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Japanischer Botschafter besucht Jenoptik AG und IPHT: Zusammenarbeit zwischen Thüringen und Shizuoka geplant

25.01.2007 - (idw) Institut für Physikalische Hochtechnologie e.V. Jena

Jena, 25.01.2007 Über die Forschung am Institut für Physikalische Hochtechnologie (IPHT), die Produkte der Jenoptik AG und die Mitglieder des Vereins BioInstrumente Jena hat sich gestern der japanische Botschafter in Deutschland, Toshiyuki Takano, während zweier Präsentationen in der Jenoptik AG und auf dem Beutenberg-Campus informiert.
Das Treffen setzte eine Reihe von Begegnungen fort, die es seit 2004 in Japan und Deutschland gegeben hat, um eine intensive Zusammenarbeit zwischen dem Forschungs- und Industriestandort Thüringen und der japanischen Provinz Shizuoka zu erreichen.
"Unser Ziel ist es vor allem, kleine und mittelständische Unternehmen unseres Clusters bei der Anbahnung von Firmenkontakten und dem Aufbau von Vertriebsstrukturen in Japan zu unterstützen", sagt Dr. André Domin, Geschäftsführer des BioInstrumente Jena e.V.. Zu diesem Zweck war Domin bereits im März 2005 mit Vertretern des Beutenberg Campus e.V. und der Landesentwicklungsgesellschaft Thüringen (LEG) nach Japan gereist, um im Miraikan-Museum, Yokohama, Forschung und Wirtschaft aus Jena in einer Ausstellung zu präsentieren. Unterstützt werden die Aktivitäten außerdem von der Japan External Trade Organization (JETRO) in Berlin.
"Als Thüringer Landesinstitut, das anwendungsorientierte Forschung betreibt, wissen wir, wie wichtig es ist, mit Wissenschaft und Wirtschaft in der Region eng zusammenzuarbeiten", betont der Wissenschaftliche Direktor des IPHT, Prof. Dr. Jürgen Popp. Im Rahmen des "Region-to-Region-Program" der JETRO sollen deshalb Thüringen und das japanische Shizuoka voneinander profitieren können. Das Programm leistet Unterstützung beim Aufbau bilateraler Geschäftsbeziehungen und dient so in beiden Ländern der Belebung regionaler Wirtschaftstrukturen, der Schaffung eines günstigen Investitionsklimas, dem Aufbau neuer Geschäftsbereiche in Unternehmen und der Neuansiedlung von Industrien.
Die Japaner setzen unter anderem sehr stark auf optische und elektronische Technologien, die auch für Thüringen kennzeichnend sind. Eine Vorreiterrolle spielt in Japan z. B. die Firma Hamamatsu Photonics. In Jena sind es Firmen wie die Carl Zeiss MicroImaging GmbH oder die Jenoptik AG, die, stellvertretend für alle High-Tech-Firmen, große Vorteile in einer Kooperation mit Partnern in Japan sehen. "Für uns ist der japanische Markt und hier die Nutzung unserer Laser in der Automobil-, IT-, Luft und Raumfahrt-Industrie sowie den Lebenswissenschaften bereits heute sehr wichtig. Wir gehen davon aus, dass Laser in diesen High-Tech-Industrien eine überdurchschnittliche Verbreitung erfahren werden, die sich in einem exponentiellen Umsatzwachstum wiederspiegeln wird", sagte Alexander von Witzleben, Vorstandsvorsitzender der Jenoptik AG.
Angeregt von der erfolgreichen Beutenberg-Präsentation im März 2005 waren Vertreter von Hamamatsu Technopolis und der Shizuoka University Anfang Dezember 2006 in Jena, um sich über die Forschung am IPHT, dem Fraunhofer Institut für Angewandte Optik, dem Universitätsklinikum der Friedrich-Schiller-Universität und die Jenaer Firmen Carl Zeiss MicroImaging GmbH und CyBio AG zu informieren.
"Auch wenn wir in vielen Bereichen direkt mit den Japanern konkurrieren, so gibt es eine große Übereinstimmung, wenn es um die Überwindung spezifischer Probleme geht. Fehlende Rohstoffressourcen, rückläufige Geburtenraten und die daraus resultierende Alterung der Gesellschaft sind hier zu nennen. Die Zusammenarbeit in der Vorlaufforschung ist ein Beispiel, ein weiteres ist der gemeinsame Wille den Austausch von jungen Wissenschaftlern und Nachwuchskräften zu erleichtern und die Begeisterung für Naturwissenschaften und Technik bei den Schülern zu wecken, um nachhaltig Fachpersonal auszubilden", meint Dr. André Domin, BioInstrumente Jena e.V.
Prof. Dr. Jürgen Popp gab seiner Freude Ausdruck, zum zweiten Mal in so kurzer Zeit hochrangigen Besuch aus Japan am IPHT begrüßen zu dürfen: "Für uns ist es von besondere Ehre, unsere Forschungsleistungen in diesem Zusammenhang vorzustellen und die Region damit zu repräsentieren." Die Leistungen des IPHT können einem weltweiten Vergleich hervorragend standhalten, hob Popp in seinem Vortrag hervor. So erzielte das Institut in der Vergangenheit internationale Spitzenleistungen auf den Gebieten der optischen Spezialfasern und der optischen Nanostrukturen, der biotechnischen Mikrosysteme, der Hochleistungsleistungsspektrometer sowie der Magnetfeldsensoren mit höchster Sensitivität und der Flux Qubits. "In der Zukunft werden wir unsere Aktivitäten verstärkt auf die photonischen Technologien fokussieren", zeichnete Popp die weitere Entwicklung des IPHT vor. In diesem Zusammenhang sind für ihn die japanischen Kontakte besonders attraktiv: "Photonische Technologien bieten eine Fülle neuer Möglichkeiten für die Material- aber gerade auch für die Lebenswissenschaften. Japan ist als Technologienation auf diesem Gebiet besonders stark." Das Land hat eine bedeutende Wettbewerbsposition im Biotechnologiebereich inne, deren Grundlage der hohe Forschungsoutput ist. Seit 1990 verzeichnet der japanische Biotechnologiemarkt stetig wachsende Umsätze und ist er der zweitgrößte nach den USA. Es wird erwartet, dass der Markt weiter wächst und im Jahr 2010 einen Umfang von 19 Mrd. ¤ erreichen wird.
"Japan ist damit für den Beutenberg Campus doppelt interessant", betont Dr. André Domin. Unter dem Motto "Physics meets Life Science" bringen die Wissenschaftler und Firmen auf dem Campus die Optischen Technologien und die Biotechnologie näher zusammen. "Beide Branchen finden in Japan leistungsstarke Partner, die viele Anknüpfungspunkte für Kooperationen bieten".
Toshiyuki Takano zeigte sich von seinem Besuch in Jena sehr beeindruckt und betonte, dass aus seiner Sicht beide Länder von der Zusammenarbeit profitieren werden. Nach der Präsentation des IPHT sagte der Botschafter, er beginne nun zu verstehen, warum das 21. Jahrhundert als Jahrhundert der Photonik gelte und zitierte in diesem Zusammenhang Goethes berühmte letzte Worte "mehr Licht".


Weitere Informationen:

Prof. Dr. Jürgen Popp
Wissenschaftlicher Direktor
Institut für Physikalische Hochtechnologie
Tel.: 03641/ 206 300, Fax: 03641/ 206 399
E-Mail: juergen.popp@ipht-jena.de

Dr. André H.R. Domin
Managing Direktor BioInstrumente Jena, e.V.
Tel.: 03641/ 50 86 51, Fax: 03641/ 50 86 55
E-Mail: domin@bioinstrumente-jena.de
Weitere Informationen: http://www.ipht-jena.de http://www.bioinstrumente-jena.de
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