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Das Jenaer ZeLD gegründet

29.01.2007 - (idw) Friedrich-Schiller-Universität Jena

Didaktik-Zentrum der Universität Jena mit neuem Namen und erweiterten Aufgaben Jena (29.01.07) "Zwölf Jahre haben wir dafür gearbeitet! Nun besitzt die Jenaer Universität eine zentrale wissenschaftliche Einrichtung, die eine Lehrerbildung koordiniert, die auf neun Fakultäten und 24 Institute verteilt ist", freut sich der ehemalige Direktor des Zentrums für Didaktik Prof. Dr. Will Lütgert über die offizielle Gründung des ZeLD. Im neuen Zentrum für Lehrerbildung und Didaktikforschung (ZeLD) sind Fachdidaktiker, Schulpädagogen und weitere an der Lehrerbildung interessierte Wissenschaftler der Jenaer Universität zusammengeschlossen, um die Qualität der Lehrerbildung weiter zu entwickeln. Gemeinsam mit weiteren Vertretern der Lehrer-ausbildenden Fakultäten bzw. Institute bilden die Mitglieder des ZeLD den Lehrerbildungsausschuss.

Aufgabe dieses Ausschusses ist es, den Entscheidungsgremien der Universität Vorschläge zur Qualitätssicherung der Jenaer Lehrerbildung zu unterbreiten. "Die Friedrich-Schiller-Universität will nicht nur ein Ort der Forschungsexzellenz, sondern auch ein Ort der Lehrexzellenz sein", sagt Prof. Dr. Klaus Dicke. "Deshalb ermutigt die Universität das ZeLD", so der Rektor weiter, "sich an der nationalen und internationalen Entwicklung der Didaktikforschung zu beteiligen, um auf dieser Grundlage sichtbare wissenschaftliche Impulse für die weitere Profilbildung der Lehrerbildung zu geben".

In diesem Sinn hatte das bisherige Zentrum für Didaktik schon seit drei Jahren ein interdisziplinäres Doktorandenkolleg "Empirische Didaktikforschung" eingerichtet, in dem hervorragende Absolventen der Lehramtsstudiengänge ausbildungs- und berufsbegleitend ihre Dissertationen anfertigen.

Ein weiterer Arbeitsschwerpunkt des ZeLD ist die "Fortbildung Didaktik", ein postgraduales Studienprogramm für das didaktische Führungspersonal an Thüringer Schulen und Studienseminaren. "Wir führen die Fortbildung Didaktik zusammen mit dem ThILLM und den Studienseminaren durch", erläutert der neue Direktor des ZeLD Prof. Dr. Tilman Rhode-Jüchtern. "Uns liegt viel an der Kooperation mit den außeruniversitären Einrichtungen der Lehrerbildung, denn trotz ihrer Verteilung auf verschiedene Einrichtungen ist die Lehrerbildung eine inhaltliche Einheit".

Das größte Projekt des ZeLD besteht gegenwärtig in der Unterstützung der Universität bei der Einführung des Jenaer Modells der Lehrerbildung. Das Modell behält den Studienanteil bei, den die Fächer an der universitären Ausbildung haben. Die gute Qualität der inhaltlichen Ausbildung künftiger Lehrer bleibt ungeschmälert bestehen. Aber das Jenaer Modell schafft Raum und Zeit für die Erziehungswissenschaft und die Fachdidaktiken, um die theoretischen und praktischen Herausforderungen der Lehrerbildung bestehen zu können. Dazu wird für alle künftigen Lehramtsstudierende ein Eingangspraktikum eingerichtet, in dem sie einen pädagogischen Bezug zu Kindern und Jugendlichen aufbauen und über einen längeren Zeitraum (320 Stunden) aufrechterhalten. Die Studierenden sollen handelnd erfahren, welche Aufgaben ein Erwachsener hat, der erzieherische Verantwortung für ein Kind oder einen Jugendlichen übernimmt.

Ein halbjähriges Praxissemester wird nach dem vierten Semester die Studierenden in die Schulwirklichkeit einführen. Studierende sollen einerseits so viele praktische Erfahrungen sammeln, dass sie sich begründet für oder gegen das Lehramt entscheiden können. Anderseits sollen sie befähigt werden, ihre Erfahrungen zu theoretisieren und exemplarisch in Handlungsmodelle zu übersetzen. Insofern sind die praktischen und theoretischen Anteile des Praxissemesters eng aufeinander bezogen.

"Das Praxissemester stellt eine große Herausforderung für die Universität, die Studienseminare und die Schulen dar", sagt Prof. Lütgert. "Über 90 Schulen im ganzen Freistaat werden frühzeitig in die Ausbildung künftiger Lehrerinnen und Lehrer einbezogen. Kontakte zu den Praktikumsschulen und zu ca. 250 Mentoren werden durch Fortbildungsangebote angebahnt, um die inhaltlichen Ausbildungskonzepte der Wissenschaft und der Praxis aufeinander abzustimmen", betont der Organisator des Praxissemesters.


Mit seinen Projekten schließt das ZeLD an die große reformpädagogische Tradition der Jenaer Universität an. Karl-Volkmar Stoy, Wilhelm Rein und Peter Petersen sind die großen Namen, die der Schulentwicklung, der Unterrichtsforschung und der Lehrerbildung in der Vergangenheit unverwechselbaren Glanz gaben.

Kontakt:
Dr. Karin Kleinespel
Wissenschaftliche Geschäftsführerin des Zentrums für Lehrerbildung und Didaktikforschung der Universität Jena
Carl-Zeiß-Platz 1, 07743 Jena
Tel.: 03641 / 945090 oder 945350
E-Mail: karin.kleinespel[at]uni-jena.de

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