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Eisige Seen

26.02.2007 - (idw) Bayerische Akademie der Wissenschaften

Bayerischen Akademie der Wissenschaften beteiligt sich während des Internationalen Polarjahres an der Forschung über subglazialen Seen. Am 1. März beginnt das Internationale Polarjahr. Während zweier Jahre werden Forscher aus über 60 Nationen in gemeinsamen Projekten die Polargebiete eingehend zu untersuchen. Speziell im Hinblick auf die Diskussion um die Klimaänderung kommt den Polargebieten eine besondere Bedeutung zu. Das Abschmelzen der großen Eismassen in Grönland und der Ant-arktis könnten zu gewaltigen Veränderungen der Lebensbedingungen auf der Erde führen.

Unter dem riesigen Eisschild der Ostantarktis wurden in den letzten Jahren mehr als 150 subglaziale Seen entdeckt, die teilweise eine bedeutende Größe erreichen. Dabei sind erst vor kurzem neue Seen entdeckt worden, die den Beginn ausgedehnter Eisströme kennzeichnen und vermutlich deren Dynamik stark beeinflussen (Bell et al., Nature, 445, 22. Feb. 2007). Solche Eisströme transportieren einen erheblichen Teil des Eises aus dem Innern der Antarktis an die Küste.

Die Kommission für Glaziologie and der Bayerischen Akademie der Wissenschaften beteiligt sich in einem Projekt des Internationalen Polarjahres (SALE-UNITED, http://www.polarjahr.de/Forschungsprojekte.26.0.html) an der Erforschung des größten subglazialen Sees, dem Wostok See, in der Antarktis. Dieser See ist etwa 32mal so groß wie der Bodensee und erreicht eine Wassertiefe von über 900m. Sehr wahrscheinlich ist der See schon seit vielen Millionen Jahren von der Außenwelt abgeschnitten und besitzt vermutlich ein eigenes, hoch spezialisiertes Ökosystem. An der Kommission für Glaziologie werden die Zirkulationsverhältnisse im See und damit auch die speziellen Umweltbedingungen untersucht. In großen Bereichen des Sees wird der Eispanzer darüber abgeschmolzen, während in anderen Regionen auch neues Eis gebildet wird. Die Veränderungen dieses Systems, die historische Entwicklung des Sees und die Auswirkung des subglazialen Wasser bilden den Schwerpunkt dieses Forschungsprojektes.

Weitere Informationen bei Dr. Christoph Mayer, Kommission für Glaziologie der Bayerischen Akademie der Wissenschaften, Tel.: 089/23031-1260,
E-Mail Christoph.Mayer@lrz.badw-muenchen.de

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