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Mit dem Teelicht nach Grenoble

13.02.2007 - (idw) Julius-Maximilians-Universität Würzburg

Auf dem Symposium "Science on Stage" präsentieren Lehrkräfte aus ganz Europa spannende Experimente, gute Ideen und neue Konzepte für den Unterricht in den Naturwissenschaften. In diesem Jahr ist der Physikdidaktiker Dr. Thomas Wilhelm von der Universität Würzburg eingeladen, sein Projekt "Faszination Induktionsmotore" in Grenoble vorzustellen. Ein Leben ohne Induktionsmotor ist eigentlich nicht vorstellbar: Vom kleinen Laugenpumpenmotor in unserer Waschmaschine und dem Lüftermotor im Mikrowellengerät bis zum Drehstrommotor von Straßenbahnen und dem ICE reicht die Palette. Die Einsatzorte dieser Motoren, die mit Hilfe von räumlich veränderlichen Magnetfeldern Bewegung erzeugen, sind so vielfältig wie ihre Zahl groß ist. Umso verwunderlicher ist die Tatsache, dass die Helfer im Physikunterricht von heute keine Rolle spielen - obwohl die Prinzipien, die sich dahinter verbergen: Induktion und die Lenzsche Regel, sehr wohl Inhalt des Lehrplans sind. Das könnte sich allerdings demnächst ändern, wenn es nach Thomas Wilhelm geht.

Wilhelm, Physikdidaktiker an der Universität Würzburg, hat sich überlegt, wie man mit einfachen Mitteln - Aluminiumdosen von Teelichtern, Spulen, eine Metallschiene - Schüler im Unterricht so genannte Linear- und Drehstrommotoren basteln lassen kann. Dabei herausgekommen sind: "Sehr einfache Versuchsaufbauten, die mit schulüblichen Mitteln schnell aufgebaut werden können", sagt er. Zusätzliche Multimedia-Animationen tragen zum Verständnis der physikalischen Prinzipien bei. In einem Unterrichtsprojekt hat Wilhelm seine Ideen zusammen mit Schülern verwirklicht und dabei gemerkt: "Es hat den Schülern viel Spaß gemacht und ihr Interesse an dem Thema geweckt".

Das Interesse hat sein Projekt auch noch auf anderer Seite geweckt: "Science on Stage" heißt ein Symposium, das von den sieben größten europäischen Forschungseinrichtungen organisiert und von der Europäischen Kommission finanziert wird. In diesem Jahr findet das Treffen zum zweiten Mal statt; eingeladen werden Lehrkräfte mit besonders interessanten Projekten, damit sie ihre Konzepte und Ideen für einen guten Unterricht in den naturwissenschaftlichen Fächern europaweit bekannt machen können.

Aus Deutschland haben sich unter einer Vielzahl von Bewerbern 24 Konzepte, Projekte und Ideen für die Teilnahme an dem Symposium qualifiziert, das vom 2. bis zum 6. April in Grenoble stattfinden wird. Dort sieht das Programm vor, dass die Teilnehmer vormittags Workshops und Vorträge besuchen können; am Nachmittag sollen sie ihre eigenen Projekte präsentieren, sich mit Kollegen der anderen Länder austauschen und aktuelle Fragen des Unterrichtens diskutieren. Zum Abschluss des Symposiums werden besonders innovative Projekte vom Internationalen Steering Committee (ISC) prämiert.

Thomas Wilhelm hat an der Universität Würzburg Lehramt am Gymnasium für Physik und Mathematik studiert. Nach seinem Referendariat wurde er im September 1998 Studienrat am Gymnasium Marktbreit und wechselte zwei Jahre später an den Lehrstuhl für Didaktik der Physik. Im Jahr 2005 beendete er seine Dissertation, in der er sich unter anderem mit den Möglichkeiten des Computers im Physikunterricht beschäftigte sowie neue Konzepte und neue Experimente für den Mechanikunterricht entwickelte.

Mehr Infos zum Symposium unter http://www.science-on-stage.de
Ansprechpartner: Dr. Thomas Wilhelm, Tel. (0931) 888 5788; E-Mail: thomas.wilhelm@uni-wuerzburg.de

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