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Wachstum als Tugend, Wachstum als Sünde. Aufbruch in die Moderne: Die veränderte Sicht auf die Ökonomie

27.02.2007 - (idw) FernUniversität in Hagen

Im März 2007 veranstaltet die Europäische Gesellschaft für frühneuzeitliche Philosophie e.V. ESEMP ihren Ersten Internationalen Kongress. Sie unternimmt mit dem Kongress "Aufbruch ins Moderne Europa - Philosophie zwischen 1400 und 1700" eine Gesamtschau auf kulturelle Fundamente unserer europäischen Identität.
"Der Blick auf wirtschaftliche Prozesse hat sich in der Frühen Neuzeit deutlich verändert", erläutert FernUniversitäts-Professor Dr. Hubertus Busche, an dessen Lehrgebiet Praktische Philosophie die ESEMP ihren Sitz hat. "Galten im Mittelalter Geiz und Geldgier als schwere Sünden, sieht man das Streben nach Wohlstand nun erstmals auch als Motor für wirtschaftliche und gesellschaftliche Modernisierung." Im März 2007 veranstaltet die Europäische Gesellschaft für frühneuzeitliche Philosophie e.V. ESEMP ihren Ersten Internationalen Kongress. Sie unternimmt mit dem Kongress "Aufbruch ins Moderne Europa - Philosophie zwischen 1400 und 1700" eine Gesamtschau auf kulturelle Fundamente unserer europäischen Identität und schafft eine Vernetzung der Forschung zur Frühen Neuzeit. Der Kongress, der in Zusammenarbeit mit dem Kulturwissenschaftlichen Institut (KWI) Essen vorbereitet wird, untersucht Weichenstellungen in die moderne Welt, die von der zeitgenössischen Philosophie reflektiert wurden. Wissenschaftler aus ganz Europa sind als Referenten und Gäste dabei.

Das erste Kongresspanel trägt den Titel "Die Entdeckung der Ökonomie als eines Motors gesellschaftlichen Fortschritts - Von den Florentiner Stadtbürgerhumanisten über die protestantische Ethik bis zu Mandeville". Die Sektionsleitung liegt bei Prof. Dr. Lars Magnusson (Uppsala).

"Der Blick auf wirtschaftliche Prozesse hat sich in der Frühen Neuzeit deutlich verändert", erläutert FernUniversitäts-Professor Dr. Hubertus Busche, an dessen Lehrgebiet Praktische Philosophie die ESEMP ihren Sitz hat. "Galten im Mittelalter Geiz und Geldgier als schwere Sünden, sieht man das Streben nach Wohlstand nun erstmals auch als Motor für wirtschaftliche und gesellschaftliche Modernisierung."

Im Mittelalter bestimmten Zunftwesen und mönchisches Armutsideal die wirtschaftliche Ordnung. Doch schon das Mäzenatentum reicher Florentiner Bürger zeigt eine Veränderung: Ihr harter wirtschaftlicher Wachstumskurs, ihr Fleiß, Umsatz und Wohlstand zu erzeugen, wurden akzeptierte Nebeneffekte einer guten Wirtschafts- und Gesellschaftsordnung. Ihr Reichtum erzeugte Neid - doch er ermöglichte auch segensreiche Investitionen in öffentliche Projekte.

Bis heute bleibt die Diskussion privaten Reichtums ambivalent. Sie schwankt zwischen protestantischer Arbeits- und Verzichtsethik, Wachstumsglaube und purem Neid auf zur Schau gestellten Wohlstand. Manager gelten als gierig, Investoren als Heuschrecken - vor allem, wenn sie Arbeitsplätze abbauen. Unternehmen antworten, indem sie die Kultur fördern und Stiftungen gründen: Sie demonstrieren, dass ihr Profit auch den öffentlichen Wohlstand steigert. Der Debatte entkommen sie doch nicht.

Fundamente dieses Konflikts beleuchtet der Kongress "Aufbruch ins Moderne Europa".

Aufbruch ins moderne Europa - Philosophie zwischen 1400 und 1700
26.-30. März 2007, Haus der Technik, Hollestraße 1, 45127 Essen

Schirmherr ist der Minister für Innovation, Wissenschaft, Forschung und Technologie des Landes Nordrhein-Westfalen, Prof. Dr. Andreas Pinkwart. Der Kongress wird gefördert von der Deutschen Forschungsgemeinschaft (DFG), Thalia, der WAZ-Mediengruppe und der Gesellschaft der Freunde der FernUniversität e.V.

Weitere Informationen:
FernUniversität in Hagen
Prof. Dr. Hubertus Busche
Telefon 02331-987-2150
E-Mail hubertus.busche@fernuni-hagen.de

ESEMP Kongressbüro
Institut für Philosophie
Universitätsstraße 41
58084 Hagen
E-Mail kongress2007-esemp@fernuni-hagen.de
www.kongress.esemp.de


Stabsstelle Kommunikation
Anemone Schlich - Pressereferentin
Tel. 02331/987-2421
E-Mail anemone.schlich@fernuni-hagen.de

Wir schicken Ihnen gern weitere Ankündigungen einzelner Kongress-Panels und -Workshops und vermitteln Ansprechpartner und Experten.

Aufbereitete Themen:
Die Geburt des Nationalstaats: Die Freiheit im neutralen Staat
Der Mensch und die Macht: Die Entdeckung der Individualität
Anspruch und Realität der Wissenschaft: Empirische Forschung in der Frühen Neuzeit
Europäer in China und Südamerika: Eine Außensicht auf unseren Kontinent

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