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Finanzbeamten den Rücken stärken: RUB-Psychologen unterstützten Projekt "Gesunde Finanzverwaltung"

06.03.2007 - (idw) Ruhr-Universität Bochum

Länger, schneller, bürgerfreundlicher, serviceorientierter sollen Finanzbeamte arbeiten, dabei werden sie durch Personalabbau immer weniger - die Folge ist Stress, der sich ein Ventil sucht: Jeder zweite Beschäftigte klagte in einer Befragung in zehn Finanzämtern im letzten November über tägliche oder mehrmals wöchentlich auftretende Rückenschmerzen. Dagegen zieht die Finanzverwaltung nun mit einem ganzheitlichen Konzept zu Felde. Unterstützt vom Lehrstuhl Arbeits- und Organisationspsychologie der Ruhr-Universität (Prof. Dr. Gabriele Elke, Prof. Dr. Bernhard Zimolong) startet am 9. März die Aktion "Gesunder Rücken". Zur Auftaktveranstaltung (ab 9.30 Uhr in der Oberfinanzdirektion Rheinland in Köln, Riehler Platz 2, 50668 Köln) unter der Schirmherrschaft von Staatssekretärin des Finanzministeriums NRW Angelika Marienfeld wird unter anderen Prof. Dr. med. Dietrich Grönemeyer über das Thema Rückengesundheit informieren. Zum Programm der Aktion gehören Vorsorgeuntersuchungen, Beratung, Bewegungs- und Coachingprogramme sowie Wiedereingliederungsmaßnahmen für Mitarbeiter, die bereits länger unter Rückenproblemen leiden. Bochum, 06.03.2007
Nr. 88

Finanzbeamten den Rücken stärken
Ganzheitliches Programm soll Rückenschmerzen verhindern
RUB-Psychologen unterstützten Projekt "Gesunde Finanzverwaltung"

Länger, schneller, bürgerfreundlicher, serviceorientierter sollen Finanzbeamte arbeiten, dabei werden sie durch Personalabbau immer weniger - die Folge ist Stress, der sich ein Ventil sucht: Jeder zweite Beschäftigte klagte in einer Befragung in zehn Finanzämtern im letzten November über tägliche oder mehrmals wöchentlich auftretende Rückenschmerzen. Dagegen zieht die Finanzverwaltung nun mit einem ganzheitlichen Konzept zu Felde. Unterstützt vom Lehrstuhl Arbeits- und Organisationspsychologie der Ruhr-Universität (Prof. Dr. Gabriele Elke, Prof. Dr. Bernhard Zimolong) startet am 9. März die Aktion "Gesunder Rücken". Zur Auftaktveranstaltung (ab 9.30 Uhr in der Oberfinanzdirektion Rheinland in Köln, Riehler Platz 2, 50668 Köln) unter der Schirmherrschaft von Staatssekretärin des Finanzministeriums NRW Angelika Marienfeld wird unter anderen Prof. Dr. med. Dietrich Grönemeyer über das Thema Rückengesundheit informieren. Zum Programm der Aktion gehören Vorsorgeuntersuchungen, Beratung, Bewegungs- und Coachingprogramme sowie Wiedereingliederungsmaßnahmen für Mitarbeiter, die bereits länger unter Rückenproblemen leiden.

Falscher Umgang mit Schmerzen verlängert das Leiden

Die Ursachen von Rückenbeschwerden sind vielfältig. In 80 bis 90 Prozent aller Fälle von Rückenschmerzen sind die Beschwerden unspezifisch, das heißt es kann kein klarer medizinischer Befund festgestellt werden. "Vielmehr beeinflusst eine Vielzahl von Risikofaktoren das Auftreten und den weiteren Verlauf von Rückenbeschwerden, wie beispielsweise einseitige Tätigkeiten, längere Anspannungen, Stress, Arbeitsunzufriedenheit, geringe oder einseitige Bewegung und Belastung", erklärt Prof. Zimolong. "Falsche Schmerzbehandlung sowohl von medizinischer Seite als auch falscher persönlicher Umgang mit Schmerzen verlängern die Schmerzepisoden." Folgerichtig setzen die Maßnahmen zur Prävention von Rückenbeschwerden an verschiedenen Stellen an.

Vorsorge-Check und Vorbeugungsmaßnahmen

Der neu entwickelte Vorsorge-Check "Gesunder Rücken", der vom Lehrstuhl Arbeits- und Organisationspsychologie und dem sozialmedizinischen Institut der Universität Lübeck in Zusammenarbeit mit dem Institut für Gesundheitsbildung der RAG BILDUNG GmbH entwickelt wurde, testet ein breites Spektrum an unterschiedlichen Risikofaktoren. Untersucht und gemessen werden körperliche Faktoren, aber auch Schmerzverarbeitung, Lebensstil und Fitness mittels eines computergestützten Rückenfragebogens. Die Beschäftigten erhalten am Ende der Untersuchung ein persönliches Rückenprofil, das ihnen über die Stärken und Schwächen ihrer Rückengesundheit Auskunft gibt und Empfehlungen enthält, wie sie die Gesundheit ihres Rückens erhalten oder verbessern können. Bei den Präventionsmaßnahmen kommt es besonders auf die Eigeninitiative der Beschäftigten an. Sie wird durch Präventionsangebote der einzelnen Finanzämter wie "Nordic Walking", "Gesunde Mittagspause" und von Gesundheitsdienstleistern aus der Region wie Sportvereinen, Fitness- und Rückenzentren unterstützt. Spezifische Beratungs- und Trainingsprogramme werden für Beschäftigte angeboten, bei denen die Gefahr besteht, dass die Rückenbeschwerden chronisch werden könnten. Alle Beschäftigten haben darüber hinaus die Möglichkeit, sich im Intranet "Gesunde Finanzverwaltung" über Angebote und Fragen der Rückengesundheit zu informieren, ihre Erfahrungen auszutauschen oder sich gezielt Unterstützung zu holen, damit sie es ihnen gelingt, ihre guten Vorsätze im Alltag umzusetzen.

Neun Pilotfinanzämter nehmen teil

Die "Aktion: Gesunder Rücken" ist Teil des Projekts "Gesunde Finanzverwaltung", das 2005 in Kooperation mit dem Lehrstuhl für Arbeits- und Organisationspsychologie (Prof. Dr. Bernhard Zimolong, Prof. Dr. Gabriele Elke) startete. In neun Pilotfinanzämtern mit über 2.000 Beschäftigten werden Ansätze entwickelt und erprobt, wie Gesundheitsförderung und eine gesundheitliche Eigenvorsorge langfristig in den Arbeitsalltag im Finanzamt integriert werden können. Die Erfahrungen sollen ab 2008 auf weitere Finanzämter in der Oberfinanzdirektion Rheinland übertragen werden. Das ganzheitliche Konzept der Gesundheitsförderung baut auf den internationalen Ergebnissen sowie den eigenen umfangreichen Erfahrungen des Lehrstuhls zum Gesundheitsmanagement auf. So wurden beispielsweise für den Bergbau, für Produktionsunternehmen und für Krankenhäuser Managementkonzepte zur Arbeitssicherheit und Gesundheit entwickelt, umgesetzt und evaluiert. Ebenfalls vom Lehrstuhl wurde die bislang einzige Untersuchung zum Sicherheits- und Gesundheitsmanagement von Spitzenunternehmen in der chemischen Industrie durchgeführt. Das Projekt "Gesunde Finanzverwaltung" wird unterstützt durch die Landesunfallkasse und ein dreijähriges Forschungsvorhaben des Bundesministeriums für Bildung und Forschung. Daran beteiligt ist die Arbeitseinheit Arbeits- und Organisationspsychologie der Bergischen Universität Wuppertal (Prof. Wieland).


Weitere Informationen

Prof. Dr. Bernhard Zimolong, Lehrstuhl Arbeits- und Organisationspsychologie der Ruhr-Universität-Bochum, 44780 Bochum, Tel. 0234/32-28607, Fax: 0234/32-14262, E-Mail: cs@auo.psy.ruhr-uni-bochum.de, Internet: http://www.auo.psy.ruhr-uni-bochum.de
Weitere Informationen: http://www.auo.psy.ruhr-uni-bochum.de
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