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Grippesymptome können durch Mikroorganismen ausgelöst sein

21.03.2007 - (idw) Hauptverband der gewerblichen Berufsgenossenschaften

Hohe Konzentrationen von Schimmelpilzen und bestimmten Bakterien können beim Menschen eine seltene Form von Allergie, die exogen allergische Alveolitis (EAA) auslösen. Besonders betroffen sind Arbeitsplätze in der Abfall-, Land- und Forstwirtschaft sowie Lager- und Umschlagplätze von Futter- und Lebensmitteln. Überall dort, wo es feucht ist, vermehren sich die Mikroorganismen exponentiell. Die Diagnose einer EAA wird häufig erst auf den zweiten oder dritten Blick gestellt: Die Symptome ähneln einer Grippe und der Bezug zur Arbeit wird meist nicht sofort erkannt, auch weil die Beschwerden erst nach Feierabend beginnen. Die Anzeichen sprechen in diesen Fällen nicht für sich: Gliederschmerzen, Schüttelfrost, Fieber, Husten, zum Teil verbunden mit Atemnot. Was auf den ersten Blick wie eine Grippe anmutet, kann sich auch als eine Exogen allergische Alveolitis (EAA) herausstellen. Eine EAA kann durch hohe Konzentrationen von Schimmelpilzen und bestimmten Bakterien verursacht werden, die Beschäftigte der Abfall, Land- und Forstwirtschaft, mitunter auch der in der Futter- und Lebensmittelindustrie am Arbeitsplatz einatmen.

Das Tückische: Die Erkrankung tritt häufig erst mehrere Jahre auf, nachdem ein Beschäftigter seine Stelle angetreten hat. Beschwerden haben die Betroffenen dabei nicht während der Arbeitszeit, sondern nach Feierabend. Der Bezug zum Arbeitsplatz wird deshalb nicht selten übersehen. Zwei aktuelle Beispiele des Berufsgenossenschaftlichen Forschungsinstituts für Arbeitsmedizin (BGFA) demonstrieren dies: Die hier begutachteten Männer arbeiteten beide mehr als ein Jahr in der Abfallwirtschaft bevor sie erkrankten. Sie hielten es sogar noch einige Jahre trotz starker Beschwerden aus, bis der Zusammenhang mit der Arbeit erkannt wurde und sie ihren Job endgültig aufgaben. Einer der Männer sortierte in einer Wertsortieranlage Müll aus dem gelben Sack, der andere Biomüll in einer Kompostieranlage. Beide standen dabei an Sortierbändern, über die der zu sortierende Müll transportiert wird. Trotz Belüftungsschächten über den Köpfen der Arbeiter, waren die Beschäftigten hohen Konzentrationen an Mikroorganismen ausgesetzt.

Als die beiden Arbeiter im BGFA untersucht wurden, hatten sie bereits rund 15 Monate ihre jeweiligen Arbeitsstellen aufgegeben. Beide Patienten hatten sich erholt, Langzeitschäden sind nicht zurückgeblieben. Das macht aber auch eine Diagnose schwierig. Die Kriterien einer EAA lassen sich nach so langer Zeit nicht mehr vollständig erfüllen: "Die typischen Veränderungen der Lungenfunktion und des Röntgenbildes sind oft nicht mehr feststellbar", erklärt PD Dr. Jürgen Bünger, Arbeitsmediziner am BGFA, "dafür aber die spezifischen Antikörper, die lange persistieren". Diese Antikörper zeigen, dass die Beschäftigten auf die Mikroorganismen am Arbeitsplatz reagiert haben.
Weitere Informationen: http://www.bgfa.de
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