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Wenn die Erde sich auftut

28.02.2007 - (idw) Technische Fachhochschule Georg Agricola

16. Ingenieurgeologische Tagung an der Technischen Fachhochschule Georg Agricola; Polen ist Partnerland Bochum, den 28. Februar 2007 - Die 16. Tagung für Ingenieurgeologie steht ganz im Zeichen des Themas "Industrieregionen". Deutsche und internationale Wissenschaftler diskutieren vom 7. bis 10. März an der Technischen Fachhochschule Georg Agricola über Energiegewinnung, Bergbaufolgeschäden, Baugrunduntersuchungen und Tunnelbau. Dabei hat Nordrhein-Westfalen als industrielles Ballungszentrum und Energieland Nummer 1 einen besonderen Stellenwert. Veranstaltet wird die Tagung von der Fachsektion Ingenieurgeologie der Deutschen Gesellschaft für Geotechnik e. V. und der Deutschen Gesellschaft für Geowissenschaften e. V. in Kooperation mit der Partnerregion Südpolnisches Bergbaurevier. Die Deutsche Steinkohle AG ist Schirmherr der Veranstaltung.
Die Tagung startet offiziell mit einem öffentlichen Vortrag am Donnerstag, dem 8. März, um 18.00 Uhr im Deutschen Bergbau-Museum. Unter dem Titel "Wenn die Erde sich auftut" werden aktuelle Probleme von Tagesbrüchen in Nordrhein-Westfalen behandelt. Der Vortrag ist kostenlos, die Öffentlichkeit ist herzlich eingeladen.
Bereits am Vormittag wartet die Tagung schon mit einem prominenten Gast auf: Axel Schäfer, Mitglied des Deutschen Bundestags und europapolitischer Sprecher der SPD, wird die Tagung um 9.00 Uhr im großen Vortragssaal des Bergbaumuseums mit einem Beitrag über die EU Ratspräsidentschaft eröffnen.
Der Mittwoch steht ganz im Zeichen deutscher und polnischer Nachwuchswissenschaftler. Das "Forum Junge Ingenieurgeologen" präsentiert ab 13.30 Uhr im Hörsaal 218 der Technischen Fachhochschule aktuelle Ergebnisse aus Diplom- und Doktorarbeiten. Hervorragende junge Wissenschaftler werden mit einem Preis der Fachsektion Ingenieurgeologie ausgezeichnet.
Rohstoffe, Geothermie und Tunnelbau - das sind drei der zehn Themenblöcke, die am Donnerstag und Freitag an der Technischen Fachhochschule diskutiert werden. Der Themenblock "Rohstoffe" am Freitag, 9. März, um 9.00 Uhr im Hörsaal 218 befasst sich wie der Eröffnungsvortrag mit Gefahren und Chancen des Bodens. In Nordrhein-Westfalen treten immer wieder Erdbeben auf, die zu Schäden an Gebäuden führen können. Die Region an Rhein und Ruhr, vor allem das östliche Ruhrgebiet, ist zudem von starken Methangasausströmungen betroffen, die in Kontakt mit Sauerstoff explosiv wirken können. Außerdem hinterließ der frühe Bergbau so genannte Tagesbrüche - Einstürze der Bodenoberfläche um mehrere Meter in die Tiefe. Prominentestes Beispiel der Vergangenheit ist Bochum-Höntrop. Im Januar 2000 stürzte in einer Wohnhaussiedlung die Erdoberfläche ein und hinterließ einen Krater von rund zwanzig Metern Tiefe - eine Folge von Bergarbeiten in dem 1906 stillgelegten Bergwerk Maria Anna und Steinbank. Um diesen Gefahren frühzeitig auf die Spur zu kommen entwickelte der Geologische Dienst Nordrhein-Westfalen ein web-basiertes Geoinformationssystem, das Bürgern Auskunft gibt zu Erdbeben, Methanausgasungen oder Bergbaufolgeschäden. Ein EDV-gestütztes digitales Bergbauinformationssystem der Landesregierung Nordrhein-Westfalen erkundet außerdem Altbergbaugebiete. Es erfasst sämtliche Fachdaten über den frühen Bergbau und hilft, betroffene Gebiete bereits vor Auftreten eines Schadens zu sichern. 21.000 Informationen zu Schächten, 9.200 Ergänzungsdaten und ein Zusatzprogramm zur selektiven Abfrage von Fachdaten sind in dem System enthalten.
Im Themenblock "Geothermie" am Freitag, 9. März, um 11.00 Uhr im Hörsaal 119 geht es vor allem um die Gewinnung regenerativer Energien. Als noch recht junge Technologie tritt in jüngster Zeit die Gewinnung von Erdwärme - die so genannte Geothermie - aus dem Schatten von Wind- und Sonnenenergie hervor. Anders als diese beiden Energiequellen ist sie unabhängig von klimatischen Bedingungen und damit durchgängig verfügbar. Sie kann sowohl Wärme- als auch Stromlieferant sein. Ein Verfahren zur Gewinnung dieser Energiequelle ist das so genannte Hot-Dry-Rock-Verfahren, das die Ruhr-Universität Bochum auf der Tagung vorstellt. Im Projekt PROMETHEUS der Universität wird geothermische Energie aus heißen Tiefengesteinen gewonnen und soll in ein vorhandenes Fernwärmenetz eingespeist werden, um Universität, Fachhochschule und die benachbarte Universitätswohnstadt zu versorgen.
Im Themenblock "Tunnelbau" am Freitagnachmittag geht es unter anderem um die Sanierung eines historischen Eisenbahntunnels aus dem Jahr 1878 - eine ingenieurgeologische Herausforderung für die Ingenieurgesellschaft Dr. Spang, die mit der Sanierung beauftragt ist.

Rund 200 Gäste erwartet die Technische Fachhochschule Georg Agricola zu der dreitägigen Bochumer Tagung, die neben zahlreichen Vorträgen auch eine Fachausstellung präsentieren wird. Die Ingenieurgeologische Tagung wird alle zwei Jahre von der Fachsektion Ingenieurgeologie veranstaltet und in diesem Jahr erstmalig von der Technischen Fachhochschule Georg Agricola ausgerichtet. Die Veranstaltung wird von zahlreichen Firmen und Verbänden der Region unterstützt.
Weitere Informationen: http://inggeo.tfh-bochum.de
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