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Weltweiter Aufruf für den freien Zugang zu Forschungsergebnissen

30.01.2007 - (idw) Deutsche Forschungsgemeinschaft (DFG)

DFG unterstützt Petition an die Europäische Kommission Nr. 5
30. Januar 2007

Der freie und kostenlose Zugang zu den Ergebnissen öffentlich geförderter Forschung in Europa soll gesichert werden. Dafür setzt sich die Deutsche Forschungsgemeinschaft (DFG) gemeinsam mit anderen europäischen Organisationen in einer Internet-Petition an die Europäische Kommission ein. Mit dieser Initiative, die inzwischen Unterstützung von rund 500 Organisationen aus Wissenschaft, Bildung und Kultur gefunden hat und von über 10.000 Wissenschaftlern und Bibliothekaren weltweit unterzeichnet worden ist, wird die Kommission aufgefordert, sich für den freien Zugang zu europäischer Forschung einzusetzen. Die Petition ist abrufbar unter www.ec-petition.eu.

Hintergrund der Initiative ist eine im Auftrag der Europäischen Kommission erarbeitete und bereits Anfang 2006 publizierte Studie zur wirtschaftlichen und technischen Entwicklung des wissenschaftlichen Publikationsmarktes in Europa. Ergebnis der Studie sind Empfehlungen, die der möglichst weiten Verbreitung von Forschungsergebnissen und damit der effizienteren Fortentwicklung der Wissenschaft dienen. Als ersten Punkt empfiehlt die Studie, die Ergebnisse öffentlich geförderter Forschung über das Internet entgeltfrei, also im Open Access, zugänglich zu machen. DFG-Präsident Prof. Dr.-Ing. Matthias Kleiner, der ebenfalls zu den Unterzeichnern gehört, hält die Umsetzung der Empfehlungen für unverzichtbar: "Der barrierefreie Zugang zu wissenschaftlichen Informationen fördert die internationale Vernetzung der Wissenschaft und trägt damit zur besseren Wahrnehmung europäischer Forschung weltweit bei."

Mitte Februar richtet die Europäische Kommission in Brüssel eine Konferenz zum wissenschaftlichen Publizieren aus, in deren Mittelpunkt die Diskussion um den bestmöglichen Zugang zu europäischen Forschungsergebnissen stehen wird. Die Petition soll die breite Unterstützung für die Empfehlungen der EU-Studie verstärken.

Zu den Unterzeichnern gehören zahlreiche namhafte Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler, darunter die Nobelpreisträger Harold Varmus und Rich Roberts. Auf Organisationenebene wird die Petition unterstützt von Einrichtungen wie dem CERN, dem Wellcome Trust und dem Medical Research Council in Großbritannien, der italienischen Hochschulrektorenkonferenz, der Königlichen Niederländischen Akademie der Wissenschaften, der Schweizerischen Akademie der Geistes- und Sozialwissenschaften oder der Wissenschaftsgemeinschaft Gottfried Wilhelm Leibniz.

Finanziert wird die Initiative von der DFG, dem britischen Joint Information Systems Committee (JISC), der niederländischen SURF-Foundation, der dänischen Elektronic Research Library (DeFF) sowie SPARC Europe.

Weitere Informationen

Die im Auftrag der Europäischen Kommission herausgegebene Studie findet sich unter
http://ec.europa.eu/research/science-society/pdf/scientific-publication-study_en.pdf.

Ansprechpartner bei der DFG ist Dr. Johannes Fournier, Tel. 0228/885-2418, E-Mail: johannes.fournier@dfg.de.

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