Studium, Ausbildung und Beruf

web uni-protokolle.de
 powered by
NachrichtenLexikonProtokolleBücherForenMontag, 27. Januar 2020 

"Hier lässt sich viel bewegen"

12.03.2007 - (idw) Friedrich-Schiller-Universität Jena

Zwei renommierte Wissenschaftler der Universität Jena lehnen Rufe nach Würzburg ab Jena (12.03.07) Mit dem Rechtswissenschaftler Prof. Dr. Matthias Ruffert und dem Literaturwissenschaftler Prof. Dr. Jens Haustein ist es der Friedrich-Schiller-Universität gelungen, zwei renommierte Wissenschaftler in Jena zu halten. Beide haben einen Ruf an die Julius-Maximilians-Universität Würzburg abgelehnt.

"Hier lässt sich viel bewegen", begründet Prof. Dr. Matthias Ruffert seine Entscheidung, der Jenaer Universität auch in Zukunft die Treue zu halten. Sowohl in der Rechtswissenschaftlichen Fakultät als auch der Universität insgesamt, so Ruffert, gebe es eine Dynamik, die sich an vielen anderen Universitäten in dem Maße nicht finden lasse. Der 40-jährige, gebürtige Gießener hat den Jenaer Lehrstuhl für Öffentliches Recht, Europarecht und Völkerrecht seit 2002 inne. Darüber hinaus ist Prof. Ruffert Mitherausgeber des Standardkommentars zum EU-Vertrag und EG-Vertrag und im Nebenamt Richter am Thüringer Oberverwaltungsgericht in Weimar. Anfang 2006 lehrte er auch als Gastprofessor an der Universität Paris.

Dabei sei das Angebot aus Würzburg "durchaus reizvoll gewesen", bekennt Prof. Ruffert, vor allem wenn man die mittel- und langfristig bessere finanzielle Perspektive der Hochschulen in Bayern berücksichtige. Ruffert hätte an der Würzburger Universität die Nachfolge des bekannten Europarechtlers Prof. Dr. Dieter Scheuing angetreten. Dennoch fiel ihm die Entscheidung in Jena zu bleiben leicht. "Ich habe die Hochschulleitung in den Verhandlungen als verlässlichen Partner erlebt, der mit der Fakultät an einem Strang zieht, ihr Potenzial weiter auszubauen", so Ruffert, dessen wissenschaftliche Schwerpunkte im Europäischen Verfassungs- und Verwaltungsrecht sowie in den Rechtsfragen der Globalisierung liegen. "An dieser Entwicklung teilzuhaben, macht einfach Freude." Über sein Verbleiben in Jena dürften sich auch die Studierenden der Rechtswissenschaftlichen Fakultät freuen. Denn neben der fachlichen Anerkennung erfreut sich Prof. Ruffert einer besonderen Beliebtheit bei den Studierenden, wie etwa die Bewertungsplattform für Lehrveranstaltungen an deutschen Hochschulen "Mein Prof" zeigt.

Germanist Prof. Dr. Jens Haustein bleibt

Auch Prof. Dr. Jens Haustein, seit 1993 Inhaber des Lehrstuhls für Germanistische Mediävistik der Universität Jena und ordentliches Mitglied der Sächsischen Akademie, erhielt ein lukratives Angebot aus Würzburg. "Der dortige Lehrstuhl für Deutsche Philologie gehört seit Jahrzehnten zu den renommierten und hervorragend ausgestatteten Stellen in meinem Fach. Und die dortige Fakultät war sehr bemüht, diese Tradition fortzuführen", begründet Prof. Haustein die Tatsache, dass ihm die Entscheidung trotzdem in Jena zu bleiben, zunächst nicht leicht fiel. Auch wenn sie inzwischen schon etwas zurückliegt, habe er seine Entscheidung für Jena nicht bereut. "Der wichtigste Pluspunkt für Jena waren die hervorragenden Arbeitsbedingungen, die ich hier habe: Das Institut für Germanistische Literaturwissenschaft im Frommannschen Haus, die Bücher in der unmittelbar benachbarten Bibliothek und die Lehre im gegenüberliegenden Universitätshauptgebäude - das gibt es in dieser Verbindung nur selten", so Haustein, der unter anderem als Mitglied im Fachkollegium 'Literaturwissenschaften' der Deutschen Forschungsgemeinschaft tätig ist. "Außerdem schätze ich das hervorragende kollegiale Verhältnis im Institut und in der Philosophischen Fakultät."


Deshalb wird sich Prof. Haustein auch in den kommenden Jahren neben seinen Forschungen zur deutschen Lyrik und Heldendichtung des Mittelalters dem neuen Arbeitsschwerpunkt - der methodischen und heuristischen Erarbeitung einer thüringischen Literaturgeschichte - an der Friedrich-Schiller-Universität Jena widmen. "Hier sind ja von meinen Mitarbeitern in letzter Zeit sensationelle Funde gemacht worden", erinnert Prof. Haustein. So wurde erst im letzten Jahr ein bislang völlig unbekannter, fragmentarisch erhaltener spätmittelalterlicher Roman, der "Wigelis" des Dietrich von Hopfgarten, entdeckt.

uniprotokolle > Nachrichten > "Hier lässt sich viel bewegen"
ImpressumLesezeichen setzenSeite versendenDruckansicht

HTML-Code zum Verweis auf diese Seite:
<a href="http://www.uni-protokolle.de/nachrichten/id/133475/">"Hier lässt sich viel bewegen" </a>