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Neurowissenschaftler belegen: Gedächtnisbildung wird durch Gedächtnisreaktivierung im Tiefschlaf gefördert

09.03.2007 - (idw) Universitätsklinikum Hamburg-Eppendorf

Warum Schlaf die Gedächtnisbildung fördert - dieser Frage sind jetzt Neurowissenschaftler der Universität Lübeck und des Universitätsklinikums Hamburg-Eppendorf (UKE) nachgegangen. Ihre Forschungsergebnisse werden heute in der international renommierten Fachzeitschrift "Science" veröffentlicht.

Dipl.-Psych. Björn Rasch, Dipl.-Psych. Steffen Gais und Prof. Dr. Jan Born (Lübeck) sowie Prof. Dr. Christian Büchel (Hamburg) liefern mit ihrer Studie einen Beleg dafür, dass unbewusste Reaktivierungen der Gedächtnisinhalte während des Tiefschlafs die Gedächtnisbildung fördern.

Dazu ließ das norddeutsche Forscherteam 18 gesunde Versuchspersonen im Institut für Neuroendokrinologie der Universität Lübeck die Position von Bildpaaren lernen, ähnlich wie in dem Spiel "Memory®". Während des Spiels wurde den Probanden Rosenduft dargeboten. Wenn in der darauffolgenden Nacht während des Tiefschlafs dieser Rosenduft erneut dargeboten wurde, erinnerten die Probanden am nächsten Tag deutlich mehr Bildpaare (97 Prozent) als nach einer Nacht ohne Rosenduft (86 Prozent). Der Rosenduft hatte im Schlaf die Erinnerung an das Spiel "reaktiviert" und damit die Gedächtnisbildung verstärkt. Wurde in einem Kontrollexperiment der Duft beim Lernen weggelassen, hatte Rosenduft im Schlaf keine Auswirkungen auf das Gedächtnis. Weitere Kontrollstudien belegten, dass die durch die Duftpräsentation hervorgerufene Reaktivierung der Lerninhalte nur im Tiefschlaf wirksam ist.

Das Forscherteam untersuchte auch die Hirnaktivität während der Gedächtnisreaktivierungen durch den Duft. Zu diesem Zweck wurden die Versuchsteilnehmer am Institut für Systemische Neurowissenschaften des UKE während einer Übernachtung im Kernspintomographen des Bildgebungszentrums "NeuroImage Nord" untersucht. Wenn der beim Spiel applizierte Rosenduft im Tiefschlaf erneut dargeboten wurde, führte dies zu einer überraschend deutlichen Aktivierung des Hippocampus, einer Hirnstruktur, die für die Speicherung der Bildpaare des Spiels entscheidend ist.

Informationen bei: Prof. Dr. Christian Büchel, Tel.: 040/42803-4726

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