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Hitzestress im Stadtquartier

23.12.2006 - (idw) Albert-Ludwigs-Universität Freiburg im Breisgau

"KLIMES" analysiert die Folgen des Klimawandels für Menschen in der Stadt Die Auswirkungen des Klimawandels sind nicht nur in Freiburg, der Stadt mit der höchsten Lufttemperatur in Deutschland, zu spüren. Die zunehmend dichtere Bebauung von Städten und Verkehrsflächen reduziert den Austausch von Luft-massen. Das Ergebnis ist ein ganzjähriger Wärmeüberschuss, der so genannte Wärmeinseleffekt, der sich zunehmend verschärft. Insbesondere im Sommer verursacht dies erhöhte Wärmebelastungen für den Menschen und führt zu einer erheblichen Einschränkung der Lebensqualität.
Das Bundesministerium für Bildung und Forschung fördert nun im Rahmen der Initiative "Forschung für den Klimaschutz und Schutz vor Klimawirkungen" das dreijährige Verbundprojekt KLIMES (Planerische Strategien und städtebauliche Konzepte zur Reduzierung der Auswirkungen von klimatischen Extremen auf Wohlbefinden und Gesundheit von Menschen in Städten).
Eine interdisziplinäre Arbeitsgruppe aus den Bereichen Stadtklimatologie, Städ-tebau und Geoinformatik an den Universitäten Freiburg, Kassel und Bochum führt die Forschungsarbeiten unter ständigem Dialog mit Anwendern in Freiburg und Kassel sowie der Öffentlichkeit durch. Sie bestehen aus experimentellen Untersuchungen und Simulationsberechnungen zum thermischen Komfort in Stadtquartieren, die als typische planerische und städtebauliche Aufgaben in unserer Klimaregion künftig anstehen. Zusätzlich berücksichtigen die Simulati-onsrechnungen die Entwicklung des regionalen Klimas, insbesondere die Aus-prägung von extremen Hitzeperioden.
Nach neuesten Resultaten von Simulationsrechnungen zum Klimawandel ist in Mitteleuropa mit einer deutlichen Zunahme von extremen Hitzeperioden im Sommer zu rechnen. Intensiviert wird diese Situation lokal durch den städtischen Wärmeinseleffekt, so dass Leistungsfähigkeit, Wohlbefinden und Gesundheit von Menschen in Städten zukünftig häufiger, über längere Zeiträume und stärker als bisher beeinträchtigt werden. Die Hitzewellen in den Jahren 2003 und 2006 sind dafür deutliche Beispiele.
Im Rahmen des Vorsorgeprinzips muss die Stadtplanung nach Einschätzung der Forschergruppe schon jetzt darauf reagieren und Städte so strukturieren, dass die zukünftig drastisch erhöhten thermischen Belastungen für Menschen in städ-tischen Frei- und Innenräumen auf ein erträgliches Maß reduziert werden.
Die Ergebnisse von KLIMES werden nach ihrer Diskussion mit Experten und der Öffentlichkeit in praxistauglichen Entwurfsbausteinen für klimawandelgerechten Städtebau zusammengefasst.

Kontakt
Prof. Dr. Helmut Mayer, KLIMES Koordinator
Meteorologisches Institut der Albert-Ludwigs-Universität Freiburg
Tel.: 0761/203-3590
Fax: 0761/203-3586
E-Mail: helmut.mayer@meteo.uni-freiburg.de

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