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Fakultät ehrte verdienstvollen Alttestamentler

19.12.2006 - (idw) Universität Erfurt

Festschrift und Feier zum 65. Geburtstag von Prof. Georg Hentschel Der Erfurter Alttestamentler Prof. Dr. Georg Hentschel feierte gestern seinen 65. Geburtstag. Grund genug, eine Feier in der Katholisch-Theologischen Fakultät Erfurt auszurichten, bei der Fachkollegen, Schüler und Mitarbeiter Hentschel heute (19. Dezember) eine Festschrift überreichten. Den Festvortrag hielt der emeritierte Münsteraner Alttestamentler Erich Zenger. Er hatte sich als Thema "David - Musiker und Dichter. Ein biblisches Motiv und seine Rezeption in der Kunst" gewählt und stieß damit nicht nur bei Georg Hentschel auf Interesse, der sich mit der Gestalt des biblischen David in zahlreichen Veröffentlichungen befasst hat.

Georg Hentschel gehört zu jenen Erfurter Theologieprofessoren, die durch ihre eigene Biographie eng mit der Region Mitteldeutschland verbunden sind. Er wurde am 18. Dezember 1941 in Rengersdorf/Krs. Glatz (Schlesien) geboren. Er besuchte von 1956-1960 die Goethe-Oberschule in Rosslau/Elbe und legte dort auch das Abitur ab. Das Theologiestudium führte ihn von 1960-1964 an das Philosophisch-Theologische Studium in Erfurt. Nach der Priesterweihe 1968 wirkte der Magdeburger Priester mehrere Jahre als Vikar in Dessau, bis er 1971 zum Assistent am Philosophisch-Theologischen Studium in Erfurt ernannt wurde. Hentschel weist immer wieder gerne darauf hin, dass diese Zeit für ihn mit dem zeitweiligen Studium an der Katholischen Universität Lublin verbunden gewesen sei. Seinem sehr ausgeprägten Interesse an fremden Sprachen und an der theologischen Landschaft Osteuropas kam dieser Studienaufenthalt sehr entgegen. Von 1976-1978 arbeitete der Alttestamentler als Lehrbeauftragter am Philosophisch-Theologischen Studium Erfurt. 1978 wurde seine Promotion über die "Die Elijaerzählungen" an der Pontificia Universitá Gregoriana in Rom angenommen. Sie untersucht das Verhältnis von historischem Geschehen und geschichtlicher Erfahrung. Die Daten der anschließenden akademischen Laufbahn des Theologen lassen sich rasch aufzählen, sie dürfen aber nicht den Blick dafür verstellen, dass im Hintergrund nicht nur die politischen Verhältnisse nach dem Zusammenbruch der DDR völlig neu geordnet wurden, was für die Wissenschaft und Theologie im besonderen Konsequenzen haben sollte; auch die Situation des Philosophisch-Theologischen Studiums sollte sich nach der Wende in einem allerdings längerfristigen Prozess tiefgreifend wandeln. An all diesen Prozessen hat Hentschel als ein an Fragen von Gesellschaft und Politik sehr interessierter Wissenschaftler engagiert teilgenommen. Von 1978-1991 lehrte er als Dozent am Philosophisch-Theologischen Studium Erfurt, wurde dann 1989/1990 zum Studium im römischen Bibelinstitut freigestellt und schließlich 1991 zum Professor für Exegese des Alten Testaments in Erfurt berufen. Für das Studienjahr 1994/95 wählte ihn das Kollegium zum Rektor, für das Studienjahr 1995/96 zum Prorektor der Erfurter Hochschule. Seit langen Jahren ist er einer der Herausgeber der "Erfurter Theologischen Studien" und der "Erfurter Theologischen Schriften", der beiden Buchreihen der Fakultät. Er gehört zum Herausgebergremium der Zeitschrift "Theologie der Gegenwart", die die Fakultät herausgibt. Aus seinem umfangreichen wissenschaftlichen Werk sind Kommentarbände zu den Königs- und Samuelbüchern zu nennen, daneben eine Monographie über "Gott, König und Tempel. Beobachtungen zu 2 Sam 7,1-17". Zuletzt erschien, sieht man einmal von zahlreichen Aufsätzen ab, ein Buch mit dem Titel "Saul. Schuld, Reue und Tragik eines 'Gesalbten'". Sowohl auf Fakultäts- wie auf Universitätsebene hat sich Hentschel immer auch in der Gremienarbeit engagiert. Daneben darf seine Tätigkeit in der Fortbildung und Erwachsenenbildung nicht vergessen werden. Im Kollegium und bei den Studierenden ist der Theologe nicht nur als Wissenschaftler und Lehrer, sondern auch wegen seines Humors und seines Einsatzes für die Studierenden sehr beliebt. Vor allem ausländische Studenten finden in ihm bis heute einen engagierten Mentor. Der Dekan der Fakultät, Prof. Dr. Benedikt Kranemann, würdigte Hentschel als einen akademischen Lehrer, der die eigene Begeisterung für seine wissenschaftlichen Stoffe an die Studenten weiterzugeben verstehe. Sympathie für Anliegen der Studierenden zu zeigen und gleichzeitig Anforderungen im Studienbetrieb zu stellen, gehe bei Hentschel ideal zusammen. Offenheit für Neuerungen zeichnen den Alttestamentler ebenso aus wie Begeisterungsfähigkeit für die Sache der Gerechtigkeit, sei es in Hochschule oder Gesellschaft. "Die Fakultät gratuliert Hentschel zu seinem Geburtstag, wünscht ihm Gottes Segen und hofft, auf den Kollegen auch als Emeritus rechnen zu können".

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