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Zweitklässler im Chemielabor an der Hochschule Reutlingen

11.12.2006 - (idw) Hochschule Reutlingen

"Was haben wir denn heute über Kohlenstoffdioxid gelernt", fragt Assistent Michael Zimmermann. "Alles!!" rufen spontan im Chor 26 begeisterte Zweitklässler der St. Wolfgang Schule Reutlingen, nachdem sie in einem Chemielabor der Hochschule Reutlingen experimentiert haben.

Zwei Stunden waren die jungen Schüler in Dreiergruppen damit beschäftigt, die von Michael Zimmermann vorgeführten Versuche zum Thema Kohlenstoffdioxid (CO2) nachzuvollziehen und, wie es zum wissenschaftlichen Arbeiten gehört, ihre Beobachtungen zu protokollieren. Eifrig bauten sie ihre Apparaturen auf, jeder wollte mit Hand anlegen und experimentieren, und kaum waren sie fertig, kamen sie zu dem großen Vorführungstisch zurück, wollten noch mehr erfahren und den nächsten Versuch beginnen.

Und es kann sich sehen lassen, was sie alles gelernt haben, während sie unter der Betreuung von Chemie-Studierenden ihre Experimente selbst durchführten. Sie wissen nun, dass Schneckenhäuser, Eierschalen, Muscheln und sogar manche Steine das Gas Kohlenstoffdioxid enthalten, welches durch Betropfen der Naturmaterialien mit einer Säure gelöst wird. Sie haben erfahren, dass CO2 schwerer als Luft ist und in Wasser gelöst Kohlensäure heißt. Sie beobachteten, wie CO2 aus dem Mineralwasser entweicht und in ein festes Salz verwandelt wird. Sie sahen, dass CO2 eine Flamme ersticken kann und sogar bei ganz tiefen Temperaturen als Eis vorliegt, das beim Eintauchen in Wasser zum allgemeinen Staunen phantastische Nebelschwaden produziert. Aber Vorsicht, gefrorenes CO2, nämlich das sogenannte Trockeneis, ja nicht in die Hand nehmen, höchstens mit der Fingerspitze schnell über den Tisch schnipsen. Kein Wunder, dass die Zweitklässler nach all diesen Erfahrungen überzeugt sind, "alles" über Kohlenstoffdioxid gelernt zu haben.

Die Klassenlehrerin Anne-Marie Obieglo teilt die Begeisterung der Kinder über dieses Angebot der Fakultät Angewandte Chemie für Grundschüler, die hier ihre ersten chemischen Berührungspunkte haben und frühzeitig erkennen, dass in den Naturwissenschaften alles "begreifbar" ist. Die Erfahrungen waren für die Schüler offensichtlich so interessant, dass Anne-Marie Obieglo zu ihrem Erstaunen während der ganzen Zeit keinerlei Ermüdungserscheinungen bei den Kindern feststellen konnte. Professorin Dr. Petra Groß-Kosche, die diese Schülerlabor-Reihe initiierte, freut sich ihrerseits über das große Interesse verschiedener Grundschulen. Sie will ihre Aktivitäten in Richtung Schülerlabor ausweiten. Vorstellbar sind Versuchsreihen für Schüler der siebten Gymnasialklasse, die sich nach Ablauf des Schuljahres für den sprachlichen oder den mathematisch-naturwissenschaftlichen Zweig entscheiden müssen.

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