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Für die Menschen. Gegen Ausgrenzung.

22.11.2006 - (idw) Deutsche Gesellschaft für Psychiatrie, Psychotherapie und Nervenheilkunde (DGPPN)

Bundesministerin Ulla Schmidt unterstützt das neue Aktionsbündnis für Seelische Gesundheit

"In Deutschland hat die Zahl der psychischen Erkrankungen erheblich zugenommen. Deshalb sieht die Bundesregierung die Förderung der seelischen Gesundheit als eine große gesundheitspolitische Herausforderung und Zukunftsaufgabe an", darauf verwies der Parlamentarische Staatssekretär im Bundesministerium für Gesundheit, Rolf Schwanitz, anlässlich der Vorstellung des neu gegründeten "Aktionsbündnisses für Seelische Gesundheit", im Rahmen der diesjährigen Jahrestagung der Deutschen Gesellschaft für Psychiatrie, Psychotherapie und Nervenheilkunde (DGPPN) am heutigen Mittwoch, den 22. November 2006, in Berlin. Das Aktionsbündnis für Seelische Gesundheit wurde von der DGPPN gemeinsam mit dem Antistigma-Verein open the doors und der Stiftung für Seelische Gesundheit ins Leben gerufen. Die Schirmherrschaft für diese Initiative liegt bei der Bundesministerin für Gesundheit, Ulla Schmidt, MdB, die ihr Engagement für diese Initiative so erläutert: "Das Aktionsbündnis für Seelische Gesundheit hat es sich zur Aufgabe gemacht, gegen die Stigmatisierung psychisch kranker Menschen anzugehen. Dazu holt es Vertreter der Betroffenen und der Angehörigen, der Heilberufe und vieler relevanter Institutionen und Verbände an einen Tisch. Als zuständige Bundesministerin habe ich gern die Schirmherrschaft für dieses Bündnis übernommen."

Schon heute beteiligen sich rund 20 Organisationen an dem bundesweiten Bündnis, darunter Ärzteverbände, wissenschaftliche Fachgesellschaften, Selbsthilfeverbände der Betroffenen und Angehörigen sowie medizinische Kompetenznetze. Ziele des neuen Bündnisses sind die Aufklärungs- und Informationsarbeit zu psychischen Erkrankungen sowie die Umsetzung eines Programms, um der Stigmatisierung von betroffenen Menschen entgegenzuwirken. "Unser Ziel ist, dass es in zehn Jahren genauso selbstverständlich ist, über eine Depression oder eine Demenzerkrankung zu sprechen, wie über einen Bandscheibenvorfall oder eine Kreislauferkrankung" erklärt der derzeitige Präsident der DGPPN, Professor Dr. Fritz Hohagen, Lübeck, das Anliegen des Aktionsbündnisses.

Der Vorsitzende des Aktionsbündnisses und President Elect der DGPPN, Professor Dr. Wolfgang Gaebel, Direktor der Psychiatrischen Klinik der Heinrich-Heine-Universität Düsseldorf, betont: "Psychische Erkrankungen sind immer noch ein Tabu-Thema. Die Betroffenen leiden stark unter der Stigmatisierung, die mit einer Erkrankung einhergeht. In der öffentlichen Diskussion findet die Diskriminierung der Betroffenen bislang kaum Beachtung. Dies wollen wir verändern."

Ein Drittel aller Menschen sind einmal in ihrem Leben von einer psychischen Krankheit betroffen. Sowohl in der "Deklaration von Helsinki" der europäischen Gesundheitsminister als auch im so genannten Grünbuch der EU-Kommission wird eine nachhaltige Verbesserung des Informations- und Wissenstands über psychische Gesundheit sowie die Förderung der sozialen Integration von psychisch kranken Menschen gefordert. Hier setzt das Aktionsbündnis für Seelische "Grünbuch-Prozesses" in der Bundesrepublik bei.

"Die Förderung der seelischen Gesundheit ist eine gesamtgesellschaftliche Aufgabe. Wir freuen uns, dass wir bereits so viele Mitstreiter für das Aktionsbündnis gefunden haben. Zukünftig suchen wir die intensive Zusammenarbeit mit weiteren Akteuren aus den Bereichen Wirtschaft, Politik und Gesellschaft" erläuterte der Vorsitzende des Aktionsbündnisses, Professor Gaebel.

Zu den Partnern des Aktionsbündnisses für Seelische Gesundheit zählen neben den Initiatoren:
BASTA - das Bündnis für psychisch erkrankte Menschen, der Berufsverband Deutscher Nervenärzte (BVDN), der Berufsverband Deutscher Psychiater (BVDP), die Bundesärztekammer, der Bundesverband der Angehörigen psychisch Kranker (BApK), der Bundesverband Psychiatrie-Erfahrener (BPE), der Dachverband Gemeindepsychiatrie, die Deutsche Alzheimer Gesellschaft, das Deutsche Bündnis gegen Depression, die Deutsche Gesellschaft für Kinder- und Jugendpsychiatrie, Psychosomatikl und Psychotherapie (DGKJP), die Deutsche Gesellschaft für Psychosomatische Medizin und ärztliche Psychotherapie (Deutsche Suchtforschungsnetz, der Antistigma-Verein Irrsinnig Menschlich sowie die Kompetenznetze Demenzen, Depression und Schizophrenie.

Weitere Informationen zum Aktionsbündnis auch im Internet unter: www.seelischegesundheit.net

Kontakt:
Prof. Dr. med. Wolfgang Gaebel
Präsident Elect der DGPPN
Vorsitzender des Aktionsbündnisses für Seelische Gesundheit
Klinik und Poliklinik für Psychiatrie und Psychotherapie

Kliniken der Heinrich-Heine-Universität Düsseldorf
Tel.: 0211 / 922 2001
Fax: 0211 / 922 2020
Email: wolfgang.gaebel@uni-duesseldorf.de

Für alle Pressevertreter steht ab Mittwoch, den 22.11.2006, 12.30 Uhr, ein Text- und Fotoservice zu allen Presseveranstaltungen zur Verfügung: Nutzen Sie die Möglichkeit zum Download un-ter: http://www.dgppn.de/kongresse/2006berlin/kongress2006.htm
Weitere Informationen: http://www.seelischegesundheit.net
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