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Mukoviszidose-Ambulanz der Kinderkliniken des UKS in Homburg zum bundesweit zweiten Christiane Herzog-Zentrum ernannt

20.03.2007 - (idw) Universität des Saarlandes

Am Samstag, dem 17. März 2007, wurde die Homburger Mukoviszidose-Ambulanz der Kinderklinik des UKS in feierlichem Rahmen zum Christiane Herzog-Zentrum ernannt. Die Auszeichnung erfolgte für die langjährige hohe Qualität in Diagnostik und Therapie der angeborenen Stoffwechselerkrankung.
Derzeit werden im UKS 86 Kinder und Jugendliche betreut, wobei eine vielfältige Unterstützung durch Pflegekräfte, Diätassistenten, Physiotherapeuten, Psychologen und die Krankenhausschule angeboten wird. Dabei findet eine enge Kooperation mit der Mukoviszidose-Ambulanz der Klinik für Pneumologie sowie der Lungentransplantationsambulanz der thoraxchirurgischen Klinik statt. "Mit Taten helfen" - unter dieses Motto hatte Christiane Herzog, die verstorbene Frau des früheren Bundespräsidenten Roman Herzog, 1985 ihre Mukoviszidose-Aktivitäten gestellt, die sie 1997 in der Christiane Herzog Stiftung bündelte.

Stolz konnten Professor Dr. Ludwig Gortner, Geschäftsführender Direktor der Kliniken für Kinderheilkunde und Jugendmedizin und Professor Dr. Gerd Dockter, nun Leiter des Christiane Herzog Zentrums, die Ernennungsurkunde aus den Händen von Dr. h. c. Rolf Hacker, dem 1. Vorsitzenden der Stiftung, in Empfang nehmen.

"Das Christiane Herzog-Zentrum ergänzt in hervorragender Weise das umfassende Angebot des Uniklinikums als medizinisches Hochleistungszentrum in der Saar-Pfalz-Region und trägt damit wesentlich zum Ansehen der Medizinischen Fakultät und der Universität des Saarlandes bei. Die Landesregierung fördert nachhaltig die Bestrebungen der Universität und des Klinikums die Schwerpunkte in der Krankenversorgung wie auch in der Forschung und Lehre weiter auszubauen. Dies umfasst nicht nur die Optimierung und Flexibilisierung der Leistungsstrukturen, sondern auch die Verbesserung und den Ausbau der medizinischen Infrastruktur. So wird zurzeit auf dem Campus in Homburg das größte Bauprojekt des Landes, der Neubau für die Chirurgische Klinik, fertig gestellt. Weitere neue Bauvorhaben befinden sich derzeit in Planung.", betonte Staatssekretärin Dr. Susanne Reichrath vom saarländischen Wissenschaftsministerium.

Alle Gratulanten lobten die Auszeichnung als Lohn für die langjährige Arbeit und die hohe Qualität in der Behandlung der Mukoviszidose-Patienten in Homburg.

"Die Einbeziehung der Eltern und Betroffenen in die Behandlungsstrategie war der frühe und entscheidende Schritt, die Struktur- und Ergebnisqualität des Behandlungs-Zentrums über Jahre hinweg zu optimieren. Ohne deren ideelle und vor allem materielle Unterstützung wären wir nicht zu einem der großen pädiatrischen Mukoviszidose-Zentren in Deutschland herangewachsen. Viele bundesweit richtungsweisende Entwicklungen, wie die Optimierung der diätetischen Betreuung, gingen von Homburg aus. Die Ernennung zum Christiane Herzog-Zentrum ist auf der einen Seite der Lohn für unsere Mühen, soll zum anderen auch eine Hommage an Christiane Herzog selbst sein. Sie war uns immer sehr verbunden, besuchte Homburg mehrfach und ermutigte uns, engagiert weiterzumachen, ganz im Sinne von Professor Adolf Windorfer, dem Gründer der Deutschen Gesellschaft für Mukoviszidose", erläutert Professor Dr. Gerd Dockter das langjährige Engagement des Teams und der Elterninitiative. Für sein Engagement für Mukoviszidose-Patienten wurde Professor Dockter der Gründer und Leiter der Mukoviszidose-Ambulanz, die seit 1976 besteht, am 29. Oktober 2001 mit dem Bundesverdienstkreuz am Bande und im Jahr 2003 mit dem Christiane Herzog Preis ausgezeichnet.

"Sind Betroffene früher im Kindesalter verstorben, haben sich die Perspektiven für die Patienten durch die weltweiten Anstrengungen in Diagnostik, Therapie und Forschung so verbessert, dass die mittlere Lebenserwartung bei 36 Jahren liegt. Um die Behandlungsmöglichkeiten für die Patienten zu optimieren, hilft die Christiane Herzog-Stiftung getreu ihrem Motto "Mit Taten helfen" durch Öffentlichkeitsarbeit, die Finanzierung von Personal oder Geräten, die Unterstützung von Forschungsvorhaben, durch initiierte Sportprogramme sowie sozialrechtliche Beratungen. Christiane Herzog hatte das Universitätsklinikum des Saarlandes im Februar 1995 besucht und konnte sich schon damals vor Ort in Homburg vom Engagement der Mitarbeiter des Klinikums für die Mukoviszidose-Patienten überzeugen. Der Name Christiane Herzog soll nun wie ein guter Stern über dem Christiane Herzog-Zentrum in Homburg stehen", wünschte Dr. h. c. Rolf Hacker anlässlich der feierlichen Übergabe der Ernennungsurkunde. Die Vorstandsmitglieder der Christiane Herzog Stiftung besuchten in den letzten Jahren mehrfach das UKS, um sich über aktuelle Entwicklungen zu informieren.

In seinem beeindruckenden Vortrag - "Mit über 40 Jahren noch ganz schön lebendig?", machte Dipl. Physiker Stephan Kruip, Vorstandsmitglied des Mukoviszidose e. V. und selbst Betroffener, Erkrankten Mut, ihr Leben mit einer konsequenten Tagesplanung und positiven Einstellung besser meistern zu können. Dazu gehören bei ihm mehrmalige tägliche Inhalation und Drainage aber auch, soweit möglich, sportliche Aktivität. Spielen mit den Kindern, Radtouren, Treppensteigen, Yoga, Skifahren oder Schwimmen. Wann immer es sein Gesundheitszustand und seine Planung ermöglichen belastet er sich in Maßen, da Sport die so genannte nasale Potenzialdifferenz normalisiere. Von wesentlicher Bedeutung sei die möglichst frühe Diagnose der Erkrankung. Oft werde Mukoviszidose nicht oder erst spät erkannt. Deshalb appellierte er an die Verantwortlichen im Gesundheitswesen, ein Früherkennungsprogramm bei Kindern zu etablieren aber auch für die entsprechenden medizinischen Angebote von zukünftig fast 4000 erwachsenen Patienten bundesweit zu sorgen. Weitere Informationen zur Erkrankung hält der Mukoviszidose e. V. auf dem größten Internetportal zum Thema Mukoviszidose www.muko.info bereit.

Unter dem Titel "Niemals darf man den Eltern die Hoffnung nehmen" erläuterte Professor Dr. Dr. h. c. mult. Friedrich C. Sitzmann, emeritierter Direktor der Kliniken für Kinderheilkunde und Jugendmedizin, die Entwicklungen in Diagnose und Therapie der Mukoviszidose. Nur in erfahrenen Zentren bestehe die Garantie, dass die Betroffenen nach den neuesten Erkenntnissen behandelt werden. Es müsse dem Personal aber gelingen, einen vertrauensvollen Kontakt zu den Kindern und den Eltern zu gewinnen und aufrecht zu erhalten. Gerade die psychosoziale Betreuung sei für den weiteren Verlauf der Erkrankung von wesentlicher Bedeutung.

Das Mukoviszidose-Zentrum der Klinik für Pädiatrie und Neonatologie in Homburg erfüllt seit langem die Anforderungen zur Struktur- und Prozessqualität zur Diagnostik und Versorgung von Patienten mit Mukoviszidose und ist entsprechend zertifiziert. Das Mukoviszidose-Zentrum in Homburg stellt sich zudem mit der Teilnahme an der Stufe 2 des Qualitätssicherungsprojektes des ZQ der Ärztekammer Niedersachsen und der damit verbundenen und vom BMGS finanzierten Benchmarking-Studie einer bundesweiten Instanz zur Optimierung der Patientenversorgung.

Mukoviszidose ist eine der häufigsten, angeborenen Stoffwechselkrankheiten. Rund 8.000 Kinder, Jugendliche und junge Erwachsene leben in Deutschland mit dieser bisher unheilbaren Krankheit. Wichtigste Kennzeichen sind: chronischer Husten, schwere Lungenentzündungen, Verdauungsstörungen und Untergewicht. Jedes Jahr kommen in der Bundesrepublik rund 300 Kinder mit Mukoviszidose auf die Welt. Fünf Prozent der Bevölkerung sind gesunde Merkmalsträger der tückischen Erbkrankheit. Sie sind selbst gesund, können Mukoviszidose aber weiter vererben.

Weitere Informationen:

Herr Professor Dr. Gerd Dockter, Leitender Oberarzt der Klinik für Pädiatrie und Neonatologie, Leiter der Mukoviszidose-Ambulanz der Klinik für Kinder- und Jugendmedizin des UKS

Telefon: 06841 1628000

http://muko-saar.de

http://muko.info

http://www.christianeherzogstiftung.de

Eine Fotodatei von der Verleihung kann in höherer Auflösung von der Pressestelle des UKS (Tel.: 06841 1622083) verschickt werden.

Bildunterschrift:


v.l.n.r.:

Dr. Uwe Gackstatter, Aufsichtsratsmitglied des UKS, Professor Dr. Friedrich C. Sitzmann, Oberbürgermeister Joachim Rippel, Professor Dr. Gerd Dockter, Dr. h. c. Rolf Hacker Vorstandsvorsitzender der Christiane Herzog Stiftung, Anne von Fallois vom Vorstand der Christiane Herzog Stiftung, Susanne Pfeiffer-Auler Mukoviszidose e. V.
Weitere Informationen: http://muko-saar.de http://muko.info http://www.christianeherzogstiftung.de
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