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Krebsprävention vom Wochenmarkt?

10.03.2007 - (idw) Rudolf-Virchow-Zentrum / DFG - Forschungszentrum für Experimentelle Biomedizin

Rudolf-Virchow-Patenkind Stephanie Heckler gewinnt bei "Jugend forscht" in Unterfranken in der Kategorie Biologie

Würzburg. 09. März 2007. Das Rudolf-Virchow-Zentrum hat auch in diesem Jahr bei "Jugend forscht" auf die Siegerin gesetzt: Stephanie Heckler hat als "Patenkind" des DFG-Forschungszentrums für Experimentelle Biomedizin beim Regionalwettbewerb Unterfranken in Bad Boklet den in der Kategorie "Biologie" gewonnen. Am 26. bis 28. Mai vertritt sie Unterfranken in München beim Landeswettbewerb. "Was kann jeder Einzelne zur Verhinderung von Krebs tun? Kann man sich mit der richtigen Ernährung schützen?", diese Fragen hat sich Stephanie Heckler schon lange gestellt. Dass die richtige Ernährung vor Krebs schützen kann, wird immer wieder diskutiert. Genaue und verständliche Informationen findet man aber nur selten. Deshalb hat Stephanie den Einfluss verschiedener Inhaltsstoffe von Pflanzen, so genannte sekundäre Pflanzenstoffe, auf Krebszellen getestet. Tumorzellen unterscheiden sich von gesunden Zellen und machen sie für den Körper gefährlich: sie teilen sich ungehindert, wandern im Gewebe schneller und wandern in andere Gewebe ein. Und tatsächlich, eine ganze Reihe sekundärer Pflanzenstoffe hatte eine hemmende Wirkung auf die Krebszellen in der Laborschale: Curcumin aus Curry, Resveratrol aus Weintrauben, Epigallocatechin-3-Gallat aus grünem Tee und Lycopin aus Tomaten oder Hagebutten. Resveratrol und Curcumin hemmen die Wanderung, Epigallocatechin-3-Gallat und Lycopin hemmen die Einwanderung in andere Gewebe.

Das Ergebnis ist verblüffend, trotzdem warnt die junge Wissenschaftlerin vor zu großer Hoffnung: "Die Versuche sind nur der Anfang, ich habe ja nur Zellen im Reagenzglas getestet. Jetzt müsste man die genauen Konzentrationen und Einwirkzeiten untersuchen." So sehen das auch die Wissenschaftler vom Rudolf-Virchow-Zentrum: "Toll, wie kritisch sich Stephanie Heckler mit ihren Ergebnissen auseinandergesetzt hat. In der Wissenschaft kommt es vor allem auf zwei Dinge an: die richtigen Fragen zu stellen und die Antworten zu hinterfragen", so Prof. Martin Lohse, der Sprecher des Zentrums.

Mit den "Rudolf-Virchow-Paten" unterstützt das Rudolf-Virchow-Zentrum in jedem Jahr Jugendliche bei ihrer Teilnahme am Wettbewerb "Jugend forscht". Die Schüler kommen mit ihren eigenen Themenideen und sind in ihrer Forschung völlig unabhängig. Da aber nicht jedes Experiment auch in Muttis Küche funktioniert, können die jungen Forscher die Labore und Geräte des Rudolf-Virchow-Zentrums nutzen. Und wenn es mal Probleme gibt, steht ein Wissenschaftler als Pate jederzeit mit Rat und Tat zu Seite. Patenkind Stephanie hat sich dabei auf ein ganz ausgezeichnetes Forscher-Ehepaar verlassen: Prof. Michael P. Schön und seine Frau PD Dr. Margarete Schön. Beide arbeiten an der Hautklinik und am Rudolf-Virchow-Zentrum der Universität Würzburg.
Weitere Informationen: http://www.rudolf-virchow-zentrum.de
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