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Vorhersage ist keine Hexerei

18.12.2006 - (idw) Friedrich-Schiller-Universität Jena

Prof. Dr. Michael Neumann auf Lehrstuhl für Mathematische Statistik der Universität Jena berufen Jena (18.12.06) Alle Jahre wieder in der Vorweihnachtszeit beschäftigt uns die Frage: Gibt es eine weiße Weihnacht? Inzwischen sind es bis zum Fest nur noch wenige Tage und damit steigen die Chancen auf verlässliche Wetterprognosen, selbst wenn sie in diesem Jahr eher trübe als weiß aussehen. Dass es Wissenschaftlern überhaupt möglich ist, so komplexe Vorgänge wie das Wetter - aber auch die Entwicklung von Aktienkursen oder die Bewegungen von Molekülen - vorherzusagen, verdanken sie Verfahren der mathematischen Statistik.

"Mit Hilfe so genannter Zeitreihenanalysen lassen sich anhand gemessener Daten künftige Werte prognostizieren", erläutert Prof. Dr. Michael Neumann von der Friedrich-Schiller-Universität Jena. Wie sicher sich mit verschiedenen mathematischen Modellen die beobachteten Phänomene erklären und vorhersagen lassen, ist eines der Forschungsthemen, mit denen sich der neue Inhaber des Lehrstuhls für Mathematische Statistik befasst. Außerdem entwickelt der 44-Jährige selbst neue statistische Methoden, stets mit Blick auf die Erfordernisse ihrer Anwendung in der Praxis.

"Die Möglichkeit Probleme zu lösen", ist für Prof. Neumann auch die stärkste Motivation für seinen Beruf. Der gebürtige Cottbuser entdeckte bereits als Kind seine Vorliebe für die Welt der Zahlen und Formeln. Das 1983 aufgenommene Mathematikstudium an der Humboldt-Universität Berlin schloss er 1988 mit dem Prädikat "ausgezeichnet" ab. Bereits seit der Diplomarbeit galt sein Interesse vor allem statistischen Themen. Nach seiner Promotion im Jahr 1991 ging Michael Neumann für einen Forschungsaufenthalt ans Institut National de la Recherche Agronomique bei Paris. Von 1992 bis 1996 arbeitete er als Wissenschaftlicher Mitarbeiter am Weierstraß-Institut für Angewandte Analysis und Stochastik in Berlin und wechselte anschließend an die Humboldt-Universität, wo er 1999 seine Habilitation über Methoden der Zeitreihenanalyse abschloss.
Im Jahr 2000 wurde Michael Neumann als Professor für Angewandte Mathematik an die Universität zu Köln berufen. 2002 übernahm er den Lehrstuhl für Mathematische Statistik der TU Braunschweig, bevor der zweifache Familienvater dem Ruf an die Jenaer Universität folgte.

Hier ist er derzeit maßgeblich an der Etablierung eines Zentrums für Statistik beteiligt. "Das Ziel dieses Zentrums ist es, Universitätsangehörige zu beraten und die Zusammenarbeit zwischen Kollegen verschiedener Fachbereiche, die sich mit statistischen Fragestellungen beschäftigten, zu befördern", so Prof. Neumann. Außerdem hofft er darauf, auf diesem Wege auch Anknüpfungspunkte für künftige interdisziplinäre Forschungsprojekte zu finden.

Kontakt:
Prof. Dr. Michael Neumann
Institut für Stochastik der Friedrich-Schiller-Universität Jena
Ernst-Abbe-Platz 2, 07743 Jena
Tel.: 03641 / 946260
E-Mail: mneumann[at]mathematik.uni-jena.de
Weitere Informationen: http://www.uni-jena.de
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