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RWI und CIM helfen beim Aufbau eines Umweltforschungszentrums in China

07.12.2006 - (idw) Rheinisch-Westfälisches Institut für Wirtschaftsforschung e.V.

RWI-Umwelt- und China-Experte Andreas Oberheitmann, Ph.D., wird für zwei Jahre in Peking arbeiten und als Gastprofessor an der dortigen Tsinghua University beim Aufbau eines neuen Umweltforschungszentrums helfen. Ziel des Zentrums soll es vor allem sein, konkrete Projekte des "Clean Development Mechanism" in China zu initiieren und zu begleiten. Durch solche Projekte können deutsche Industrieunternehmen kostengünstig in Klimaschutzprojekte chinesischer Projektpartner investieren und sich die daraus erwachsenden Treibhausgasminderungserfolge auf die eigenen Minderungsverpflichtungen gegenüber dem Kyoto-Protokoll anrechnen lassen. Als weltweit zweitgrößter Emittent von Treibhausgasen bietet China für solche Projekte besonders günstige Bedingungen. Andreas Oberheitmann, Ph.D., RWI-Experte für Energie- und Umweltpolitik in China wird ab Februar 2007 zwei Jahre lang als Gastprofessor ein neues Umweltforschungszentrum an der renommierten Tsinghua University in der chinesischen Hauptstadt Peking mit aufbauen. Am dortigen Department of Environmental Science and Engineering wird er das Research Center for International Environmental Policy dann zusammen mit einem chinesischen Kollegen leiten. Fokus des neuen Zentrums ist die internationale Umweltpolitik, insbesondere der globale Klimaschutz. Ziel soll es sein, auf der Basis gewonnener Forschungserkenntnisse konkrete CDM-Projekte in China zu initiieren und zu begleiten. Nach China entsendet wird Andreas Oberheitmann vom Rheinisch-Westfälischen Institut für Wirtschaftsforschung (RWI Essen) und dem Centrum für Internationale Migration und Entwicklung (CIM), das maßgeblich von der Gesellschaft für technische Zusammenarbeit (GTZ) finanziert wird.

Hintergrund des Projekts ist die wachsende Bedeutung Chinas für den globalen Klimaschutz. Derzeit ist das Land nach den USA der weltweit zweitgrößte Emittent von Treibhausgasen und stellt etwa 15 % der globalen CO2-Emissionen. Bis 2020 rechnet die Internationale Energieagentur (IEA) mit einem Anteil Chinas von 27 % an den zusätzlichen CO2-Emissionen weltweit. Mit erheblichen Potenzialen zur Steigerung der Energieeffizienz und zur Brennstoffsubstitution im kohledominierten China ist das Land dabei eines der wichtigsten Partnerländer für "Clean Development Mechanism" (CDM)-Projekte unter dem Kyoto-Protokoll:

- Im Jahr 2005 lag die Energieintensität des Bruttoinlandsprodukts in China bei 1,2 kg/ Euro, in Deutschland bei 235 g/Euro.

- Derzeit sind in China 70 % des Primärenergieverbrauchs Kohle (Deutschland: 24 %), 75 % der Stromerzeugungsanlagen werden mit diesem Brennstoff befeuert (Deutschland: 47 %). Die Energieeffizienz der Stromerzeugung aus Kohle ist im Jahr 2005 in China mit 374 g Steinkohleneinheiten (SKE) pro Kilowattstunde (kWh) erzeugtem Strom noch vergleichsweise gering. In Deutschland liegt der Wert bereits bei 316 g SKE/kWh. Großes Potenzial existiert auch zur Substitution von Kohle durch Energieträger mit geringerem Kohlestoffgehalt (Erdgas) oder kohlenstofffreien Energieträgern (Wasserkraft, Windenergie etc.)

Auf Grund der niedrigeren CO2-Vermeidungskosten in China bietet der CDM unter anderem der deutschen Industrie die Möglichkeit, kostengünstig in Klimaschutzprojekte chinesischer Projektpartner zu investieren und sich die daraus erwachsenden Treibhausgas¬minderungserfolge auf die eigenen Minderungsverpflichtungen gegenüber dem Kyoto-Protokoll anzurechnen. Dafür bekommt China einen Transfer von Klimaschutztechnologie, der das Land bei seiner nachhaltigen Entwicklung unterstützt. Die chinesische Regierung hat mit der Verabschiedung der "Measures for Operation and Management of Clean Development Mechanism Projects in China" im November 2005 ein verbindliches Regelwerk für die Durchführung von CDM-Projekten in China geschaffen und damit Unsicherheiten für potenzielle Investoren abgebaut. Doch noch immer besteht ein erheblicher Bedarf an methodischer Forschung und praktischer Umsetzung von CDM-Projektansätzen in China. Das neue Umweltforschungszentrum soll helfen, diese Lücke zu schließen.


Ihre Ansprechpartner dazu:
Andreas Oberheitmann, Ph.D. Tel.: (0201) 8149-256
Sabine Weiler (Pressestelle) Tel.: (0201) 81 49-213

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