

Berlin, 20.11.2006. Eine eindeutige Kennzeichnung von Nanotechnologien in Konsumgütern sowie die umgehende Festlegung von Standards in diesem Bereich sind Kernforderungen des ersten deutschen Verbrauchervotums zur Nanotechnologie, das am Montag in Berlin veröffentlicht wurde. Hohe Anforderungen stellten die Bürgerinnen und Bürger besonders an den Umgang mit Nanotechnologie im Bereich Lebensmittel. Hier fordern sie eine Kennzeichnungspflicht "Nano" sowie ein Zulassungsverfahren für nanoskalige Stoffe in Lebensmitteln und Verpackungen. Das Votum wurde am Montag im Berliner Bundespresseamt Vertretern aus Politik und Verbraucherschutz übergeben, darunter Ulrike Höfken, Vorsitzende des Bundestagsausschusses für Ernährung, Landwirtschaft und Verbraucherschutz. Das Verbrauchervotum ist Ergebnis eines mehrwöchigen Prozesses, in dem sich eine Gruppe von 16 interessierten Bürgerinnen und Bürgern intensiv mit den Chancen und Risiken der Nanotechnologie auseinander gesetzt hat. Auf der öffentlichen Abschlussveranstaltung, die am Wochenende in Berlin stattfand, befragten die Verbraucherinnen und Verbraucher Nanotechnologie-Experten aus den Bereichen Lebensmittel, Kosmetika und Textilien. Anschließend formulierte die Gruppe ihre Stellungnahme für diese drei Bereiche.

Als bedenklich schätzen die Verbraucher ein, dass im gesamten Nanotechnologie-Bereich kaum Messverfahren existierten. Um eine genaue Kontrolle der Nanopartikel durchführen zu können, fordern sie neue Analyse- und Messverfahren, die von unabhängigen Einrichtungen standardisiert werden sollten. Bei der Risikobewertung müsse die Herstellung, Verwendung und Entsorgung eines Produktes betrachtet werden, so das Votum. Zudem müsse der Anteil öffentlicher Gelder zur Risikoforschung deutlich erhöht werden.

Einen besonders verantwortungsvollen Umgang mit Nanotechnologie verlangen die Verbraucher im Bereich Lebensmittel. Obwohl in Bezug auf die Lebensmittelsicherheit durchaus Chancen gesehen werden, wird dieser Bereich als besonders sensibel eingeschätzt. Neben einer Kennzeichnungspflicht und der Einführung von Zulassungsverfahren fordern die Verbraucher hier, dass die Nanotechnologieforschung sich auf "wirklich wichtige Themen" wie Qualitätssicherung und Verbesserung der Haltbarkeit konzentriere. Bemängelt wurde, dass sich kein Vertreter der Lebensmittelindustrie den Fragen der Verbraucher gestellt habe.

Eine verständliche Kennzeichnung fordert das Votum auch für den Einsatz von Nanotechnologie in Kosmetika und Textilien. Aus ökologischen Gründen solle die Einführung neuer nanostrukturierter Inhaltsstoffe weitgehend reduziert und deren Eintrag in die Natur vermieden werden. Allerdings wurden auch für den Bereich Kosmetika und Textilien die Vorteile nanotechnologischer Produkte - beispielsweise von Sonnenschutzmitteln mit hohem Sonnenschutzfaktor - hervorgehoben.

Das Modellprojekt "Verbraucherkonferenz: Nanotechnologie" wurde vom Unabhängigen Institut für Umweltfragen (UfU) und dem Institut für ökologische Wirtschaftsforschung (IÖW) im Auftrag des Bundesinstitutes für Risikobewertung (BfR) durchgeführt.

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Kontakt:
Gerd Scholl, IÖW
Tel.: 030/884 59 420
gerd.scholl@ioew.de

Dr. Silke Domasch, UfU
Tel.: 030/4284 9938
silke.domasch@ufu.de
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Während der Veranstaltung am Montagvormittag erreichen Sie
Gerd Scholl und Dr. Silke Domasch unter 0176 / 67418689.
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Weitere Informationen: http://www.ufu.de/verbraucherkonferenz.html http://www.ioew.de
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