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Hochschulpakt steht bis 2010 - Die gefundene Lösung lässt Fragen offen

23.11.2006 - (idw) CHE Centrum für Hochschulentwicklung

Der Hochschulpakt stellt einen wichtigen Einstieg in die Auseinandersetzung mit der einmaligen Chance dar, dass wir bis 2020 deutlich mehr Akademiker ausbilden können. Berechnungen des Centrums für Hochschulentwicklung zeigen Möglichkeiten und Grenzen des Pakts. Das CHE hat eine Stellungnahme zur Einigung zwischen Bund und Ländern beim Hochschulpakt vorgelegt. Sie betont die Wichtigkeit dieses Schritts angesichts der demographischen Herausforderung, vor der wir nach 2020 stehen. Christian Berthold vom CHE: "Die Einigung ist ein wesentlicher Fortschritt. Sie wirft allerdings Finanzierungs- und Steuerungsfragen auf. Schon heute ist klar, dass zur Ausfinanzierung der neu zu schaffenden Studienplätze sehr viel mehr Geld benötigt wird, als im Hochschulpakt verteilt wird." Verbindet man die Kalkulationslogik des Hochschulpakts mit der prognostizierten Entwicklung der Studienanfängerzahlen, ergibt sich für die notwendigen zusätzlichen Studienplätze ein Finanzbedarf von fast 1,8 Milliarden Euro über die Ausschüttung des Bundes hinaus.

Die Prognosen für das Anwachsen der Studierendenzahlen verdeutlichen, dass die eigentliche Herausforderung erst nach dem Auslaufen des Paktes ab 2010 auf das Hochschulsystem zukommt. Ein immens steigender Bedarf an zusätzlichen Plätzen wird insbesondere für die Jahre zwischen 2010 und 2020 erwartet, für die der Hochschulpakt bisher keine Regelungen trifft. Verlängert man die Kalkulationslogik des Pakts bis 2020, ergibt sich ein Finanzierungsbedarf von insgesamt 7,3 Milliarden Euro. Die Zahl verdeutlicht, dass neue Ansätze nötig sind. Mit mehr Geld allein ist die Herausforderung nicht zu meistern.

Über die Finanzierungsfragen hinaus ist bisher ungeklärt, wie beim Ausbau der Studienplätze unterschiedliche Fachlichkeiten berücksichtigt werden. An dieser Frage wird sich auf Ebene der Ländern und der Hochschulen der Erfolg des Hochschulpakts entscheiden. Es kann nicht nur um rein quantitative Fragen gehen.

Am 13. Dezember 2006 werden die Ministerpräsidenten über die Einigung entscheiden, die die Wissenschaftsminister am 20. November ausgehandelt haben. Bis zum 13. März 2007 wollen die Länder Maßnahmenpläne zur Umsetzung vorlegen.

Die Stellungnahme steht zum Download zur Verfügung: http://www.che.de.

Kontakt:
Dr. Christian Berthold
Tel.: 05241.21179-59
E-Mail: christian.berthold@che-consult.de

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