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Erklärung der kommissarischen Hochschulleitung, der Dekane und Senatsmitglieder der Hochschule Reutlingen

28.02.2007 - (idw) Hochschule Reutlingen

In den letzten Wochen hat es große Spannungen zwischen dem Präsidenten einerseits und den Leitungsgremien der Hochschule Reutlingen- Vizepräsidenten, Verwaltungsdirektorin, Senat und Dekanen - andererseits über die Führung und die weitere Strategie der Hochschule gegeben. Diese für alle Mitglieder der Hochschule sehr belastende Zeit ist mit dem am Freitag, den 23.02.2007, erfolgten Rücktritt des Präsidenten, Dr. Wolfgang Hiller, beendet. Wir wünschen Herrn Hiller für seine neue Aufgabe als Sonderbeauftragter der Hochschule Tuttlingen alles Gute.

Die kommissarische Leitung, bestehend aus den Dekanen Prof. Dr. Peter Nieß, Prof. Dr. Bernard Maciejewski und Prof. Dr. Manuchehr Parvizinia, übernimmt ab Montag, den 26.02.2007, zusammen mit Verwaltungsdirektorin Paula Mattes auf Wunsch des Hochschulrats die Leitung der Hochschule Reutlingen bis zur Einsetzung des neu zu wählenden Präsidenten. Die kommissarische Leitung sieht ihre wichtigste Aufgabe in der Wiederherstellung der Handlungsfähigkeit der Hochschule auf allen Entscheidungsebenen. Sie wird diese Aufgabe in enger Abstimmung mit dem Senat und den Dekanen der Hochschule wahrnehmen.

Wir - die kommissarische Leitung, die Senatsmitglieder und die Dekane - bedauern sehr, dass man in den letzten Wochen nur aus der Presse Informationen über die Vorgänge an der Hochschule erhielt. Wir bitten um Verständnis, dass wir durch gesetzliche Bestimmungen und durch die Vorgaben von Hochschulrat und Ministerium zum Schweigen verpflichtet waren. Es ist uns sehr schwer gefallen, zu Veröffentlichungen zu schweigen, in denen u.a. von einem Kampf von Visionären gegen Besitzstandswahrer oder von Leistungsträgern gegen Bedenkenträger die Rede war. Es war nicht immer leicht, nicht öffentlich zu widersprechen, wenn die Presse davon sprach, dass Senat und Dekane nicht der Internationalisierungsstrategie des Präsidenten folgen wollten.
Wir möchten an dieser Stelle betonen: Im Ziel der Fortsetzung der Internationalisierung der Hochschule sind wir alle, die wir an der Hochschule Verantwortung tragen, einig. Wir verstehen unter Internationalisierung die Aufnahme von Kooperationen mit international renommierten ausländischen Hochschulen, die Vereinbarung eines Austauschs von Studierenden und von Professoren bis hin zur Aufnahme von Austauschprogrammen und integrierten Studiengängen mit doppeltem Abschluss. Diese Art von Internationalisierung haben die Hochschule Reutlingen und ihre Fakultäten seit vielen Jahren mit großem Erfolg vorangetrieben. Sie hat das hohe Ansehen der Hochschule begründet und dazu geführt, dass wir in vielen Merkmalen - wie Anzahl ausländischer Studierender auf dem Campus oder Zahl von Reutlinger Studierender an ausländischen Hochschulen - in Bezug auf Internationalisierung in Deutschland an vorderster Stelle rangieren.

Die in letzter Zeit vom zurückgetretenen Präsidenten verfolgte Strategie der Einrichtung von Niederlassungen der Hochschule an anderen Standorten und in anderen Ländern sehen wir dagegen nur dann als sinnvoll an, wenn klar gelegt werden kann, welchen Nutzen die Hochschule von solchen Ausgründungen hat. Als Mitglieder des Präsidiums, als Senatoren und Fakultätsvorstände erwarten wir, dass die zuständigen Hochschulgremien in die Entscheidungsfindung mit eingebunden werden. Als gute Naturwissenschaftler, Ingenieure, und Betriebswirte halten wir es für selbstverständlich, dass solche Ausgründungsprojekte sauber geplant und evaluiert werden, und dass das Projektergebnis, die notwendigen Aktivitäten und Ressourcen sowie die Finanzierung klar beschrieben und nachvollziehbar sind.

Wir legen Wert auf die Feststellung, dass der Senat der Verwaltungsdirektorin, Frau Paula Mattes, sowie den Vizepräsidenten, Daniel Simonovich und Dr. Stephan Höfer, deren Amtszeit mit dem Rücktritt des Präsidenten endet, mit überwältigender Mehrheit das Vertrauen ausgesprochen hat. Wir möchten uns ausdrücklich bei den Kollegen Simonovich und Höfer für die geleistete Arbeit bedanken und sie bitten, auch künftig für Führungsaufgaben in der Hochschule zur Verfügung zu stehen.

Wir, die kommissarische Leitung, bitten um Vertrauen für die vor uns liegende Zeit bis zur Einsetzung des neuen Präsidenten sowie um Unterstützung bei den anzugehenden Aufgaben, die keinen Aufschub dulden - wir denken hier z.B. an die Akkreditierung, die eine wichtige Voraussetzung für die Fortsetzung einer zielgerichteten Internationalisierung dieser Hochschule ist. Gemeinsam wollen wir wieder unsere Hauptaufgabe in den Fokus nehmen, nämlich die Heranbildung von Absolventen mit besten Berufschancen im In- und Ausland. Nur wenn wir weiterhin diese Aufgabe der Gegenwart mit Erfolg bewältigen, bekommen wir auch die Chance, die Zukunft der Hochschule Reutlingen zu gestalten.


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