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Verzicht auf Atomwaffen: 50 Jahre "Göttinger Erklärung"

09.03.2007 - (idw) Georg-August-Universität Göttingen

18 deutsche Atomwissenschaftler, unter ihnen Otto Hahn, Carl Friedrich von Weizsäcker und Werner Heisenberg, unterzeichneten 1957 eine Erklärung, in der sie von Göttingen aus zu einem Verzicht auf Atomwaffen aufforderten. Auslöser war die heftige Debatte um die Pläne einer atomaren Bewaffnung der Bundeswehr, die die Wissenschaftler "mit tiefer Sorge" erfüllte. Am 12. April 2007 jährt sich die Unterzeichnung dieses Manifests, das unter dem Namen "Göttinger Erklärung" bekannt geworden ist, zum 50. Mal. Aus diesem Anlass laden die Georg-August-Universität und die Deutsche Physikalische Gesellschaft (DPG) an diesem Tag zu einer öffentlichen Gedenkveranstaltung ein. Die Georgia Augusta und die DPG haben dafür drei renommierte Gastreferenten gewonnen. Pressemitteilung
Göttingen, 9. März 2007 / Nr. 67/2007

Verzicht auf Atomwaffen: 50 Jahre "Göttinger Erklärung"
Gemeinsame Veranstaltung mit der Deutschen Physikalischen Gesellschaft

(pug) 18 deutsche Atomwissenschaftler, unter ihnen Otto Hahn, Carl Friedrich von Weizsäcker und Werner Heisenberg, unterzeichneten 1957 eine Erklärung, in der sie von Göttingen aus zu einem Verzicht auf Atomwaffen aufforderten. Auslöser war die heftige Debatte um die Pläne einer atomaren Bewaffnung der Bundeswehr, die die Wissenschaftler "mit tiefer Sorge" erfüllte. Am 12. April 2007 jährt sich die Unterzeichnung dieses Manifests, das unter dem Namen "Göttinger Erklärung" bekannt geworden ist, zum 50. Mal. Aus diesem Anlass laden die Georg-August-Universität und die Deutsche Physikalische Gesellschaft (DPG) an diesem Tag zu einer öffentlichen Gedenkveranstaltung ein. Die Georgia Augusta und die DPG haben dafür drei renommierte Gastreferenten gewonnen.

Der Präsident der Universität Göttingen, Prof. Dr. Kurt von Figura, und der Präsident der Deutschen Physikalischen Gesellschaft, Prof. Dr. Eberhard Umbach, werden die Veranstaltung eröffnen. Anschließend spricht Dr. Arne Schirrmacher vom Forschungsinstitut für Technik- und Wissenschaftsgeschichte des Deutschen Museums (München) über "Die Göttinger Erklärung als Zäsur im Verhältnis von Wissenschaft und Politik in der Bundesrepublik". Mit der Frage "Was müsste eine Göttinger Erklärung heute fordern" setzt sich Prof. Dr. Martin Kalinowski vom Carl Friedrich von Weizsäcker-Zentrum für Naturwissenschaft und Friedensforschung der Universität Hamburg auseinander. Die Festrede zum Thema "Nukleartechnologie und Nichtverbreitung von Kernwaffen" hält Botschafter Peter Gottwald. Der Ständige Vertreter der Bundesrepublik Deutschland bei der Internationalen Atomenergie Organisation (IAEO) wird "Zur Verantwortung von Politik und Wissenschaft" Stellung nehmen. Die Gedenkveranstaltung 50 Jahre "Göttinger Erklärung" findet am Donnerstag, 12. April 2007, von 11 bis 13 Uhr in der Aula am Wilhelmsplatz statt.

Die Stadt Göttingen zeigt zusammen mit dem Göttinger Tageblatt und der Gesellschaft für Wirtschaftsförderung und Stadtentwicklung Göttingen am selben Tag in einer Uraufführung einen Film über den Chemiker und Nobelpreisträger Otto Hahn (1879 bis 1968), der zu den 18 Unterzeichnern der "Göttinger Erklärung" gehört. Der Wissenschaftler, einer der Begründer und erfolgreichen Pioniere der Radiochemie, war maßgeblich beteiligt an den Forschungen, die 1938 in Berlin zur Entdeckung der Spaltung des Urankerns führten. Die Kernspaltung bildete den Ausgangspunkt für die von Physikern in der ganzen Welt durchgeführten Versuche zur Nutzbarmachung der Atomenergie. Nachdem 1945 die ersten Atombomben über den japanischen Städten Hiroshima und Nagasaki abgeworfen wurden, ergriff der Wissenschaftler wiederholt das Wort für eine ausschließlich friedliche Anwendung der Kernenergie. Die Vorführung des Films "Otto Hahn - Aus dem Leben eines Nobelpreisträgers in Göttingen 1946 bis 1968" findet am 12. April 2007 in der Lokhalle statt und beginnt um 18.30 Uhr.


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