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Neue Bücher aus der Wissenschaft

23.12.2006 - (idw) VolkswagenStiftung

VolkswagenStiftung informiert über Publikationen aus der Förderung Die im Folgenden vorgestellten Publikationen sind im Zuge von Projekten entstanden, die von der VolkswagenStiftung gefördert wurden. Aus einer Vielzahl an Veröffentlichungen haben wir die folgenden acht ausgewählt, die - so hoffen wir - für einen breiten Leserkreis von Interesse sind. Neben einer Kurzbeschreibung finden Sie einen Hinweis auf den jeweiligen Verlag; dort können Rezensionsexemplare (deren Zahl allerdings begrenzt ist) angefordert werden.

1. Hockerts, Hans Günter; Moisel, Claudia; Winstel, Tobias (Hrsg.): Grenzen der Wiedergutmachung. Die Entschädigung für NS-Verfolgte in West- und Osteuropa 1945-2000.
Göttingen: Wallstein Verlag, 2006, 876 S. ISBN 3-8353-0005-9

Warum rückte die Entschädigung für NS-Verfolgte in West- und Osteuropa am Ende des 20. Jahrhunderts ins Rampenlicht der Weltöffentlichkeit? Die Entschädigungsansprüche der ausländischen Verfolgten des NS-Regimes galten zunächst als Teil der Reparationspolitik. Damit aber waren sie durch das Londoner Schuldenabkommen (1953) blockiert, das die Regelung der Reparationen bis zum Abschluss eines Friedensvertrags mit Deutschland aufschob. Als 1956 im "Bundesentschädigungsgesetz" eine Wiedergutmachung nur für Deutsche festgeschrieben wurde, protestierten acht westeuropäische Staaten. Die Autoren beschreiben nun die Initiativen, die diesen Ausschluss durchbrachen. Wie beeinflussten dabei die Bedingungen der Westintegration und des Kalten Krieges die Entschädigungsdiplomatie? Wie wurden die Entschädigungsgelder - bis Ende 1998 insgesamt etwa 105 Milliarden Mark - verteilt? Die Verfasser zeigen die internationale Facette der Entschädigungsgeschichte anhand von Fallstudien für 15 west- und osteuropäische Staaten auf. Die VolkswagenStiftung hat die Untersuchung in ihrer Initiative "Einheit in der Vielfalt? Grundlagen und Voraussetzungen eines erweiterten Europas" gefördert.

Zu den Herausgebern: Dr. Hans Hockerts ist Professor für Zeitgeschichte an der Ludwig-Maximilians-Universität München und Mitglied der Historischen Kommission bei der Bayerischen Akademie der Wissenschaften. Dr. Claudia Moisel ist wissenschaftliche Mitarbeiterin am Historischen Seminar der Ludwig-Maximilians-Universität München. Dr. Tobias Winstel war bis 2005 ebenfalls wissenschaftlicher Mitarbeiter am Historischen Seminar und ist seit 2006 im Lektorat eines Münchner Verlags tätig.

Kontakt
Wallstein Verlag
Presse- und Öffentlichkeitsarbeit
Monika Meffert
Planckstraße 23
37073 Göttingen
Telefon: 0551 54898 - 11
E-Mail: MMeffert@wallstein-verlag.de

2. Asholt, Wolfgang; Leroy, Claude (Hrsg.): Die Blicke der Anderen. Paris - Berlin - Moskau.
Bielefeld: Aisthesis Verlag, 2006, 440 S. ISBN 3-89528-585-4

Die Metropole ist im 20. Jahrhundert zentraler Ort für Fremdwahrnehmung und Selbstreflexion. Paris - Berlin - Moskau: In der Reiseliteratur dieser Zeit entstehen Stereotypen und Sichtweisen, die das Bild der drei großen Metropolen bestimmt haben und womöglich noch heute mitbestimmen: Paris als die gewesene "Hauptstadt des 19. Jahrhunderts" (Walter Benjamin), Berlin als die in der kurzen Gegenwart der Zwischenkriegszeit modernste Stadt des alten Kontinents, Moskau als Sinnbild einer sich in Verwirklichung befindlichen "roten Utopie", die sich anderen als Terror darstellte. In dem vorgestellten Sammelband suchen die Autoren in der Reiseliteratur nach Perspektiven auf das "Andere" und "Fremde". In 24 Beiträgen wollen sie ergründen, wie die stereotypen Sichtweisen unserer Metropolen entstehen konnten. Die VolkswagenStiftung hat das Vorhaben in Ihrer Initiative "Einheit in der Vielfalt? Grundlagen und Voraussetzungen eines erweiterten Europas" gefördert.

Zu den Herausgebern: Dr. Wolfgang Asholt ist Professor für Romanistik an der Universität Osnabrück. Claude Leroy ist Professor für Französische Literaturwissenschaft an der Universität Paris X - Nanterre.

Kontakt
Aisthesis Verlag Kopp & Vogt GbR
Oberntorwall 21
33602 Bielefeld
Telefon: 0521 172604
E-Mail: info@aisthesis.de

3. Welzer, Harald; Markowitsch, Hans J. (Hrsg.): Warum Menschen sich erinnern können. Fortschritte der interdisziplinären Gedächtnisforschung.
Stuttgart: Verlag Klett-Cotta, 2006, 360 S. ISBN 3-608-94422-2

Augustinus hat das menschliche Gedächtnis einst als ein unerforschbares System von Schatzkammern beschrieben, aus dessen weiten Hallen und entlegenen Winkeln die Erinnerung hervorzerre, was über die Sinne vorher aufgenommen wurde. Damit beschreibt er, was man heute die "autobiographische Erinnerung" nennt, also die Fähigkeit, Episoden der eigenen Vergangenheit mit einem gegenwärtigen Selbst zu verknüpfen. Die Hirnforschung hat inzwischen die Areale des Gehirns kartographiert und ein vernetztes System unterschiedlicher Gedächtnistypen entdeckt. Aus kulturwissenschaftlicher wie auch aus neurobiologischer Warte hingegen erscheint das Gedächtnis immer im Sozialen verknüpft. Harald Welzer beispielsweise spricht von der "sozialen Genese" des Gedächtnisses. Das Buch stellt die neurobiologischen, philosophischen, psychologischen und sozialwissenschaftlichen Sichtweisen vor und zeigt, wie das menschliche Gedächtnis arbeitet - und es zeigt außerdem, wie fruchtbar interdisziplinäre Forschung ist. Das Vorhaben wurde von der Stiftung in ihrer Initiative "Schlüsselthemen der Geisteswissenschaften" gefördert. Sie finden dazu weitere Informationen in unserer Pressemitteilung vom 21. November 2006 unter http://www.volkswagenstiftung.de/service/presse.html?datum=20061121.

Zu den Herausgebern: Dr. Harald Welzer ist Direktor des Center for Interdisciplinary Memory Research am Kulturwissenschaftlichen Institut Essen und Forschungsprofessor für Sozialpsychologie an der Universität Witten/Herdecke. Dr. Hans J. Markowitsch ist Professor für Physiologische Psychologie an der Universität Bielefeld und Direktor am Zentrum für interdisziplinäre Forschung.

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Klett-Cotta-Verlag
Pressestelle
Katharina Wilts
Rotebühlstraße 77
70178 Stuttgart
Telefon: 0711 6672 - 1258
E-Mail: k.wilts@klett-cotta.de

4. Richard, Birgit; Neumann-Braun, Klaus (Hrsg.): Ich-Armeen. Täuschen - Tarnen - Drillen.
München: Wilhelm Fink Verlag, 2006, 280 S. ISBN 3-7705-4105-7

Das Militärische als Mutter aller technologischen Entwicklung und als Leitprinzip kultureller Differenzierung? Im Alltag haben unübersehbar Kraft-Kult und Martialisches Konjunktur: Autos mutieren zu potenziellen Kampffahrzeugen, in Fitnessstudios wird Drill und Körperzucht betrieben, am PC toben Kriegsspiele. Das Militärische bildet auch die Matrix für den "existenziellen" Wettkampf in verschiedenen TV-Medienformaten (Big Brother, The Battle oder der Kampf der Geschlechter in Dating Shows wie Dismissed). Jugendkulturen bedienen sich militärischer Uniform-Elemente und schaffen aus dem Parka oder der Ray Ban-Sonnenbrille ihre Kultobjekte. Das Buch fragt nach den am militärischen Komplex orientierten Strukturen der Gesellschaft sowie den Tendenzen der "Veralltäglichung" von Gewalt in Form von Gewalt ausstrahlenden, aber auch auf Gewalt basierenden Symbolen und Routinen - in der massenmedialen ebenso wie in der Face-to-face-Kommunikation. Die Herausforderung besteht darin, das hinter der Fassade von alltäglicher Betriebsamkeit und Routine Versteckte - hier: ästhetische Strukturen von Gewalt und Krieg - zu entdecken und zu bewerten. Die VolkswagenStiftung hat diese Studie ebenfalls in ihrer Initiative zu den "Schlüsselthemen der Geisteswissenschaften" gefördert.

Zu den Herausgebern: Dr. Birgit Richard ist Professorin für Neue Medien an der Universität Frankfurt am Main. Professor Dr. Klaus Neumann-Braun lehrt am Institut für Medienwissenschaft an der Universität Basel.

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Wilhelm Fink Verlag
Georg Enzian
Jühenplatz 1-3
33098 Paderborn
Telefon: 05251 127 - 5
E-Mail: enzian@fink.de

5. Drühl, Sven: Der uniformierte Künstler. Aspekte von Uniformität im Kunstkontext.
Bielefeld: Christof Kerber Verlag, 2006, 352 S. ISBN 3-938025-84-0

Sven Drühl geht der Frage nach, ob und wie sich das Strukturprinzip Uniformität, das sich in zahlreichen gesellschaftlichen Bereichen wie etwa Militär, Staat oder Kirche nachweisen lässt, auch im Kontext der bildenden Kunst niedergeschlagen hat. Neben Uniformitätsaspekten durch Serialität auf der Werkebene analysiert der Autor das Feld hauptsächlich auf der Produzenten- und Produktionsebene. Er nähert sich dem Thema dabei zum einen mit Blick auf konkrete Uniformierungen, wie sie etwa im Kontext der Inszenierungspraxis der "individuellen Künstleruniform" (Joseph Beuys, Jonathan Meese) auftraten; andererseits untersucht er Uniformierungen im Zusammenhang mit unterschiedlichen Arten von Corporate Wear bei diversen Kollektiven (Guerilla Girls, NSK, etoy, rtmark) - vorwiegend aus dem Netzkunst- oder Corporate Art-Umfeld. Die Publikation entstand im Rahmen des Projekts "Uniform in Bewegung", das die VolkswagenStiftung in ihrer Initiative "Schlüsselthemen der Geisteswissenschaften" gefördert hat.

Der Autor Dr. Sven Drühl ist Künstler und Kunstwissenschaftler. Er publiziert als Gastherausgeber regelmäßig Bände der Zeitschrift "Kunstforum International" und stellt seit 1996 in Galerien und Kunstinstitutionen aus.

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Christof Kerber Verlag
Turnerstraße 17
33602 Bielefeld
Telefon: 0521 9676830
E-Mail: lektorat@kerberverlag.com

6. Ciesla, Burghard: Als der Osten durch den Westen fuhr. Die Geschichte der Deutschen Reichsbahn in Westberlin.
Köln: Böhlau Verlag, 2006, 356 S.ISBN 3-412-30505-7

Zu den Merkwürdigkeiten der deutschen Nachkriegsgeschichte gehört das Kapitel Eisenbahn in Westberlin zwischen 1945 und 1990. Nach dem Ende des Zweiten Weltkrieges übergaben die alliierten Sieger die Betriebsrechte für den gesamten Berliner Eisenbahnverkehr dem Transportunternehmen "Deutsche Reichsbahn" in der Sowjetischen Besatzungszone. Mit der Teilung der Stadt gehörten plötzlich Tausende Beschäftigte, Millionen Quadratmeter Fläche, Hunderte Kilometer Schienenwege, ein Netz von Anlagen und milliardenschwere Vermögenswerte inmitten von Westberlin zu einem sozialistischen Transportunternehmen. Im Kalten Krieg wurde die Reichsbahn schnell zum politischen Zankapfel. Während sich Westberlin rasch eine "schnittige Moderne" zulegte, schien die kleine Dependance des größten sozialistischen Staatsbetriebes der DDR in eine Welt von Gestern zu versinken. Warum das so war, und wie mehr als vierzig Jahre lang der "Osten" buchstäblich durch den "Westen" fuhr, schildert das Buch von Burghard Ciesla. Die VolkswagenStiftung hat die Ausarbeitung der Studie in ihrem Ende der 1990er Jahre laufenden "Habilitationsprogramm neue Bundesländer" unterstützt.

Der Autor Dr. Burghard Ciesla ist Privatdozent an der Universität der Künste Berlin.

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Böhlau Verlag
Ursulaplatz 1
50668 Köln
Telefon: 0221 91390 - 0
E-Mail: vertrieb@boehlau.de

7. Allemeyer, Luisa Marie: "Kein Land ohne Deich ?!" Lebenswelten einer Küstengesellschaft in der Frühen Neuzeit.
Göttingen: Verlag Vandenhoeck & Ruprecht, 2006, 448 S. ISBN 3-525-35879-2

Im Mittelpunkt dieser Studie stehen die Bewohner der nordfriesischen Küstenregion in der Frühen Neuzeit und deren Auseinandersetzung mit der Natur. Wie stellte sich das Verhältnis zwischen Mensch und Meer aus Sicht der Küstenbewohner dar? Dieser Frage geht die Autorin nach; sie nutzt dabei einen bislang kaum beachteten Quellenbestand, der die Konflikte rund um den Deichbau dokumentiert. Umfassend analysiert sie die Lebenswelt einer frühneuzeitlichen Küstengesellschaft; Wirtschaft, Politik und Recht werden dabei ebenso betrachtet wie Religion und Umwelt. Im Zuge dieser multiperspektivischen Untersuchung der "Mikroregion Küstengesellschaft" ergeben sich neue Einblicke in die küstennahen Lebenswelten der Frühen Neuzeit; verbreitete Vorstellungen werden einer kritischen Prüfung unterzogen. Die VolkswagenStiftung förderte diese Studie als Teil des Projekts "Natur in Konflikt" ebenfalls in ihrer Initiative "Schlüsselthemen der Geisteswissenschaften".

Die Autorin Dr. Marie Luisa Allemeyer ist wissenschaftliche Mitarbeiterin am Max-Planck-Institut für Geschichte in Göttingen.

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Vandenhoeck & Ruprecht
Öffentlichkeitsarbeit
Karen Saure
Robert-Bosch-Breite 6
37079 Göttingen
Telefon: 0551 50844 - 67
E-Mail: k.saure@vandenhoeck-ruprecht.de

8. Günther, Jutta; Jaje?niak-Quast, Dagmara (Hrsg.): Willkommene Investoren oder nationaler Ausverkauf? Ausländische Direktinvestitionen in Ostmitteleuropa im 20. Jahrhundert.
Berlin: Berliner Wissenschafts-Verlag GmbH, 2006, 380 S. ISBN 3-8305-1186-8

Ausländische Direktinvestitionen haben in den ostmitteleuropäischen Ländern eine lange Tradition und erreichten bereits in der Zwischenkriegszeit ein hohes Niveau. Aus ökonomischer Sicht sind die ostmitteleuropäischen Länder heute wie damals auf ausländische Direktinvestitionen angewiesen, denn technologische Rückständigkeit und inländischer Kapitalmangel behinderten in den neu entstandenen Staaten sowohl nach dem Ersten Weltkrieg als auch nach dem Zusammenbruch des Ostblocks die eigenständige Wirtschaftsentwicklung. Indessen waren und sind die ausländischen Direktinvestitionen auch Gegenstand kritischer Diskussionen in Politik und Öffentlichkeit der Empfängerländer. Der vorliegende Sammelband widmet sich der in der wirtschaftshistorischen Forschung bisher weitgehend vernachlässigten Frage nach den Kontinuitäten und Brüchen in der ausländischen Investitionstätigkeit und ihrer öffentlichen Wahrnehmung. Dabei steht der Vergleich von Tschechien/Tschechoslowakei, Polen und Ungarn im Mittelpunkt der Betrachtungen. Die VolkswagenStiftung hat das Vorhaben im Rahmen eines Projekts zum "Wirtschaftsnationalismus in Ostmitteleuropa" in ihrer Förderinitiative "Einheit in der Vielfalt? Grundlagen und Voraussetzungen eines erweiterten Europas" unterstützt.

Zu den Herausgeberinnen: Dr. Jutta Günther arbeitet in der Abteilung Strukturökonomik am Institut für Wirtschaftsforschung Halle. Dr. Dagmara Jaje?niak-Quast ist wissenschaftliche Mitarbeiterin am Zentrum für Zeithistorische Forschung Potsdam.


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BWV - Berliner Wissenschafts-Verlags GmbH
Axel-Springer-Straße 54 b
10117 Berlin
Telefon: 030 841770 - 0
E-Mail: info@bwv-verlag.de

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VolkswagenStiftung
Presse- und Öffentlichkeitsarbeit
Dr. Christian Jung
Telefon: 0511 8381 - 380
E-Mail: jung@volkswagenstiftung.de

Der Text der Presseinformation steht im Internet zur Verfügung unter http://www.volkswagenstiftung.de/service/presse.html?datum=20061220.

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