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Eisige, aber lebendige Welt: tiefgefrorene Zellen für die regenerative Medizin

24.11.2006 - (idw) Universität des Saarlandes

Warum sind einige Frösche, Fische und Insekten, die man z.T. im Eis eingebettet findet, nicht komplett durchgefroren? Warum kann man einen Hund oder gar einen Menschen derzeit nicht einfrieren und wieder zum Leben erwecken? Wie schafft es das Fraunhofer-Institut für Biomedizinische Technik (IBMT) trotzdem, mit seiner Lebendzellsammlung zur Arterhaltung und Rettung von vom Aussterben bedrohten Arten beizutragen?

All dies und noch weitere spannende Einblicke in die Arbeit des Fraunhofer-Instituts für Biomedizinische Technik (IBMT) St.Ingbert erfahren die Besucher der Langen Nacht der Wissenschaften am 29. November 2006 um 20 Uhr im neuen Forschungsgebäude (61.4) auf dem Uni-Campus Homburg/Saar. Das Team von Professor Dr. Günter Fuhr, Leiter des Fraunhofer-Instituts für Biomedizinische Technik (IBMT) St.Ingbert, präsentiert auf der Langen Nacht der Wissenschaften in Homburg/Saar die "Eisige, aber lebendige Welt: tiefgefrorene Zellen für die regenerative Medizin".

Das IBMT verfolgt das Ziel, natur- und ingenieurwissenschaftliche Forschung, moderne Technik und Technologie-Transfer im Bereich der klinischen Forschung im Saarland in Zusammenarbeit mit dem Universitätsklinikum in Homburg voranzutreiben. Wesentliche neue Schwerpunktfelder bilden die Methoden und Technologien zur industriellen Umsetzung der molekularen und zellulären Biotechnologie und die Kryotechnologie zur Lagerung lebender Proben bei tiefen Temperaturen sowie die Isolation, Kultivierung und Differenzierung von Zellen für die regenerative Medizin.

Die Abkühlung von Zellen des Menschen aber auch tierischer bzw. pflanzlicher Herkunft auf Temperaturen unter -130°C ist derzeit die einzige Möglichkeit, die Lebensprozesse über Tage Jahre und Jahrzehnte anzuhalten. Zellen und kleinste Zellaggregate lassen sich bei geeigneten Gefrier- und Auftauprozeduren mit hohen Überlebensraten kryokonservieren, größere Gewebestücke kaum, Organe sowie makroskopische Organismen jedoch nicht.
Im Vortrag wird erläutert, warum man einen Hund oder gar einen Menschen derzeit nicht einfrieren und wieder zum Leben erwecken kann. Es wird in neuen hochauflösenden Ganzkörperaufnahmen gezeigt, dass einige Frösche, Fische und Insekten, die man z.T. im Eis eingebettet findet, dennoch nicht durchgefroren sind.

Der Zuhörer wird in das Feld der Kryobiologie und Kryomedizin eingeführt. Die molekularen und zellulären Prozesse bei der Abkühlung, die Phasenumwandlung in einen Festkörper und umgekehrt beim Erwärmen werden auf biophysikalischer Ebene erläutert.

Der Zuhörer wird in die Zweckbestimmung derzeit weltweit im Entstehen befindlicher Kryobanken zur Anlage von Lebendzellsammlungen für die Regenerative Medizin und die Biotechnologie eingeführt.

Das Thema wird bis zur Arterhaltung und Rettung von vom Aussterben bedrohten Arten ausgedehnt. Nationale und übernationale Kryosammlungen werden vorgestellt.

Zum Schluss werden technologische Lösungen der Fraunhofer-Gesellschaft und ethische Fragen des Kryobanking angesprochen. Im Anschluss an den Vortrag besteht die Möglichkeit Fragen zu stellen und mit dem Referenten zu diskutieren.

Neben über 100 Vorträgen, Führungen und Präsentationen zu aktuellen Medizin- und Gesundheitsthemen gibt es zur Langen Nacht der Wissenschaften zahlreiche Service-Angebote für Patienten und Besucher:

z.B. die Arbeitsmedizinische und Umweltmedizinische Spechstunde und Beratung (Geb. 80.2, 17 bis 19 Uhr); Besichtigung des Blutspendedienstes (Geb. 75, 18 bis 19.30 Uhr); Einblicke in die Literaturversorgung der Medizinischen Fakultät und des Universitätsklinikums (Geb. 34, Bibliothek, 17 bis 20 Uhr); Wireless LAN im Universitätsklinikum, Patienteninternet, mobile Visite und Location Tracking (Forschungsgeb. 61.4, Foyer, ab 17 Uhr).

Die Medizinische Fakultät der Universität des Saalandes bietet außerdem Schülerinfos zum Medizin- und Biologiestudium an (Forschungsgeb. 61.4, Foyer, ab 17 Uhr und stellt das Kompetenzzentrum Molekulare Medizin vor, das aktuell mit 134.700 Euro vom Saarland gefördert wurde und die Schnittstelle biomedizinischer Spitzenforschung zur Wirtschaft und Industrie bildet.


Der Eintritt zu allen 100 Veranstaltungen der Langen Nacht der Wissenschaften in Homburg/Saar ist frei!

Programm unter www.uks.eu/langenacht

Programmhefte liegen auch im Infozentrum des Universitätsklinikums des Saarlandes in Homburg aus (Geb. 10, Haupteinfahrt)

Die Lange Nacht der Wissenschaften findet im Rahmen der Homburger Hochschulwoche 2006 statt. Veranstalter und Kooperationspartner sind

der Dekan der Medizinischen Fakultät der Universität des Saarlandes, Professor Dr. Michael Menger,
der Oberbürgermeister der Stadt Homburg/Saar, Joachim Rippel,
und der Leiter der Volkshochschule Homburg/Saar, Willi-Günther Haßdenteufel.



Die Lange Nacht der Wissenschaften klingt mit einer großen "Wissenschaftsfete" aus, an der sich auch die Studierenden beteiligen. Mit freundlicher Unterstützung der Karlsberg Brauerei gibt es einen Umtrunk in der Anatomie (Gebäude 61), mit dem sich die Organisatoren der Veranstaltung bei allen Interessierten und Mitwirkenden bedanken möchten.

Für gute Laune sorgt die Uni-Big-Band unter Leitung von Prof. Rudolf Bock, sowie die Jugendband Groove Effect, die sich aus Schülern des Johanneums, des Saarpfalz-Gymnasiums und zwei Zivildienstleistenden zusammensetzt. Die Besucher können sich auf Rock- und Pop-Coversongs freuen.


Wir danken auch der RSW Regionalbus Saar-Westpfalz GmbH, die es ermöglicht, dass der Klinikbus bis 22 Uhr die Runden fährt - für alle Besucher kostenlos.

Kontakt für Journalisten:

Weitere Informationen im Dekanat der Medizinischen Fakultät: Tel. (06841) 16-26000 oder in der Pressestelle des UKS, Tel. (06841) 16-23162 oder 16-22083.
Weitere Informationen: http://www.uks.eu/langenacht
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