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Der kreative Zufall: Der Augsburger Wissenschaftstheoretiker Klaus Mainzer zur Frage, wie das Neue in die Welt kommt

19.02.2007 - (idw) Universität Augsburg

Die Welt, in der wir leben, ist nicht vorbestimmt, sondern zufällig. Wie aber kann aus Zufall und Chaos Ordnung entstehen? Was Wissenschaft und Philosophie darüber wissen, sammelt der Augsburger Wissenschaftstheoretiker Prof. Dr. Klaus Mainzer in seinem neuesten Buch: Unter dem Titel "Der kreative Zufall" führt der soeben im Verlag C. H. Beck erschienene knapp 300-seitige und reichlich bebilderte Band fachübergreifend Einsichten aus Mathematik, Physik und Informatik mit Evolutionstheorie, Gehirnforschung, Wirtschafts-, Sozial- und Kulturwissenschaften zusammen. Es gehe ihm darum aufzuzeigen, sagt Mainzer, "wie wir lernen können, mit dem Zufall zu leben - in Natur und Gesellschaft". Welche Rolle spielen Zufall und Risiko, Krisen und neue Chancen in Natur und Gesellschaft? Die Vorstellung einer deterministischen Welt mit eindeutig vorherbestimmter Vergangenheit, Gegenwart und Zukunft ist eine Fiktion. Zufall erweist sich als das zentrale Thema der modernen Natur- und Sozialwissenschaften.

Viele zufällige Einzelereignisse können zusammen nichtzufällige Eigenschaften haben. So entstehen neue Ordnungen in einem Meer von Zufallsfluktuationen. Das Universum ist dafür selbst ein Beispiel: Im kosmischen Strom der Entropie bilden sich Generationen von Sternen und galaktischen Strukturen. Aber auch Leben entstand am Rand des Zufalls. Die Evolution zeigt, wie zufällige Veränderungen von DNS-Information und Umweltbedingungen über Eigenschaften von Organismen entscheiden.

Mainzer schildert die Rolle des Zufalls in allen nur denkbaren Zusammenhängen: in der Mathematik und Wahrscheinlichkeitstheorie, beim Roulette und an der Börse, der Thermodynamik und der Quantenphysik, bei Computern und in der Informationstheorie, der Hirnforschung und in Wirtschaft und Gesellschaft. Mainzers Resümee: "Wir sind fundamental dem Zufall ausgesetzt. Wir leben nicht in einer Welt, in der alles von selber gut wird. Nichts wird gut, wenn wir nicht aufpassen und sensibel für Veränderungen werden."

Ausführlich zu seinem Buch geäußert hat sich Mainzer in dem in der Februar-Ausgabe des Magazins "DIE ZEIT - WISSEN" erschienen Beitrag "Die Macht des Zufälligen". Auch die Zeitschrift GEO wird sich demnächst ausführlich mit dem Buch auseinandersetzen.
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Klaus Mainzer: Der kreative Zufall. Wie das Neue in die Welt kommt, C. H. Beck, München 2007, 283 Seiten, 39 Abbildungen, ISBN 978-3-406-55428-5, 24.90 Euro.
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Kontakt:

Prof. Dr. Klaus Mainzer
Telefon 0821/598-5568
klaus.mainzer@phil.uni-augsburg.de
Weitere Informationen: http://www.philso.uni-augsburg.de/web2/Philosophie2/index.htm
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