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Neues Transplantationsverfahren für Hornhäute an der Augenklinik des UKS: Excimer-Laser unterstützt Präzisionsarbeit am

30.01.2007 - (idw) Universität des Saarlandes

Einladung zur Pressekonferenz am Montag, dem 5. Februar 2007, um 14.30 Uhr in der Klinik für Augenheilkunde im Universitätsklinikum des Saarlandes (UKS).

Interviewmöglichkeit mit Herrn Professor Seitz, einer jungen Patientin und Vorstellung des neuen Excimer-Lasers.

Treffpunkt: Gebäude 22 im UKS, Erdgeschoss, Sekretariat von Herrn Professor Dr. Berthold Seitz Professor Dr. Berthold Seitz: "Durch den Einsatz eines speziellen Lasers der Firma Zeiss-Meditec können wir unseren Patienten als bundesweit zweite Universitäts-Augenklinik eine sehr präzise und schonende Transplantationsmethode anbieten. Wir haben in Homburg bisher 100 Patienten nach dieser Methode operiert und stellen kürzere Heilungszeiten, weniger Nebenwirkungen und eine höhere Sehkraft fest. Diese Ergebnisse sind auch durch klinische Studien belegt."

Bei dieser neu etablierten Methode der Hornhaut-Transplantation, der so genannten Excimer-Keratoplastik, wird anstatt des üblichen Rundmessers ein Laser zum Ausschneiden des Transplantats genutzt. Durch den Laser werden Spenderhornhaut und Empfängerauge präzise aufeinander abgestimmt. Dieses spezielle Verfahren erzeugt senkrechte und passgenaue Schnittkanten, die beim bisher üblichen Verfahren so nicht gewährleistet werden können. Ein spezielles Schlüssel-Schloss-Prinzip beim Zuschnitt von Transplantat und Empfängerauge sorgt dann für eine exakte Ausrichtung und verbessert die Schnittränder. "Neben dem klaren Transplantat und der erforderlichen Krümmung der Hornhaut sind Nahttechnik sowie Schnittführung für den Heilungsverlauf von großer Bedeutung, da sich ansonsten eine erneute Hornhautverkrümmung mit Sehkraftbeeinträchtigung ausbilden kann", erläutert Professor Seitz.

Bei den bisher etablierten Transplantations-Verfahren können durch den mechanischen Druck des Rundmessers Stauungen bzw. Zerrungen beim Transplantat- oder Empfängergewebe entstehen und als Spannung beim Nähen gespeichert werden. Beim Entfernen der Fäden können sich diese Spannungen entladen und so zu einer höheren Krümmung der Hornhaut und einer schlechteren Sehkraft beim Patienten führen. Dies kann durch das neue Laser-Verfahren meist vermieden werden.

"Eine Hornhaut-Transplantation bedeutet für die Empfänger den Weg zurück in ein normales Leben oder wie es viele treffend beschreiben - einen Unterschied wie Tag und Nacht", betont Prof. Seitz. "Damit möglichst viele Patienten von einer Transplantation profitieren können, muss die Bevölkerung stärker über die Bedeutung der Hornhautspende informiert werden. Deshalb möchten wir im Rahmen der Pressekonferenz eine Studentin zu Wort kommen lassen, die über ihr Leben vor und nach der Transplantation berichten wird."

Die in Erlangen mit Professor Dr. Seitz entwickelte Excimer-Keratoplastik wird seit März 2006 auch in Homburg/ Saar eingesetzt. Das spezielle Schlüssel-Schloss-Prinzip beim Zuschnitt von Transplantat und Empfängerauge sorgt dann für eine exakte Ausrichtung und verbessert die Schnittränder. Acht mikroskopisch kleine (0,3x0,2 mm) Zähnchen nach außen bei der Spenderhornhaut korrespondieren mit acht Kerben beim Patienten.

Klinische Studien belegen die Sicherheit und Wirksamkeit dieser Methode. Die Transplantation verlangt dem Augenchirurgen ein Höchstmaß an Konzentration und Feinarbeit ab. Wegen eventueller Abstoßungsreaktionen in der ersten Zeit bedarf die Transplantation einer intensiven Nachbehandlung.

Hintergrundinfo:

Neben der Verpflanzung von Organen wie Niere, Herz oder Leber, ist auch eine Übertragung von Geweben wie Gehörknöchelchen oder der Hornhaut des Auges möglich. Die Hornhaut schließt die Augenoberfläche wie ein Uhrglas ab. Sie ist verhältnismäßig dünn und durchsichtig. Infektionen, Verletzungen oder angeborene Erkrankungen können die Hornhaut des Auges trüben. Damit büßt der Betroffene sein Sehvermögen ein und kann erblinden. Eine Hornhautverpflanzung kann ihm das Augenlicht zurückgeben. Die getrübte Hornhaut wird entfernt und durch die gesunde, klare Hornhaut eines Spenders ersetzt.

Die häufigsten Erkrankungen, die eine Transplantation erforderlich machen, sind bei jüngeren Patienten der Keratokonus (Formveränderungen mit irregulärer Vorwölbung und Verdünnung der Hornhaut) und bei älteren Menschen die Fuchs-Dystrophie (warzenförmige Verdickungen an der Rückfläche der Hornhaut).

Die Hornhauttransplantation gehört heute zu den erfolgreichsten Gewebeverpflanzungen überhaupt (etwa 90% Erfolgsrate). 5000 Hornhaut-Transplantationen werden in Deutschland pro Jahr durchgeführt, wobei der jährliche Gesamtbedarf bei schätzungsweise 8000 Transplantaten liegt.

Qualitätssicherung durch eigene Hornhautbank am UKS: Die LIONS - Hornhautbank Saar - Lor - Lux, Trier / Westpfalz

In der Hornhautbank des UKS wird die Hornhaut unter dem Mikroskop untersucht, fotografiert und nach bestimmten Kriterien beurteilt. Dabei gilt beispielsweise die Zelldichte auf der Hornhautrückseite (des Endothels) als ein wesentliches Qualitätsmerkmal. Diese sorgfältige Analyse und die nachfolgende Beobachtung der Hornhaut im Konservierungsverfahren gewährleisten die Bereitstellung von optimalen Transplantaten. Gleichzeitig schließen mikrobiologische Tests und Untersuchungen des Spenderblutes aus, dass Krankheiten auf den Empfänger übertragen werden.


Foto:
Hornhaut-Transplantation:
Mit einer doppelt fortlaufenden Kreuzstichnaht wird die nur 0,5 mm dicke Spenderhornhaut eingenäht. Diese gibt dem Patienten das Sehvermögen zurück.

Kontakt für Rückfragen:
Augenklinik des Universitätsklinikums des Saarlandes, Professor Dr. Berthold Seitz,
Tel. (06841) 16-22387, E-Mail: berthold.seitz@uks.eu
Weitere Informationen: http://www.uks.eu/augenklinik
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