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Doktorarbeiten von UKE-Nachwuchswissenschaftlern ausgezeichnet

15.12.2006 - (idw) Universitätsklinikum Hamburg-Eppendorf

Sechs Wissenschaftlerinnen und fünf Wissenschaftler des Universitätsklinikums Hamburg-Eppendorf (UKE) werden heute für ihre Doktorarbeiten ausgezeichnet. Die mit jeweils 1250 Euro dotierten Promotionspreise werden um 15 Uhr im großen Festsaal des Erika-Hauses (Gebäude W29) verliehen und wurden von Mitgliedern des Freundes- und Förderkreises des Universitätsklinikums Hamburg-Eppendorf gestiftet. Den Gebhard-Koch-Promotionspreis für Zellbiochemie und Neurobiologie erhält Dr. rer. nat. Krishna H. Zivraj (28), Institut für Humangenetik. Sie hatte in Nervenzellen ein spezielles Eiweiß nachgewiesen, das an das Zellskelett gebunden ist und bis in die feinen Verästelungen der Zellfortsätze reicht. Dieses Eiweiß ist an Substanzen gebunden, die an der Erhaltung von Röhrchen des Zellskeletts in den Zellfortsätzen beteiligt sind. Diese Röhrchen sind unerlässlich für die Funktion der Nervenzellen.

Der Volker-Bay-Promotionspreis für Chirurgie wird Dr. med. Felix Friedrich (29), Klinik für Unfall-, Hand- und Wiederherstellungschirurgie, verliehen. In seiner Arbeit geht es um einen möglichen neuen Ansatz für die Stimulation von Knochenbildung bei Osteoporose. Friedrich untersuchte an Mäusen bestimmte Gene, die Knochenbildung anregen. Dabei wurden neue Regelmechanismen für den Auf- und Abbau von Knochensubstanz erkannt.

Der Hans-Dietrich-Herrmann-Promotionspreis für Molekulare Medizin geht an Dr. rer. nat. Tanja Maritzen (29), Zentrum für Molekulare Neurobiologie, für eine neue Erkenntnis zur Entstehung bestimmter Nierenkrankheiten. Eiweiße von Kanälen in Zellmembranen steuern die Abgabe und Aufnahme von Substanzen. Wenn dieser Mechanismus in den Nierenzellen von Mäusen gestört ist, kann es zu krankhafter Anreicherung von Vitaminen und Hormonen in den Nierenkanälchen kommen. Ist er in Drüsenzellen mit innerer Sekretion gestört, wird die Abgabe der Wirkungsstoffe gehemmt.

Den Karl-Heinz-Hölzer-Promotionspreis für Interdisziplinäre Medizinische Forschung erhält Dr. rer. nat. Natalie Reimers (32), Institut für Tumorbiologie. Sie hatte die molekularen Mechanismen der Wirkung eines der Zellmembran anhaftenden Eiweißmoleküls beim invasiven Tumorwachstum untersucht. Erstmals ließ sich zeigen, dass eine Beziehung zwischen der Ausprägung dieses Eiweißmoleküls und der Überlebensrate von Patientinnen mit Brustdrüsenkrebs nach mehr als zehn Jahren Beobachtungszeit besteht und diese damit voraussichtlich als Prognose-Kriterium gelten kann.

Der Medac-Promotionspreis für Immunologie wird Dr. med. Christian Krebs (29), Institut für Immunologie, verliehen. Er hatte Substanzen untersucht, die auf der Zelloberfläche von Lymphozyten sitzen und durch die Einwirkung auf die Zusammensetzung von Membraneiweißen elementare Zellfunktionen beeinflussen. Sie wurden als Steuermechanismen von Entzündungsreaktionen erkannt.

Der Edward-Roosen-Runge-Promotionspreis für Fortpflanzungsforschung geht an Dr. rer. nat. Mirjana Rajkovic (36), Institut für Biochemie und Molekularbiologie I, für eine Arbeit zur genetischen Regulierung und Sicherung des hohen Energiestoffwechsels, der für die Beweglichkeit menschlicher Samenzellen notwendig ist. Es wurden Anhaltspunkte dafür gefunden, dass bestimmte Gene bereits in den noch unreifen Samenzellen im Hoden wirksam werden, um die Energieproduktion für die reifen Samenzellen vorzubereiten. Defekte an diesen Genen können Ursache von Fertilitätsstörungen sein.

Den Ulrich-R.-Kleeberg-Promotionspreis für Onkologische Versorgungsforschung und Therapieoptimierung erhält Dr. phil. Silke Veers (42), Institut für Medizinische Psychologie, für eine Studie zu den Effekten eines ambulanten bewegungstherapeutischen Rehabilitationsangebotes für Brustkrebspatientinnen. Diese zeigten nach Bewegungstherapie eine Minderung der Angst, Verbesserung des persönlichen Körperbildes und eine Zunahme der körperlichen Fitness. Die Lebensqualität wurde verbessert.

Der Karl-Horatz-Promotionspreis für Anästhesiologie und Notfallmedizin wird an Dr. med. Anna Solth (30), Klinik für Anästhesiologie und Zentrum für Molekulare Neurobiologie, für eine Arbeit zur Wirksamkeit örtlicher Betäubungsmittel am Herzen verliehen. Sie konnte zeigen, dass Veränderungen im Elektrokardiogramm auftreten. Diese sind ein Hinweis darauf, dass die Empfindlichkeit für die Entstehung von Herzrhythmusstörungen zunimmt. Ursache dafür sind Veränderungen an den Membranen der Herzmuskelzellen.

Der Heinrich-Netheler-Promotionspreis für Molekularbiologie geht an Dr. rer. nat. Alexander Laatsch (29), Institut für Biochemie und Molekularbiologie II, für Untersuchungen zu zellulären Mechanismen der Fettaufnahme. Diese sind verantwortlich für einen gesunden oder entgleisten Fettstoffwechsel. Es wurde gezeigt, dass die Abnahme des Bauchspeicheldrüsen-Hormons Insulin im Rahmen eines Altersdiabetes zur Entwicklung eines gestörten Fettstoffwechsels beiträgt.

Den Hermann-Römpp-Gedächtnispreis erhält Dr. med. Helge Otto (31), Institut für Immunologie. Er hatte Gene für die Bildung bestimmter Eiweiße in der Zelle und deren Regulationsmechanismen untersucht. Dabei wurden neue Vorstellungen über die Interaktion zwischen Infektion und infiziertem Organismus entwickelt.


Der Kaj-Ulrik-Linderström-Gedächtnispreis wird an Dr. med. Mike O. Karl (30), Klinik für Augenheilkunde, verliehen. Er hatte ein Zellkultursystem von Pigmentepithelzellen der Netzhaut etabliert, mit dem die Aufnahme der Außensegmente der lichtempfindlichen Rezeptorzellen durch diese Pigmentepithelzellen festgestellt werden konnte. Dabei wurden Faktoren erkannt, die eine Aufnahme dieser Außensegmente fördern oder hemmen. Möglicherweise sind dieses Faktoren, die den Verlauf degenerativer Erkrankungen der Netzhaut beeinflussen.

Die beiden letztgenannten Preise werden in diesem Jahr einmalig verliehen.

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