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MHH trauert um Professor Fritz Hartmann

14.02.2007 - (idw) Medizinische Hochschule Hannover

"Geistiger Vater der Medizinischen Hochschule Hannover" starb im Alter von 86 Jahren Professor Dr. med. Fritz Hartmann, der erste gewählte Rektor der Medizinischen Hochschule Hannover (MHH), ist am 10. Februar 2006 im Alter von 86 Jahren gestorben. "Professor Hartmann, der geistige Vater der MHH, hat die Hochschule als zielstrebiger Reformator maßgeblich geprägt", sagt Professor Dr. med. Bitter-Suermann. "Wir gedenken seiner in großer Dankbarkeit und Wertschätzung." Professor Hartmann hatte die Führungsposition der MHH von 1967 bis 1969 für eine zweijährige Amtszeit inne.

Fritz Hartmann wurde 1920 in Oberhausen geboren. Nach dem Studium der Medizin, Psychologie und Philosophie promovierte er 1945 in Göttingen. Mit einer Arbeit über "Störungen der Leberfunktion" habilitierte er 1950. 1956 wurde er auf das Ordinariat für Innere Medizin in Marburg berufen. Professor Hartmann gehörte bereits dem Gründungsausschuss der späteren Medizinischen Hochschule Hannover an, der im Dezember 1961 erstmals zusammen trat. Der Wissenschaftsrat hatte im Juni 1961 empfohlen, sieben neue Medizinische Akademien in der Bundesrepublik zu gründen. Ziel war es, 7.000 neue Studienplätze zu schaffen. Der Niedersächsische Landtag beschloss im selben Monat, die Einrichtung einer Medizinischen Hochschule in Niedersachsen zu forcieren. Im Februar 1962 entschied sich das Gründungsgremium für den Standort Hannover. Am 1. April 1963 erging ein Erlass der Landesregierung zur Gründung einer Medizinischen Akademie Hannover - der späteren MHH. Nach nicht einmal vier Jahren Planungsphase standen bereits 1965 die Struktur der Hochschule und das bauliche Konzept fest. Am 17. Mai 1965 konnte die MHH feierlich in Räumen der Tierärztlichen Hochschule Hannover eröffnet werden. Gründungsrektor war der aus Göttingen berufene Internist Professor Dr. Rudolf Schoen. Ihm folgte als erster gewählter Rektor Professor Hartmann, der die inhaltliche und bauliche Konzeption der Hochschule entscheidend beeinflusst hat. Die MHH wurde von ihm als eine Campushochschule nach dem Vorbild des amerikanischen Department-Systems geplant und auf dem Gelände im Roderbruch realisiert.

Als Senator und Mitglied im Hauptausschuss der Deutschen Forschungsgemeinschaft in den Jahren von 1970 bis 1977 war Professor Hartmann Berichterstatter für 15 medizinische Sonderforschungsbereiche. Einen rheumatologisch ausgerichteten Sonderforschungsbereich rief er ins Leben, noch bevor die Deutsche Gesellschaft für Rheumatologie gegründet war. Sein Verdienst ist es, dass die Rheumatologie zu einem eigenständigen medizinischen Teilgebiet in Deutschland wurde. Auch die Einrichtung des Regionalen Rheumazentrums nahm von Hannover aus ihren Ausgang. Neben der Rheumatologie haben ihn hepatologische und andere internistische Fragestellungen beschäftigt.

Aus Anlass seiner Emeritierung kündigte Fritz Hartmann 1988 an, dass er den Lehrstuhl nicht gegen den Lehnstuhl vertauschen werde. Fortan widmete er sich verstärkt seiner lebenslangen Auseinandersetzung mit philosophischen, ethischen und historischen Aspekten der Medizin. Die Gründung des MHH-Instituts für Medizingeschichte ist auf sein jahrzehntelanges Engagement zurückzuführen. Dabei war es ihm ein besonderes Anliegen, den Bezug zum Alltag und zur ärztlichen Praxis herzustellen.


In Hannover hatte sich Professor Hartmann dafür eingesetzt, dass das während des Zweiten Weltkrieges zerstörte Wohnhaus von Leibniz am Holzmarkt 5 als Begegnungsstätte für Wissenschaftler rekonstruiert wurde.
Professor Hartmann wurden zahlreiche Ehrungen und vielfältige Verdienste zuteil.

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