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Integration von Praxissemestern in Bachelor-Studiengänge

19.02.2007 - (idw) Deutsche Telekom AG Fachhochschule Leipzig

An der Deutschen Telekom Hochschule für Telekommunikation Leipzig (HfT Leipzig)
fand am 07.02.2007 ein Gedankenaustausch über die "Bolognagerechte" Integration
von Praxissemestern in Bachelor-Studiengängen mit dem Projektleiter des so
genannten 3-Phasen-Konzepts, Herrn Dr.phil.Dipl.-Ing. Helmut Adelhofer von
der Hochschule Karlsruhe Technik und Wirtschaft, in Leipzig statt. An der HfT Leipzig wurde bereits im Wintersemester 2005 das Studienangebot vollständig auf das neue zweistufige Studiensystem mit den Abschlüssen Bachelor und Master in den Studiengängen der Informations- und Kommunikationstechnik umgestellt. Das neue Studienangebot wurde auch bereits erfolgreich durch die Agentur ASIIN akkreditiert.
Es galt dabei, im Ergebnis intensiver Diskussionen, das für Fachhochschulen
profilbildende Alleinstellungsmerkmal und bewährte berufspraktische Semester auch in den neuen sechssemestrigen Bachelor-Studiengang sinnvoll zu integrieren und den Ablauf effektiv zu gestalten.
Dazu war es notwendig, die Inhalte bisheriger studentischer Einsätze in Unternehmen der Telekommunikationsbranche stärker in die Verantwortung der Hochschule zu übernehmen, fachliche Inhalte mit den Bildungszielen eines Studiums zu verbinden und die Bewertung dieses Studienabschnitts zwecks Vergabe von Kreditpunkten nach dem europäischen ECTS- Bewertungssystem zu gewährleisten.
Hochschullehrer der HfT Leipzig sind seit Jahren aktiv in der Internationalen Gesellschaft für Ingenieurpädagogik (IGIP) tätig und diskutieren didaktische Methoden für eine erfolgreiche Ingenieurausbildung an Hochschulen. Dabei kamen sie in Kontakt mit Herrn Dr. Adelhofer, der das Problem der Gestaltung und Beurteilung der individuellen studentischen
Leistung in Praxissemestern in Bachelor- Studiengängen im Rahmen eines Förderprojektes des Ministeriums für Wissenschaft, Forschung und Kunst, Stuttgart, in der Geschäftsstelle der Studienkommission für Hochschuldidaktik an Fachhochschulen in Baden-Württemberg wissenschaftlich untersucht und das Ergebnis den dortigen 23 Hochschulen des
Bundeslandes vorgestellt hat.
Abgeleitet aus den aktuellen Anforderungen der Akkreditierungsagenturen entstand das neu entwickelte modularisierte 3-Phasen-Konzept, in dem die Begleitung der Hochschule im Praxismodul über eine gezielte Vorbereitung der Studierenden, curriculums-konforme Festlegung des Arbeitsthemas, die qualifizierte Betreuung durch Hochschule und Unternehmen, sowie ein mehrstufiges Evaluationsverfahren (Praktikantenzeugnis, Praxisbericht und Kolloquium) sichergestellt wird. Damit ist es möglich, den Studierenden
erstmalig Stärken und Bereiche für Verbesserung aufzuzeigen, an denen Sie noch vor Ende ihres Studiums arbeiten und damit ihre Berufsbefähigung (employability) für den Eintritt in das Berufsleben optimieren können.
An der HfT bestehen langjährige Erfahrungen mit der Betreuung, Durchführung und Bewertung des berufspraktischen Semesters in den ehemaligen Diplomstudiengängen, so dass nahtlos wesentliche Elemente des 3-Phasen-Konzeptes in das sechste Semester der
Bachelor - Studiengänge integriert werden können.
In dem Workshop entstanden wertvolle Anregungen für eine detaillierte Ablaufplanung dieses wichtigen Studienabschnittes. Durch die gemeinsame Verantwortung von Hochschule und Unternehmen für das Praxismodul können den Studierenden neben der fachlichen Bewährung auch Elemente der heute unverzichtbaren Schlüsselqualifikationen (soziale Kompetenz) im realen Umfeld eines Betriebes deutlich gemacht werden. Ein weitere Vorteil besteht darin, dass die Studierenden mit den Erfahrungen ihres Praxiseinsatzes das
mögliche Thema für ihre Abschlussarbeit unmittelbar ableiten und dies entweder im Unternehmen, an der Hochschule oder an ausländischen Partnereinrichtungen bearbeiten können.
Die Teilnehmer des Workshops waren sich einig, dass man mit den vorgestellten Projektergebnissen, wie sie sich nach nunmehr 5 Semestern erfolgreicher Erprobung an der Fakultät Maschinenbau der Hochschule Karlsruhe- Technik und Wirtschaft darstellen, eine fundierte Qualifikation der Studierenden im Studienabschnitt Praxismodul erreichen kann,
und dass das vorgestellte 3-Phasen-Konzept an der HfT unter Berücksichtigung lokaler Gegebenheiten aufgegriffen werden sollte.

Die Hochschule für Telekommunikation Leipzig ist eine staatlich anerkannte Fachhochschule in Trägerschaft der Deutschen Telekom. Sie bildet in den Studiengängen Nachrichtentechnik, Telekommunikationsinformatik sowie Informations- und Kommunikationstechnik aus. Momentan sind knapp 500 Studierende an der HfT Leipzig eingeschrieben.

Ansprechpartner zu Inhalten des Artikels/ Themas ist an der HfT Leipzig Herr Prof. Dr. Ing. Detlef Schlayer.
Weitere Informationen: http://www.hft-leipzig.de
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