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Neue Wege in der Transplantationsmedizin

21.02.2007 - (idw) Friedrich-Schiller-Universität Jena

Symposium des Universitätsklinikums Jena thematisiert Umgang mit Organmangel / Ministerpräsident Althaus eröffnet Tagung am 24. Februar Jena. Wie kaum ein anderer Bereich der modernen Medizin hat sich die Transplantationsmedizin in kurzer Zeit zu einem zentralen Bestandteil ärztlicher Heilkunst entwickelt. In nur wenigen Jahren - erst seit etwa 20 Jahren wird routinemäßig transplantiert - hat sich nicht nur die Erfolgsquote von Organverpflanzungen deutlich erhöht. Damit ist auch der Bedarf an den lebensrettenden Operationen dramatisch gestiegen. "Heute ist der Mangel an geeigneten Spenderorganen daher das zentrale Problem der Transplantationsmedizin", beschreibt PD Dr. Arno Kornberg, Chirurg am Universitätsklinikum Jena, die aktuelle Situation. "Unsere Hauptaufgabe ist es diesen Mangel durch eine verstärkte Werbung für die Organspende zu lindern und durch die Entwicklung neuer medizinischer Methoden und Ansätze Alternativen zu schaffen."

Diese neuen Aufgaben der Transplantationsmedizin sind das Thema des 2. Jenaer Transplantationssymposiums, das am 24. Februar unter der Leitung des Universitätsklinikums Jena stattfindet. "Wir Mediziner können das Dilemma der zu langen Wartelisten aber nicht allein lösen", sagt dazu Prof. Dr. Utz Settmacher, Direktor der Klinik für Allgemein-, Viszeral- und Gefäßchirurgie am UKJ, "wir brauchen hier die Gesellschaft und die Unterstützung der Politik." Daher sei es besonders erfreulich, dass Ministerpräsident Dieter Althaus das Jenaer Symposium eröffnen wird.

"Hinsichtlich der Bereitschaft zu einer Organspende liegt Deutschland im europäischen Vergleich in der unteren Hälfte", so Kornberg. Allein in Jena stehen aktuell über 500 Patienten auf den Wartelisten der Transplanteure, davon warten allein 320 auf eine neue Niere und 80 Patienten auf eine neue Leber. "Hier zeigt sich auch die Dringlichkeit, mit der wir neue Wege in der Transplantationsmedizin gehen müssen", erklärt der Chirurg. Einer davon sei die verstärkte Nutzung der Möglichkeiten einer Lebendorganspende, die gerade im Falle der Leber- und Nierentransplantation sehr gut möglich ist, wie Nierentransplanteur Prof. Dr. Jörg Schubert ausführt. "Bei anderen Organen wie dem Herzen haben wir diese Chance nicht", ergänzt Prof. Dr. Jan Gummert, Direktor der Klinik für Herz- und Thoraxchirurgie, "hier müssen wir unsere Bemühungen um die Entwicklung künstlicher Organersatzsysteme verstärken".

Bisher sind künstliche Herzen oder Nieren aber keine langfristige Lösung und bieten den Erkrankten sehr viel weniger Überlebenschancen als eine Organtransplantation. Andere Möglichkeiten werden durch den der Zell- und Gewebeersatz erprobt, die für die Hornhaut- und Knochenmarktransplantation auch in Jena bereits klinische Routine geworden sind. Kornberg: "Erste, inzwischen vorliegende Langzeit-Daten zeigen, dass bei adäquater Indikationsstellung über 70 Prozent der Patienten mit einem neuen Organ auch 10 Jahre nach einer Transplantation sich noch guter Gesundheit erfreuen."

Angesichts des Organmangels sehen sich die Mediziner stark in der Verantwortung, die Empfänger einer Transplantation auch psychologisch gründlich vorzubereiten und so weit zu schulen, dass diese möglichst lange von dem neuen Organ profitieren können. Auch das ist ein Aufgabenfeld, dem wir uns in Zukunft noch intensiver stellen müssen", betont Kornberg. "Wir sind es den Menschen auf unseren Wartelisten schuldig, dass diejenigen, die ein Spenderorgan erhalten haben, sich ihrer damit verbundenen Verantwortung bewusst sind und mit dem geschenkten neuen Leben pfleglich umgehen."


24. Februar 2007, 9:00 Uhr bis 14:00 Uhr
2. Jenaer Transplantationssymposium
Planetarium Jena

Ansprechpartner:
PD Dr. Arno Kornberg
Klinik für Allgemein-, Viszeral- und Gefäßchirurgie, Universitätsklinikum Jena
Tel. 03641 / 9 32 26 01
E-Mail: Arno.Kornberg@med.uni-jena.de

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