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Dr.-Martini-Preis 2007 verliehen

12.02.2007 - (idw) Universitätsklinikum Hamburg-Eppendorf

Der älteste Preis zur Förderung des wissenschaftlichen Nachwuchses, der Dr.-Martini-Preis, wurde bereits im Jahre 1880 von Hamburger Kaufleuten gestiftet. Er zeichnet jedes Jahr hervorragende Nachwuchswissenschaftler aus, die in Hamburger Krankenhäusern tätig sind und sich mit klinischer Grundlagenforschung und neuen Therapieansätzen beschäftigen. In diesem Jahr ist er mit 10 000 Euro dotiert. Das Kuratorium der Dr.-Martini-Stiftung hat die Auszeichnung heute an drei Wissenschaftler des Universitätsklinikums Hamburg-Eppendorf (UKE) vergeben. Die Preisverleihung nahm Prof. Dr. Ansgar W. Lohse als Kuratoriumsvorsitzender der Dr.-Martini-Stiftung vor.

Prof. Dr. Wolfram-H. Zimmermann, Institut für Experimentelle und Klinische Pharmakologie, erhält 5000 Euro. Seine Forschergruppe hatte mit künstlichen Herzgeweben Herzinfarkte bei Ratten behandelt. Dem Team war es gelungen, aus Herzzellen von Ratten spontan schlagende künstliche Herzgewebe zu züchten, die als sternförmige Gewebeflicken auf durch Herzinfarkt geschädigtes Herzmuskelgewebe genäht wurden. Die künstlichen Herzgewebe wuchsen nicht nur an und koppelten elektrisch an das Empfängerherz, sondern verbesserten auch die Muskelfunktion des erkrankten Herzens.

Dr. Djordje Atanackovic, II. Medizinische Klinik, erhält 3000 Euro. Er identifizierte spezielle Eiweiße, die eine besonders hartnäckige Form des Blutkrebses, das Multiple Myelom, von normalen Blutzellen unterscheiden. Diese tumorspezifischen Eiweiße, die so genannten Cancer-Testis-Antigene, werden nun bei Antitumor-Impfungen im Rahmen einer Phase-II-Studie eingesetzt. Die Impfung soll zu einer Bekämpfung des Tumors durch das Immunsystem beitragen und ein Fortschreiten der Erkrankung verhindern.

Dr. Jussuf T. Kaifi, Klinik für Allgemein-, Viszeral- und Thoraxchirurgie, erhält 2000 Euro. Seine Arbeitsgruppe hatte einen wichtigen Faktor für die Ausbreitung so genannter disseminierter ("schlafender") Tumorzellen des Speiseröhrenkrebses ins Knochenmark und in die Lymphknoten identifiziert. Disseminierte Tumorzellen werden dafür verantwortlich gemacht, dass Patienten mit soliden Tumoren trotz deren kompletter chirurgischer Entfernung nach Jahren plötzlich Metastasen entwickeln. Kaifis Arbeitsgruppe hatte herausgefunden, dass die Wahrscheinlichkeit eines Rückfalls deutlich erhöht ist, wenn im Speiseröhrentumor ein bestimmtes Molekül (CXCR4) vorhanden ist. Aus dieser Erkenntnis ergibt sich für die Zukunft ein möglicher neuer Therapieansatz.

Ein Foto der Preisträger erhalten Sie gern per E-Mail.

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