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Toller Erfolg: Drei Projekte der Uni Bremen im Wettbewerb "Geist begeistert" des BMBF ausgezeichnet

28.02.2007 - (idw) Universität Bremen

170 Projekte von Hochschulen und Universitäten aus ganz Deutschland haben sich beim Wettbewerb "Geist begeistert" des Bundesministeriums für Bildung und Forschung zum Jahr der Geisteswissenschaften 2007 beworben. Wie die Jury des Wettbewerbs heute, am 28. Februar 2007 mitteilte, wurden nur 15 ausgezeichnet. Gleich drei Projekte der Universität Bremen konnten sich gegen die starke Konkurrenz behaupten und werden jetzt mit je 15.000 Euro prämiert. Das Preisgeld wird zur Umsetzung der Ideen eingesetzt. Die prämierten Projekte im Einzelnen:

Warum wird der Papst zum Medien-Star? Sind religiöse Jugendkulturen anders als sonstige Jugendkulturen? Ist Glauben cool? Um Fragen wie diese geht es bei religionswelten.de: die Glaubensmedienbox, eine Projektidee von Kommunikations- und Medienwissenschaftlern bzw. Religionswissenschaftlern des Fachbereichs Kulturwissenschaften der Universität Bremen. Unter Leitung von Professor Andeas Hepp wird es gemeinsam mit Studierenden des Masterstudiengangs Medienkultur sowie der Religionswissenschaft umgesetzt. Mit religionswelten.de entsteht ein Informations- und Interaktionsportal, das nicht nur im Internet verfügbar ist, sondern als mobile Glaubensmedienbox auch an Schulen und Jugendeinrichtungen kommt. Angefangen bei populären Büchern wie den Geschichten um Harry Potter, über Fernsehen bis hin zu Internet, Musik und mobilen Medien lädt es Jugendliche und junge Erwachsene ein, sich mit aktueller geisteswissenschaftlicher Forschung zur Religion in der Mediengesellschaft auseinander zu setzen. Zugleich können die Jugendlichen in der Arbeit mit der Glaubensmedienbox vor Ort kreativ und interaktiv eigene Ansichten zur Vielfalt und Widersprüchlichkeit des Themas und damit verbundenen aktuellen Konflikten und öffentlichen Debatten entwickeln. Auf Tour durch die Schulen und Jugendeinrichtungen in der Region Bremen geht die Box zu Beginn des kommenden Schuljahres. Die Inhalte sowie die Stationen der Glaubensmedienbox sind auch im Internet unter www.religionswelten.de zu finden. Kontakt: Prof. Dr. Andreas Hepp, Fachbereich Kulturwissenschaften, Tel.: (0421) 218-3046 und -2696, E-Mail: Andreas.Hepp@uni-bremen.de, www.imki.uni-bremen.de.

"Begeistert" war die Jury auch von dem Projekt "Grund der Ausweisung: Lästiger Ausländer". Die "lästigen Ausländer" der 1920er Jahre stehen im Mittelpunkt der szenischen Lesung, die von Studierenden der Universität Bremen und der Shakespeare Company entwickelt und inszeniert wird. Sie werden die Beschwerdeakten ausgewiesener Ausländer aus Bremen zum Sprechen bringen. Die Figur des "lästigen Ausländers" avancierte in der Weimarer Republik zur amtlichen Terminologie und wurde zu dem Grund der Ausweisung schlechthin. Wer oder was "lästig" war, bestimmten die Behörden: es reichten fadenscheinige Begründungen wie kriminell oder politisch oder sittlich unerwünscht. In den aktuellen Debatten über Integration von Ausländern wird die historische Dimension des Umgangs mit Fremden weitgehend oftmals ausgeblendet. Das Projekt will auf die lange, oft überhaupt nicht bekannte Tradition der Verbindung von Ausländern mit der Eigenschaft "Lästigkeit" aufmerksam machen. Unter Leitung von Dr. Eva Schöck-Quinteros werden Studierende die Bremer Akten analysieren und besonders aussagekräftige Biografien für die Aufführung von der Shakespeare Company auswählen. Dabei sollen die Perspektiven der amtlichen Entscheider und die der Betroffenen miteinander konfrontiert werden. Originell ist auch die Idee, die Inszenierung in den Schwurgerichtssaal des Landgerichts Bremen zu verlegen. Eine Kooperation zwischen Schauspielern, Justizbehörden und der Universität hat es bislang noch nicht gegeben. Kontakt: Dr. Eva Schöck-Quinteros, Fachbereich Sozialwissenschaften, Institut für Geschichtswissenschaft, Tel.: Tel.: (0421) 218 9487, E-Mail: esq@uni-bremen.de, www.geschichte.uni-bremen.de.

Das dritte prämierte Projekt beschäftigt sich mit "Märchenjurten - Feuerspuren". Im Bremer Stadtteil Gröpelingen steht in diesem Jahr das Herbstfestival unter dem Motto Feuer und Mythen. In Märchen-Jurten, Moscheen, Bibliotheken und auf öffentlichen Plätzen erzählen Bewohner des internationalen Quartiers an offenen Feuern unter professioneller Anleitung von Julia Klein (Universität Bremen) Märchen und mythische Stoffe aus ihrer Heimat in deutsch und in Originalsprache. Spektakuläre Feuershows und das "Bremen Immigrant Orchestra" verzaubern die Lindenhofstraße in einen besonderen Ort. Kontakt: Michael Nagel, Deutsche Presseforschung an der Universität Bremen, Tel.: 0421 218 3652, E-Mail nagel@uni-bremen.de


Informationen zu den Bremer Aktivitäten des Jahres der Geisteswissenschaften finden sich auf der Website www.wissenschaftsjahre-bremen.de.
Weitere Informationen: http://www.religionswelten.de http://www.imki.uni-bremen.de http://www.geschichte.uni-bremen.de http://www.wissenschaftsjahre-bremen.de
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