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DGPPN, open the doors und Sanofi-Aventis verleihen Preis zur Entstigmatisierung von Menschen mit psychischen Erkrankunge

23.11.2006 - (idw) Deutsche Gesellschaft für Psychiatrie, Psychotherapie und Nervenheilkunde (DGPPN)

Kunstausstellung, Filmprojekt und Praxishilfe für die Arbeitswelt mit Antistigma-Förderpreis ausgezeichnet

Den Förderpreis "Entstigmatisierung von Menschen mit psychischen Erkrankungen" vergab die Deutsche Gesellschaft für Psychiatrie, Psychotherapie und Nervenheilkunde (DGPPN) gemeinsam mit dem Antistigma-Verein open the doors zum Auftakt der DGPPN-Jahrestagung am heutigen Mittwoch, den 22. November 2006, in Berlin. Mit diesem Preis werden Personen, Institutionen und Selbsthilfegruppen ausgezeichnet, die sich mit ihrer Arbeit um die Entstigmatisierung psychisch kranker Menschen besonders verdient gemacht haben. Die in diesem Jahr mit 4.500 Euro dotierte Auszeichnung wurde im Rahmen der Eröffnungsveranstaltung des DGPPN-Kongresses 2006 durch Professor Dr. Wolfgang Gaebel, President Elect der Fachgesellschaft und Vorsitzender von open the doors, verliehen. Der Preis wird von der DGPPN gemeinsam mit dem Unternehmen Sanofi-Aventis Deutschland GmbH finanziert. Der Antistigma-Förderpreis geht zu gleichen Teilen an den Bundesverband Angehöriger psychisch Kranker (BApK e.V.), an die Beauftragte der Bundesregierung für die Belange behinderter Menschen, Karin Evers-Meyer, MdB, sowie an die Projektgruppe der Filmreihe "Forschungsreise in die Psychiatrie" unter der Leitung von Professor Dr. Eckart Rüther. Professor Gaebel erläuterte in seiner Laudatio: "Ich freue mich sehr, dass wir in diesem Jahr drei so unterschiedliche Projekte mit dem Förderpreis auszeichnen können. Dies zeigt zum einen die Vielgestaltigkeit der Aktivitäten, die umgesetzt werden, um der Stigmatisierung von Menschen mit psychischen Erkrankungen zu begegnen. Zum anderen verweist die Vielfalt der Akteure, die sich für den Preis beworben haben, auf die Notwendigkeit, die Aufklärungsarbeit über psychische Erkrankungen und die Integration der Betroffenen als gesamtgesellschaftliche Aufgabe zu betrachten."

Der Bundesverband Angehöriger psychisch Kranker (BApK) erhält die Auszeichnung für das Projekt "Psychische Erkrankungen im Arbeitsleben", das die Familienselbsthilfe in Kooperation mit dem BKK Bundesverband umgesetzt hat. Ziel des Projekts ist es, Information und Wissen über psychische Erkrankungen und ihre Behandlungsmöglichkeiten in das Arbeitsumfeld zu tragen, die Erkrankungen zu enttabuisieren und gleichzeitig den Betrieben Hilfs- und Handlungsmöglichkeiten für den Umgang mit Erkrankten aufzuzeigen. Kern des Projektes sind Informations- und Schulungsveranstaltungen, die von den Angehörigen seit dem Jahr 2003 bereits in über 40 Unternehmen umgesetzt wurden.

"Zeige deine Wunde - befreiende Kunst" lautet der Titel der Kunstausstellung, für deren Betreuung die Beauftragte der Bundesregierung für die Belange behinderter Menschen, Karin Evers-Meyer, MdB, mit dem Antistigma-Preis ausgezeichnet wird. Die Ausstellung präsentiert insgesamt 123 Werke von Künstlerinnen und Künstlern mit Psychiatrieerfahrung und wurde seit Oktober 2003 in insgesamt 38 deutschen Städten gezeigt. Wichtiger Bestandteil des Projektes ist die so genannte "Einladung zum Dialog", mit der die Ausstellungsbesucherinnen und -besucher auffordert werden, Briefe zu den Bildern oder an die Künstler zu verfassen. In diesen Rückmeldungen kommen sowohl Verständnis und Identifikation mit den Schicksalen der Betroffenen zum Ausdruck, als auch die Aufforderung Stärke zu zeigen und Mut zu machen.

Auf eine "Forschungsreise in die Psychiatrie" begab sich Professor Dr. Eckart Rüther mit Unterstützung des Regisseurs Herbert Biber, der Jaleel Consulting GmbH, der Produktionsgesellschaft Millenium TV im Auftrag von ZDF/ 3-SAT und der Mit-Initiatorin Angelika Gruber-Rüther. Für die hierbei entstandene sechsteilige Dokumentationsreihe wird das Projektteam mit dem Antistigma-Förderpreis ausgezeichnet. Ziel des Projektes ist es, der deutschen Bevölkerung den Alltag in der Psychiatrie, psychische Erkrankungen und Therapiemöglichkeiten vorzustellen und darauf aufmerksam zu machen, dass diese Erkrankungen weit verbreitet und die gezeigten Patienten keine Einzelfälle sind. Die Filmreihe umfasst die häufigsten psychischen Erkrankungen wie Depressionen, Schizophrenie, manisch-depressive, Angst- und Suchterkrankungen sowie kinderpsychiatrische Störungen. Es ist geplant, die "Forschungsreise" im Winter 2007/2008 mit einer weiteren Staffel fortzuführen.

Kontakt:
Prof. Dr. med. Wolfgang Gaebel
Präsident Elect der DGPPN
Vorsitzender open the doors e.V.
Klinik und Poliklinik für Psychiatrie und Psychotherapie
Kliniken der Heinrich-Heine-Universität Düsseldorf

Tel.: 0211 / 922 2001
Fax: 0211 / 922 2020
Email: wolfgang.gaebel@uni-duesseldorf.de

Für alle Pressevertreter steht ab Mittwoch, den 22.11.2006, 12.30 Uhr, ein Text- und Fotoservice zu allen Presseveranstaltungen zur Verfügung: Nutzen Sie die Möglichkeit zum Download unter: http://www.dgppn.de/kongresse/2006berlin/kongress2006.htm
Weitere Informationen: http://www.dgppn.de/kongresse/2006berlin/kongress2006.htm
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