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Protein schützt vor Hepatitis und Leberkrebs

12.02.2007 - (idw) Universität zu Köln

Protein schützt vor Hepatitis und Leberkrebs
Kölner Forscher maßgeblich an Entdeckung beteiligt

Leberkrebs ist eine weit verbreitete Krebsart, an der jedes Jahr mehr als 400.000 Menschen erkranken - die Betroffenen sterben meist innerhalb eines Jahres. Trotz umfangreicher Forschung ist bisher wenig über die zugrunde liegenden molekularen Vorgänge bekannt.
Eine neue Studie von Forschern der Universität zu Köln und der Mouse Biology Unit des Europäischen Laboratoriums für Molekularbiologie (EMBL) in Monterotondo (Italien) zeigt nun, dass ein bestimmter Signalweg in Zellen vor einer Leberkrebsentwicklung schützt. Blockiert man diesen Signalweg in der Leber von Mäusen, so erkranken sie an chronischer Hepatitis und Lebertumoren, berichten die Forscher in der aktuellen Ausgabe des Journals "Cancer Cell".
Ein komplexes Netzwerk von Zellsignalen schützt die Leberzellen gegen Schädigungen und Tod. Das Protein NF-?B spielt hierbei eine wichtige Rolle. Es fungiert als "Überlebenssignal", das die Zellen vor dem Zelltod schützen kann. Manolis Pasparakis, Professor an der Universität zu Köln, der zuvor am EMBL in Monterotondo/Italien tätig war, hat mit seinen Mitarbeitern ein Modell entwickelt, das es Mäusen durch Ausschalten des Proteins 'NEMO' unmöglich macht, NF-?B in Leberzellen zu aktivieren, was zum Absterben dieser Zellen führt. Dieser Tod von Leberzellen führt zu einer kompensatorischen Proliferation anderer Leberzellen. Da der chronische Zustand von Zelltod und Proliferation mit verstärktem zellulärem Stress verbunden ist, steigt die Wahrscheinlichkeit für Mutationen im Erbgut deutlich an, was langfristig zur Krebsentstehung führt.
"Der NEMO/NF-?B Signalweg ist sehr komplex, und es bedarf noch intensiver Forschung, um zu verstehen, wie er durch Medikamente gesteuert werden kann", so Pasparakis. Sein Maus-Modell wird helfen, die molekularen Mechanismen aufzudecken, die an der Entwicklung von chronischer Hepatitis und Leberkrebs beteiligt sind. Dies kann dazu beitragen, neue therapeutische Strategien für die Zukunft zu entwickeln.

Internet: www.cancercell.org/
http://www.genetik.unikoeln.de/groups/Pasparakis/index.html
Kontakt: Prof. Dr. Manolis Pasparakis, Tel.: 0221/ 470-1526,
E-mail: pasparakis@uni-koeln.de

Verantwortlich: Dr. Patrick Honecker

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