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Die Fachhochschulen im Agrarbereich: Überzeugend in der Lehre, aktiv in der Forschung

15.12.2006 - (idw) Fachhochschule Südwestfalen

Fachhochschulen im Agrarbereich trafen sich zum bundesweiten Fachbereichstag Nach Angaben des bundesweiten Fachbereichstags der Fachhochschulen im Agrarbereich, der in diesem Jahr mit Eberswalde ein elftes Mitglied aufgenommen hat, sind im November 2006 an den Fachhochschulen Deutschlands insgesamt 3818 Studierende in agrarwirtschaftlichen Diplom- und Bachelorstudiengängen eingeschrieben (Vorjahr 3734). Hinzu kommen noch 188 Studierende in Masterstudiengängen. Nach dem Ansturm im Vorjahr, so der Vorsitzende des Fachbereichstags, Prof. Dr. Hans-Ulrich Hensche von der Fachhochschule Südwestfalen in Soest, seien inzwischen an sechs Standorten örtliche Zulassungsbeschränkungen eingeführt worden. Nur so könne bei gegebenen Lehrkapazitäten die anerkannte Studienqualität gesichert werden. Daraus ergebe sich für das laufende Wintersemester ein Rückgang der Erstsemester (ohne Mastertstudierende) um 15 % auf 819.

Inzwischen sind über 65 % der Studierenden in Bachelorstudiengängen eingeschrieben. Diplomstudiengänge werden nur noch in Dresden-Pillnitz und an den beiden Standorten in Bayern, Weihenstephan und Triesdorf, angeboten. Mit einem Bündel von Maßnahmen wird sichergestellt, dass der Bachelor-Abschluss der bewährten Qualität des Fachhochschul-Diploms entspricht. Dort, wo die Kapazitäten ausreichten und/oder Kooperationspartner zur Verfügung stünden, erläutert Hensche, seien anwendugnsorientierte Masterangebote bereits akkreditiert oder in Planung. Insgesamt wiesen die einschlägigen Leistungskriterien wie Auslastung, Studiendauer, Absolventenquote und Berufsaussichten in der Lehre weiterhin Spitzenwerte auf. Alle Fachhochschulstandorte seien regional verankert und überregional aktiv.

Die hohen Erstsemesterzahlen der letzten Jahre schlagen sich inzwischen in einem Zuwachs der Absolventen nieder: Im Studienjahr 2005/2006 konnten 557 Studierende ihr Studium abschließen gegenüber 548 im Vorjahr, darunter 55 Masterabsolventen (Vorjahr 70).

Als spannend stufen die Mitglieder des Fachbereichstags die weitere Entwicklung bei den Masterangeboten ein. Hier setzen die Fachhochschulen auf anwendungsorientierte Konzepte, die für gute Bachelorabsolventen von Universitäten und Fachhochschulen eine Zusatzqualifikation erbringen. Ihr Appell an die Studierenden: Jeder sei gut beraten, sich nach erfolgreichem Bachelorabschluss über das gesamte Spektrum der Masterangebote im Agrarbereich zu informieren und sich für einen Studiengang zu entscheiden, der den eigenen beruflichen Ambitionen Rechnung trage. Als positiv bewertet wurde die Umstellung auf gestufte Abschlüsse, die das Spektrum der Studienangebote an Universitäten und Fachhochschulen deutlich erweitert habe. Jeder könne nach erfolgreichem Bachelorabschluss zwischen dem Einstieg in den Beruf oder die Weiterqualifizierung zum Master entscheiden. Bei dieser Weiterqualifizierung seien die Weichen in Richtung Anwendungsorientierung oder Theorieorientierung und in Richtung Spezialisierung oder fachliche Breite zu stellen. Mit dem Masterabschluss gebe es wiederum die Alternativen Promotion oder Berufseinstieg.

Nach Einschätzung von Hensche werde sich der Fachhochschul-Bachelor im Agrarbereich am Arbeitsmarkt zügig auf dem Niveau des bisherigen Fachhochschul-Diploms durchsetzen. Letzte Zweifel auf Arbeitgeberseite würden schnell durch die Leistungsfähigkeit und-bereitschaft der Absolventen ausgeräumt. Die Erfahrungen würden dafür sorgen, dass künftig bei Einstellungen noch stärker darauf geachtet werde, wo die Bewerber studiert haben.

Der Master wird vom Fachbereichstag als Zusatzqualifikation verstanden, die weitere Türen auf dem Arbeitsmarkt öffnet. Die vorhandenen Master-Angebote, so die Fachhochschulen, liefen nur langsam an, weil dort noch nicht genügend Bachelorabsolventen ihr Studium abgeschlossen hätten, weil Fachhochschulabgänger eine Zusatzqualifikation wegen der anhaltend günstigen Bedingungen auf dem Arbeitsmarkt nicht für erforderlich hielten und weil der Wechsel von Bachelorabsolventen der Universitäten zu einem angewandten Masterstudiengang an einer Fachochschule noch nicht praktiziert werde. Positive Ansätze und kreative Angebote, ist Hensche überzeugt, ließen aber erwarten, dass solide agrarwirtschaftliche Masterprogramme an Fachhochschulen eine Chance hätten. Die durchweg erfolgte Zulassung zum Höheren Dienst, die im Zuge der Akkreditierungsverfahren beantragt werde, spreche für diese Einschätzung. Jetzt gelte es, diese Gleichstellung mit dem Universitätsmaster konkret in jedem Einzelfall am Arbeitsmarkt durchzusetzen. "Das beste Argument sind Abolventinnen und Absolventen, deren Kompetenz überzeugt" meint Hensche.

Vor dem Hintergrund der aktuellen politischen Debatte um die Zukunft der Agrarforschung machte der Vorsitzende des Fachbereichstags deutlich, dass die agrarischen Fachhochschulen auf die Verarbeitung und die Zusammenarbeit mit grundlagenorientierten und theoriebasierten Forschungseinrichtungen angewiesen seien. Die Nähe der Fachhochschule zur Praxis sorge ihrerseits dafür, dass praxisrelevante Fragestellungen an die Forschung herangetragen würden. Gleichzeitig seien die Fachhochschulen für den Transfer und die Reflexion der Forschungsergebnisse in die Praxis bestens geignet. Die erfolgreichsten Beispiele seien dort zu finden, wo institutionelle Selbständigkeit mit einem hohen Maß an Transparenz und Kommunikation gelebt würde.


Ansprechpartner für die Presse:

Prof: Dr. Hans-Ulrich Hensche
Dekan des Fachbereichs Agrarwirtschaft
Fachhochschule Südwestfalen
Standort Soest
Lübecker Ring 2
59494 Soest
Tel.: 02921/378-211/216
E-Mail: hensche@fh-swf.de

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