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DGCH: Chirurgisches Studienzentrum mit erster Modellstudie

07.12.2006 - (idw) Arbeitsgemeinschaft der Wissenschaftlichen Medizinischen Fachgesellschaften

Chirurgisches Studienzentrum mit erster Modellstudie -
Komplikationen nach Bauchoperation verringern

Berlin - Die erste Studie des Studienzentrums der Deutschen Gesellschaft für Chirurgie (SDGC) steht als Modell für den Nutzen klinischer Studien: Die so genannte INSECT-Studie untersucht die Häufigkeit von Narbenbrüchen bei verschiedenen Techniken, den Bauch nach einer Operation zu verschließen. Dies könnte zukünftig die Zahl der Patienten erheblich verringern, die einen Narbenbruch als späte Komplikation einer Bauch-OP erleiden. Aktuelle Projekte des Studienzentrums stellte die Deutsche Gesellschaft für Chirurgie (DGCH) heute im Rahmen einer Pressekonferenz in Berlin vor. Ein Narbenbruch ist nach wie vor eine bedeutende Komplikation einer Operation im Bauchraum: Bis zu 20 Prozent der Patienten müssen aufgrund dieser Spätfolge erneut operiert werden. Denn häufig bricht nach einer Operation die Bauchwand entlang der Narbe erneut auf. Der Narbenbruch wiederum wiederholt sich ebenfalls in bis zu 50 Prozent der Fälle. Angesichts ihrer Häufigkeit ist die Behandlung von Bauchwandbrüchen auch von großer sozioökonomischer Bedeutung. Im Rahmen der INSECT-Studie untersuchen Chirurgen deshalb die verschiedenen Nähverfahren: sie prüfen, wie sich die Bauchdecke so verschließen lässt, dass Narbenbrüche deutlich seltener auftreten.

Seit 2004 nehmen Patienten an der INSECT- Studie teil. Der Name leitet sich von ihrem internationalen Titel ab: "Interrupted or continous slowly absorbable sutures - evaluation of abdominal techniques". Durch enge Zusammenarbeit von mehr als 35 Kliniken aller Versorgungsstufen im ganzen Bundesgebiet sind inzwischen 620 Patienten in die Studie aufgenommen. Mit ersten Ergebnissen rechnet das SDGC im Frühjahr 2007.

Das Bundesministerium für Bildung und Forschung (BMBF) fördert das Studienzentrum seit dem 1. Januar 2005 im Rahmen des Strukturprogramms zur Verbesserung der patientenorientierten Forschung in Deutschland. Dazu gehört auch die Förderung von weiteren fünf Chirurgischen Regionalzentren: Kiel/Lübeck, Berlin, Witten-Herdecke/Köln, Mainz, München haben gemeinsam mit dem SDGC als chirurgisches Studiennetzwerk CHIR-NET den Betrieb teils aufgenommen oder nehmen ihn zum 1. Januar 2007 auf. Diese fünf haben sich in einem Wettbewerb unter 22 teilnehmenden universitären Einrichtungen nach externer Begutachtung durch das BMBF qualifiziert.

Für die künftige Entwicklung der Deutschen Chirurgie ist das SDGC von großer Bedeutung. Die Deutsche Gesellschaft für Chirurgie hat gemeinsam mit ihren assoziierten chirurgisch-wissenschaftlichen Fachgesellschaften mit dem SDGC eine Einrichtung geschaffen, die derzeit einzigartig in der Landschaft der wissenschaftlichen Fachgesellschaften ist.

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