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Forum Life Science 2007 - Größter Life Science-Kongress in Deutschland

19.02.2007 - (idw) Bayern Innovativ Gesellschaft für Innovation und Wissenstransfer mbH

o 1.000 Teilnehmer aus 18 Ländern aus Wirtschaft und Wissenschaft
o Innovationen der Biotechnologie in Pharma, Ernährung und Chemie
o Experten aus Europa, USA, Asien und Australien berichten über aktuelle Forschung und marktreife Produkte
o Eröffnungsrede durch Bayerns Wirtschaftsminister Erwin Huber Garching/Nürnberg. Innovative, biotechnologisch entwickelte Pharmazeutika für die spezifische Behandlung von Krankheiten wie Krebs oder Diabetes, neue gesundheitsfördernde Lebensmittel für die Stärkung des Immunsystems, neuartige Verfahren in der Chemie für Produkte wie Kraftstoffe oder Polymere auf der Basis nachwachsender Rohstoffe - fast täglich erfahren wir über wissenschaftliche Erkenntnisse, über neue, besonders wirksame Produkte, über einschneidende Veränderungen in der Industrielandschaft dieser Wachstumsmärkte.
Denn die Biotechnologie, der Baukasten der Natur, lässt sich immer mehr in den verschiedensten Branchen vorteilhaft nutzen. Sie steht damit im Fokus der Industrie, setzt weiterhin Impulse in der Wissenschaft und weckt große Hoffnungen bei den Menschen.

Der fünfte internationale Kongress "Forum Life Science" am 14.-15. Februar 2007 an der Technischen Universität München in Garching führte sie zusammen: Experten und Anwender aus Wirtschaft und Wissenschaft aus der Biotechnologie und Pharmaindustrie, der Medizintechnik, der Lebensmittelindustrie und Ernährungsphysiologie, sowie aus dem weiten Feld der chemischen Industrie.
Sie berichteten über aktuelle Forschungsprojekte, präsentierten neueste marktreife Entwicklungen und skizzierten sich abzeichnende Trends. In Verbindung mit der begleitenden Ausstellung mit 110 Firmen und Instituten setzte dieser Kongress neue Impulse und Kooperationen für zukünftige Produktentwicklungen auf der Basis der Biotechnologie.

Das Plenum spannte den Bogen von den politischen Rahmenbedingungen über die Anwenderbranchen Chemie, Ernährung und Pharma, hinein in die Biotechnologie sowie in das gerade anlaufende 7. Forschungsrahmenprogramm der Europäischen Union.

Den Kongress eröffnete Bayerns Staatsminister für Wirtschaft, Infrastruktur, Verkehr und Technologie, Erwin Huber. In seiner Rede schilderte er die Bedeutung der Biotechnologie und der Life Sciences sowie aktuelle Maßnahmen wie die Cluster-Offensive Allianz Bayern Innovativ, die die weitere Entwicklung des zukunftsorientierten High-Tech-Standort Bayerns unterstützt.
Prof. Wolfgang A. Herrmann, Präsident der TU München, skizzierte seine richtungsweisenden Visionen einer interdisziplinären Wissenschaft in einem internationalen Umfeld. Die industrielle Dimension der Weißen Biotechnologie mit großem Potenzial für weitere, vielfältige Produkte, z.B. Biopolymere, Kosmetika, Kraftstoff-Additive oder neuartige Beschichtungen beschrieb Dr. Alfred Oberholz, Stellvertretender Vorsitzender der Geschäftsführung der Degussa GmbH.
Dr. h.c. Helmut Maucher, Ehrenpräsident der Nestlé S.A., stellte das Wachstumspotenzial der Lebensmittelindustrie vor - sowohl quantitativ durch die Zunahme der Kaufkraft in zahlreichen Ländern, wie auch qualitativ in etablierten Märkten durch neue Lebensmittel mit Zusatznutzen für den Konsumenten.
Translationale Forschung stand im Mittelpunkt der Ausführungen von Prof. Dr. Günther Wess, CEO der GSF - Forschungszentrum für Umwelt und Gesundheit. Dies bedeutet die Zusammenarbeit von Grundlagen-Forschung und klinischer Prüfung, wie sie in der GSF verstärkt angegangen und weltweit, vor allem auch in Nordamerika, etabliert wird.
Die weitere Entwicklung der Biotechnologie-Szene in Bayern sowie die speziellen Aktivitäten des Biotech-Clusters schilderte Prof. Dr. Horst Domdey, Vorstand der Bio-M Biotech Cluster Development GmbH, Martinsried.
Prof. Dr. Josef Nassauer und Dr. Matthias Konrad, beide Bayern Innovativ GmbH, präsentierten mit "TransBio" ein erstes EU-Projekt mit transatlantischer Zusammenarbeit von sechs Partnern aus Europa sowie Massachusetts und Quebec von nordamerikanischer Seite.


Top-Themen aus Wirtschaft und Wissenschaft
66 Referenten aus elf Ländern demonstrierten innovative Biotechnologie in Pharma-Entwicklung und personalisierter Medizin (Drug Development), im Design gesundheitsfördernder Nahrungsmittel (Food & Nutrition) sowie in der biotechnologischen Herstellung chemischer Produkte (Industrial Biotechnology).

Personalisierte Medizin erfordert spezifische Diagnostik und Therapie. Die Diagnostik beschreitet verschiedene Wege: Bildgebende in vivo-Verfahren der Medizintechnik, wie Dr. Stephan Feldhaus, Siemens Medical Solutions, sie vorstellte, oder auch biotechnologische in vitro-Verfahren.
Durch die Kombination von Diagnostik und hochspezifischer Therapie können Patienten besonders effizient behandelt werden, wie u.a. Dr. Tim M. Jaeger und Dr. Thomas Baier von Roche ausführten. Das Pharma-Unternehmen ist auf diesem Gebiet Vorreiter und mit einem der europaweit bedeutendsten Standorte für Biopharmazeutika und Diagnostika im bayerischen Penzberg vertreten. Interessante Einblicke in die internationale Zusammenarbeit bei der Pharma-Entwicklung boten die Präsentation von Dr. Ramani Aiyer von Nicholas Piramal India Ltd. aus Indien.

Als eines der ersten Unternehmen der Nahrungsmittelindustrie hat sich Nestlé auf Ernährung und Gesundheit ausgerichtet: Aktivitäten des firmeneigenen Forschungszentrums präsentierten dessen Direktor Prof. Dr. Peter van Bladeren. Erkenntnisse aus der Nutrigenetik ermöglichen maßgeschneiderte Produkte der Ernährungsindustrie (Sciona Inc. und Tufts University). Doch hängt die Akzeptanz neuer Lebensmittel weitgehend vom Geschmackserlebnis ab. Wichtige Forschungs-ergebnisse zu Aroma, Geschmack und Geruch legte u.a. der Philip-Morris-Preisträger Prof. Hanns Hatt von der Ruhr-Universität Bochum dar, der die molekularen Grundlagen des Riechens und Schmeckens erforscht, sowie Prof. Dr. Thomas Hofmann vom neu gegründeten Lehrstuhl für Lebensmittelchemie und Molekulare Sensorik der TU München in Freising-Weihenstephan.

Nachhaltigkeit, Ressourcenschonung, Umweltverträglichkeit sind die Schlagwörter der Weißen Biotechnologie als einem integralen Teil der zukünftigen chemischen Industrie. So lassen sich z.B. mit Biokatalyse und Mikroorganismen neue innovative Produkte entwickeln oder etablierte Substanzen auch auf Basis nachwachsender Rohstoffe herstellen. Andererseits können mit neuartiger chemischer Katalyse bioabbaubare Polymere gewonnen werden, wie Philip-Morris-Preisträger Dr. Gerrit Luinstra von der BASF am Beispiel der PHB-Synthese vorstellte. Ein weiteres Beispiel sind Biokraftstoffe mit der Perspektiven hin zur Bioraffinerie (Dr. André Koltermann, Süd-Chemie AG; Dr. Rupert Pfaller, Wacker Chemie AG).


Teilnehmer
Der Kongress führte 1.000 Experten aus 18 Ländern zusammen, neben Deutschland aus Australien, Belgien, China, Dänemark, Finnland, Frankreich, Großbritannien, Indien, Italien, Niederlande, Österreich, Schweden, Schweiz, Spanien, Tschechische Republik, Ungarn und die USA.
Vertreten waren renommierte Unternehmen wie Akzo Nobel, BASF, Bayer, Boehringer Ingelheim, Carl Zeiss Imaging, Danisco, Degussa, GE Health Care, GPC Biotech, Henkel, Hipp, Kraft Foods, Linde-KCA-Dresden, Merck, Morphosys, Procter + Gamble, Roche Diagnostics, Sandoz, Sartorius und Siemens AG Medical Solutions.
Forschungseinrichtungen repräsentierten u.a. BayFOR, BayGene, Fraunhofer-Institute, Kompetenzzentren für Medizin oder für Fluoreszente Bioanalytik, des Weiteren beteiligen sich Universitäten, Fachhochschulen, Fördergesellschaften sowie Bundesministerien.
110 Aussteller präsentierten ihre zukunftsweisende Technologie- und Entwicklungskompetenz mit Produkten und Dienstleistungen aus den Bereichen Wirkstoffe und Diagnostika, Bioverfahrenstechnik, Biomaterialien sowie Ernährung und Landwirtschaft.
"Diese herausragende Resonanz ist Ergebnis einer nun achtjährigen, intensiven Entwicklung des internationalen Netzwerkes 'Life Science Bavaria' durch zielgerichtete Projektaktivitäten mit Wissenschaft und Industrie sowie der nachhaltigen Zusammenarbeit mit Partnern", erklärt Prof. Josef Nassauer, Geschäftsführer der Bayern Innovativ GmbH.

Partnerorganisationen - Kooperationspartner
Unter der fachlichen Leitung der Bayern Innovativ GmbH wurde dieser Kongress unterstützt von der Technischen Universität München, der DECHEMA e.V., vom Verband der Chemischen Industrie, den Bioregionen in Bayern und dem Forum MedTech Pharma e.V. sowie dem britischen und niederländischen Generalkonsulat.

Um den Kongress "Forum Life Science 2007" gruppierte die Bayern Innovativ GmbH weitere Veranstaltungen, die zusätzliche Teilnehmer anzogen, darunter das EU-Projekt Transbio, das One-on-One MedTech-Pharma-Biotech, einen Informationsworkshop zu Life Sciences im 7. EU-Forschungsrahmenprogramm und den vdbiol-Jobtag.
Ein besonderes Ereignis bildete der Abendempfang am 14. Februar 2007 in der Münchner Residenz, den das Bayerische Staatsministerium für Wirtschaft, Infrastruktur, Verkehr und Technologie und die Bayern Innovativ GmbH für die Teilnehmer aus aller Welt ausrichteten.


Bayern war somit für einige Tage internationaler Treffpunkt für Experten und Anwender aus weiten Bereichen der Biotechnologie. Insider sprechen von den "Life Science-Tagen in München".
Weitere Informationen: http://www.bayern-innovativ.de/fls2007 http://www.lifescience.de
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