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Integrationsforscher trafen sich an der Uni Erfurt

01.03.2007 - (idw) Universität Erfurt

Tagungsthema "Inklusion Behinderter im Kleinen und Großen"

Vom 21. bis 23. Februar 2007 trafen sich zum 21. Mal die Integrationsforscher. Aufwendig vorbereitet und vorbildlich durchgeführt wurde diese Tagung an der Universität Erfurt von einem Team des Arbeitsbereiches Sozial- und Sonderpädagogik der Erziehungswissenschaftlichen Fakultät um Professor Dr. Rainer Benkmann. Thematisch ging es um Inklusion Behinderter im Kleinen und im Großen, wobei Inklusion, wie es bei der Sitzung am 24. Februar besprochen wurde, das Ziel aller integrativen Bemühungen ist. An den drei Tagen wagten die über 120 Teilnehmer auch einen Blick über den deutschsprachigen Tellerrand hinaus, z.B. nach Dänemark und Finnland. Nachmittags widmeten sich sechs Arbeitsgruppen der Integrationsforschung. Am Vormittag des 24. wurde dann noch ein integrationspolitisches Manifest ausformuliert und verabschiedet. Dieses Manifest dient der Gründung eines integrationspolitischen eingetragenen Vereins. Das integrationspolitische Engagement, das am 4. November 2006 in Frankfurt durch die Professoren Dr. Hans Eberwein (Berlin) und Dr. Georg Feuser (Zürich) vorbereitet wurde, soll die Integrationspädagogik mit politischer Kraft durch das 21. Jahrhundert und darüber hinaus begleiten.

Der selbst geistig behinderte Integrationsforscher Dr. Carsten Rensinghoff aus Marburg erregte auf der Tagung Aufsehen durch seine Aktion "Rent A Spasti". "Mit dieser provokanten Aktion," so Rensinghoff, "will ich die Bevölkerung für unsere Anliegen sensibilisieren. Es darf nicht sein, dass wir immer nur hübsches Beiwerk sind, sondern wir, die wir integriert werden sollen/wollen, sollen, so wir dazu qualifiziert sind, an dem Forschungsprozess teilhaben. Nur so kann Integration und schließlich Inklusion gelingen!" Da die Situation für Behinderte gegenwärtig durch Benachteiligungen gekennzeichnet ist, will Rensinghoff auch die so genannte "People First Language", eine Sprache die den Menschen vor die Behinderung stellt, auf das Schärfste vermeiden, weil er sonst die Gefahr des Vorenthalts der für Behinderte so dringend notwendigen Nachteilsausgleiche sieht.

Das war auch das kritische Credo seiner Arbeitsgruppe am 23. Februar, in der er auch der Frage nachging, ob überhaupt die richtigen Menschen Integrationsforschung betreiben - und die richtigen Menschen wären seiner Meinung nach auch die behinderten Forscher selbst.

Weitere Informationen/Kontakt:
Dr. phil. Carsten Rensinghoff
Philipps-Universität Marburg
Institut für Erziehungswissenschaft
Arbeitsbereich Sozial- und Sonderpädagogik
Schwanallee 50
35 032 Marburg
Tel.: 0 64 21/28-2 38 50
privat: 0 23 02/5 23 15

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