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Preisverleihung für Berliner und Brandenburger Transferpreise auf gemeinsamem TechnologieTransferTag

29.01.2007 - (idw) TSB Technologiestiftung Innovationszentrum Berlin

Der Transfer von Wissen in die Anwendung ist für die Innovationsfähigkeit und Zukunft unserer Gesellschaft von zentraler Bedeutung. Auf dem 6. TechnologieTransferTag stellen Berlin und Brandenburg erfolgreiche Transferprojekte aus der Region vor und informieren rund um das Thema. Höhepunkte der Veranstaltung sind die Verleihung des Transferpreises WisensWerte des Fördervereins Technologiestiftung Berlin e. V. und des Transferpreises der Technologie Stiftung Brandenburg durch Volkmar Strauch, Staatssekretär in der Senatsverwaltung für Wirtschaft, Technologie und Frauen, und Dr. Wolfgang Krüger, Staatssekretär im Ministerium für Wirtschaft des Landes Brandenburg. Transferpreis WissensWerte des Fördervereins Technologiestiftung Berlin e. V.
Der mit 10.000 Euro dotierte Transferpreis WissensWerte des Fördervereins Technologiestiftung Berlin e. V. geht an Prof. Dr. Rainer H. Müller und Prof. Dr. Monika Schäfer-Körting für die Einreichung "Nanopearls - Nanotechnologie zur optimierten dermalen Wirkstoffapplikation". Die beiden Wissenschaftler haben ein Verfahren entwickelt, mit dem kosmetische und pharmazeutische Cremes mit bis zu fünfmal so vielen Wirkstoffen beladen werden können als bisher. Dafür wird das zuvor mit einer einheitlichen Molekülstruktur produzierte Trägersystem der Creme aus Lipidnanopearls mit möglichst vielen Fehlstellen versehen, in die sich die Wirkstoffe einlagern können und stabiler bleiben. Die Innovation wird bereits von einigen Kosmetikfirmen genutzt. Die gezielt mit Fehlstellen versehenen Lipidnanopartikel sind aber auch in anderen Bereichen einsetzbar. So könnten sie in Medikamente eingearbeitet werden oder auch bei Lebensmitteln, Waschmitteln oder Schuhcreme zu Produktverbesserungen führen.
Die Jury hebt in ihrer Begründung für die Preisvergabe die bereits eingeleitete erfolgreiche Verwertung der Innovation hervor. Für den Vorsitzenden des Fördervereins Technologiestiftung Berlin E. V., Norbert Geyer, sind die in Berlin entwickelten Nanopearls ein gutes Beispiel für die Zukunftspotenziale, die die Berliner Wissenschaft bietet. "Wichtig ist es, durch Beispiele immer wieder auf die Chancen hinzuweisen, die das Zusammenwirken von Wissenschaft und Wirtschaft schafft. Genau hierfür haben wir den Transferpreis ins Leben gerufen. Ich freue mich, dass wir mit unseren Preisträgern auch dieses Jahr wieder ein gutes Beispiel dafür gefunden haben, wie erfolgreich Technologietransfer sein kann."

Der Staatssekretär Volkmar Strauch, der den Preis überreicht, weist auf einen anderen Gesichtspunkt hin: "Die Transferpreisträger 2006 zeigen, dass die Berliner Innovationspolitik mit ihrer Konzentration auf bestimmte Kompetenzfelder richtig liegt. Die Wirkstoffentwicklung ist in unserer Innovationsstrategie als perspektivreiches Handlungsfeld der Biotechnologie be-schrieben. Innovationen wie die jetzt prämierte zeigen: Berlin ist auf dem Weg zum führenden Life Science-Cluster Deutschlands."

Die diesjährigen Preisträger des Technologietransferpreises Brandenburg sind:
Erster Preis (4.000 EUR)
Prof. Dr.-Ing. habil. Herbert Sonntag und Prof. Dr.-Ing. Stefan Brunthaler vom Fachgebiet Verkehrslogistik und Telematik der Technischen Fachhochschule Wildau sowie Dr. Reinhardt Töpel vom Unternehmen ReiCo Spedition GmbH & Co. KG aus Zossen erhalten für das "RÜFILOG-System: Rückverfolgung der Versorgungskette im Lebensmittelbereich durch Einsatz von Internet und RFID-Technik" den ersten Preis. Sie entwickelten gemeinsam ein Informationssystem zur lückenlosen Rückverfolgbarkeit von Lebensmitteln, das die Bedingungen der gesetzlichen Vorgabe der EU erfüllt und unter Einsatz von RFID-Technik in Verbindung mit einer internetbasierten Software die Prozessabläufe transparenter macht und vereinfacht.

Zwei zweite Preise (jeweils 3.000 EUR)
Mit dem zweiten Preis werden Prof. Dr.-Ing. habil. Günter Busch und Marko Sieber vom Lehrstuhl Abfallwirtschaft der Brandenburgischen Technischen Universität Cottbus und Prof. Dr.-Ing. habil. Jochen Großmann von der GICON Großmann Ingenieur Consult GmbH aus Dresden für die Entwicklung eines "Steuerbaren und hochstabilen Verfahrens zur Biogaserzeugung aus nachwachsenden Rohstoffen" ausgezeichnet. Die Wissenschaftler entwickelten ein zweistufiges Trocken-Nass-Vergärungsverfahren (2-SLB) zur Nutzung nachwachsender Rohstoffe und organischer Abfallstoffe. Das Biogas enthält einen um ca. 15% höheren Heizwert und weniger Schadstoffe als das aus anderen Verfahren. Neben der Umwandlung in Wärme- und Elektroenergie eignet es sich besonders für die weitere Aufbereitung und Nutzung als Treibstoff oder zur Einspeisung in das Gasnetz. Die BTU Cottbus hat dieses Verfahren patentiert und ausschließlich an das Dresdner Unternehmen lizenziert. Die GICON GmbH plant die großtechnische Umsetzung des Verfahrens an verschiedenen Standorten, so soll beispielsweise im Frühsommer eine Anlage bei den Lausitzer Wasserwerken in Cottbus in Betrieb gehen.

Ebenfalls mit einem zweiten Preis wird die Arbeit Prof. Dr. Florian J. Schweigert vom Institut für Ernährungswissenschaft der Universität Potsdam, Lehrstuhl für Physiologie und Pathophysiologie der Ernährung, und der BioAnalyt GmbH aus Potsdam honoriert, wo Prof. Dr. Florian J. Schweigert die Entwicklung eines "Innovativen Testsystems zur Point-of-Care-Bestimmung von Biomarkern" umsetzen konnte. Gemeinsam wurde eine völlig neuartige patentierte Sepa-rationstechnik aus Vollblut für lipophile Blutbestandteile ohne aufwendige Trennverfahren oder störanfällige Separierungsverfahren bis zur Anwendungs- und damit Marktreife als Biomarker im Bereich der Ernährung entwickelt. Im Zusammenhang mit der Auftragsvergabe der Geräteentwicklung in Brandenburg (Sitec GmbH) konnten bereits indirekte Arbeitsplätze gesichert werden.


Weitere Informationen:

Frauke Nippel, TSB Technologiestiftung Innovationszentrum Berlin:Tel. (030) 46302-504 (Berliner Preisträger)

Kerstin Nowak-Proschwitz, Technologie Stiftung Brandenburg: Tel. (0331) 660-3678 (Brandenburger Preisträger)

Sperrfrist: 18:30 Uhr

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