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RUB-Physiker erhalten Descartes-Preis 2006: H.E.S.S.-Experiment ausgezeichnet

09.03.2007 - (idw) Ruhr-Universität Bochum

Das H.E.S.S.(Hochenergie-Stereoskopie-System)-Forschungsteam der Ruhr-Universität Bochum gehört zu den Preisträgern des Descartes-Forschungspreises 2006, der am 7. März 2007 in Brüssel verliehen wurde. Mit dem Preis, der mit einer Million Euro dotiert ist, zeichnet die Europäische Kommission jährlich das erfolgreichste transnationale Forschungsprojekt Europas aus. Die Forscher detektieren mit den vernetzten Radioteleskopen des H.E.S.S.-Experiments hochenergetische Strahlung aus dem Weltall und schließen zurück auf deren Quellen. So konnten sie zum Beispiel weit entfernte Objekte im Zentrum der Milchstraße entdecken. Insgesamt wurden drei gesamteuropäische Teams, die herausragende wissenschaftliche Leistungen in zentralen europäischen Forschungsbereichen erbracht haben, ausgezeichnet. Das Preisgeld wird auf die Preisträger aufgeteilt. Bochum, 09.03.2007
Nr. 94

RUB-Physiker erhalten Descartes-Preis 2006
Fenster zum Kosmos: H.E.S.S.-Experiment ausgezeichnet
Forschungspreis der Europäischen Kommission verliehen

Das H.E.S.S.(Hochenergie-Stereoskopie-System)-Forschungsteam der Ruhr-Universität Bochum gehört zu den Preisträgern des Descartes-Forschungspreises 2006, der am 7. März 2007 in Brüssel verliehen wurde. Mit dem Preis, der mit einer Million Euro dotiert ist, zeichnet die Europäische Kommission jährlich das erfolgreichste transnationale Forschungsprojekt Europas aus. Die Forscher detektieren mit den vernetzten Radioteleskopen des H.E.S.S.-Experiments hochenergetische Strahlung aus dem Weltall und schließen zurück auf deren Quellen. So konnten sie zum Beispiel weit entfernte Objekte im Zentrum der Milchstraße entdecken. Insgesamt wurden drei gesamteuropäische Teams, die herausragende wissenschaftliche Leistungen in zentralen europäischen Forschungsbereichen erbracht haben, ausgezeichnet. Das Preisgeld wird auf die Preisträger aufgeteilt.

H.E.S.S. revolutionert die Beobachtungsmethoden

"Das Hochenergie-Stereoskopie-System (H.E.S.S.) hat die bisherigen Beobachtungsmethoden der Hochenergie-Astronomie revolutioniert und unsere Kenntnisse (nicht nur) über die Milchstraße erweitert", heißt es in der Begründung der Europäischen Kommission. Physiker der Ruhr-Universität Bochum um Prof. Dr. Reinhard Schlickeiser betreiben das H.E.S.S.-Experiment zusammen mit einem internationalen Team aus über 100 Wissenschaftlern und Ingenieuren. Das H.E.S.S. ist das weltweit empfindlichste Nachweisinstrument für hochenergetische Gammastrahlen und steht im Khomas Hochland von Namibia.

Teilchenregen klopft ans Fenster zum Kosmos

Gammastrahlung ist elektromagnetische Strahlung mit einer Energie, die eine Billion mal größer ist als die Energie sichtbaren Lichts. Die Atmosphäre unserer Erde wird ständig von einem Strom hochenergetischer nuklearer Teilchen aus dem Weltraum - der Kosmischen Strahlung - getroffen. Entdeckt wurde die Strahlung bereits 1912 von Viktor Hess, der für diese Entdeckung 1936 den Nobelpreis für Physik erhielt und an den der Name des Experiments erinnert. Seitdem suchen Wissenschaftler nach Kosmischer Strahlung. "Unsere Ergebnisse zeigen ein völlig neues Bild des Universums bei hohen Energien. Wir haben ein neues Fenster zum Kosmos weit aufgestoßen," sagte Prof. Dr. Werner Hofmann, Sprecher des H.E.S.S. Experiments und Direktor am Max-Planck Institut für Kernphysik in Heidelberg.

100 ziehen an einem Strang

Ermöglicht wurde dieser Durchbruch durch die intensive Zusammenarbeit der verschiedenen nationalen und internationalen Gruppen. Das H.E.S.S. Experiment, das von etwa 100 Wissenschaftlern aus Deutschland, Frankreich, Groß-Britannien, Irland, Polen, der Tschechischen Republik, Armenien, Südafrika und Namibia entwickelt wurde, besteht seit 2004. Das System wurde mit Unterstützung der EU konzipiert und gebaut, und es wurde eine komplexe Software für die Datensammlung und -analyse entwickelt. Außerdem werden Fortbildungsveranstaltungen für junge Astronomen und Astrophysiker veranstaltet. "Zusammen haben wir diesen großartigen Erfolg erzielt. Wir freuen uns sehr über die Anerkennung durch die Europäische Kommission" sagt Prof. Schlickeiser, Leiter der H.E.S.S.-Arbeitsgruppe der Ruhr-Universität.

Doppelter Grund zum Feiern

Die Descartes-Preise wurden anlässlich einer Veranstaltung in Brüssel verliehen, an der die deutsche Bundesministerin für Bildung und Forschung, Dr. Annette Schavan, und das für Wissenschaft und Forschung zuständige Mitglied der Europäischen Kommission, Dr. Janez Poto?nik, teilnahmen. Der Termin der Preisverleihung fiel mit den Feierlichkeiten zu 50 Jahren EU-Forschung und ihrem Beitrag zur Europäischen Union zusammen.

Weitere Informationen

Prof. Dr. Reinhard Schlickeiser, Lehrstuhl für Theoretische Physik IV, Fakultät für Physik und Astronomie der Ruhr-Universität Bochum, 44780 Bochum, Tel. 0234/32-22032, Fax: 0234/32-14177, E-Mail: rsch@tp4.ruhr-uni-bochum.de

Weitere Informationen: http://europa.eu/rapid/pressReleasesAction.do?reference=IP/07/302&format=HTML&aged=0&language=DE&guiLanguage=en http://www.mpi-hd.mpg.de/HESS http://ec.europa.eu/research/descartes/research_en.htm
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