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Europäische Akademie veröffentlicht Graue Reihe "Anreize zur Organspende"

18.12.2006 - (idw) Europäische Akademie zur Erforschung von Folgen wissenschaftlich-technischer Entwicklungen Bad Neuenahr-Ahrweiler GmbH

Bad Neuenahr-Ahrweiler, 18. Dezember 2006. - Kaum ein anderes Thema der Medizinethik führt zu so heftigen Debatten wie die Frage, auf welche Weise der todbringende Mangel an Spenderorganen in der Transplantationsmedizin behoben werden kann. Zu diesem Thema legt die Europäische Akademie GmbH nun unter dem Titel "Anreize zur Organspende" einen neuen Band ihrer "Grauen Reihe" vor. Bereits im Mai dieses Jahres veröffentlichte die Europäische Akademie eine interdisziplinäre Studie, die den Ursachen des Organmangels auf den Grund geht und Wege zu seiner Behebung aufzeigt. Vorgeschlagene Strategien reichen unter anderem von einer besseren Refinanzierung der Krankenhäuser über eine Aufhebung des Monopols der Koordinierungsstelle bis zur Einführung der Widerspruchslösung. Hinsichtlich der besonderen Knappheit an Nieren- und Lebertransplantaten werden auch kontrovers diskutierte Ansätze zur Ausweitung der Lebendspende aufgegriffen und das Verbot einer Bezahlung von Organspendern in Frage gestellt.
Der nun vorgelegte Graue-Reihe-Band, herausgegeben von Professor Dr. Friedrich Breyer (Universität Konstanz) und Dr. Margret Engelhard (Europäische Akademie GmbH), diskutiert vor allem die Vorschläge zur Ausweitung der Lebendspende und zur finanziellen Kompensation von Organspendern: Dabei kommt auch die Forderung nach einem Kodex für den Umgang mit Lebendspendern zur Sprache. Darüber hinaus werden Fragen des Eigentumsrechts an Organen und der Sicherung der Freiwilligkeit von Spenden behandelt.
Die Beiträge des Bandes entstanden während zweier Fachgespräche, die im Rahmen der o.g. interdisziplinären Studie zum Thema Organmangel von der Europäischen Akademie durchgeführt wurden.

Übersicht über die Beiträge:

Dr. jur. Sophia Wille: Sozialpflicht zur Organspende?

Professor Dr. rer.pol. Charles Beat Blankart: Spender ohne Rechte. Das Drama der Organtransplantation

Dipl.-Vw. Christian Aumann und Professor Dr. rer. pol. Wulf Gaertner: Die Organknappheit - Ein Plädoyer für eine Marktlösung

Professor Dr. Dr.h.c. C.F. Gethmann: Ist die Anwendung utilitärer Kriterien bei der Lebendorganspende ethisch erlaubt?

Professor Dr. rer. medic. Norbert W. Paul: Lebendorganspende als selbstloser Akt? Anmerkungen zur begrenzten Reichweite des Altruismus

Prof. Dr. jur. Dr. med. h.c. Hans-Ludwig Schreiber: Die Notwendigkeit einer Ausweitung der Zulässigkeit von Lebendspenden

RA Ulrike Riede: Kompensation, Nachteilsausgleich und Versicherungsschutz für Organlebendspender

Dr. jur. Dr. rer. pol. Tade Spranger: Völker- und verfassungsrechtliche Aspekte der Organspende

Professor Dr. med. Gilbert Thiel: Besondere Aspekte zum Thema Organmangel

Professor Dr. med. Gilbert Thiel: Nieren-Lebendspende im Grenzgebiet von Klinik, Ethik und Recht. Kodex für den Umgang mit Lebendspendern

Band Nummer 39 der Grauen Reihe "Anreize zur Organspende" kann online abgerufen werden auf der Seite der Europäischen Akademie: http://www.ea-aw.de (dort unter "Aktuelles" oder "Publikationsorgane"/"Graue Reihe").


Die interdisziplinäre Studie zum Thema Organmangel ist bei Springer erschienen:
F. Breyer, W. van den Daele, M. Engelhard, G. Gubernatis, H. Kliemt, C. Kopetzki, H. J. Schlitt, J. Taupitz: Organmangel. Ist der Tod auf der Warteliste unvermeidbar? Springer-Verlag, Berlin, 2006. ISBN 3-540-33054-2
Weitere Informationen: http://www.ea-aw.de
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