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Netzhauterkrankungen behandeln und erforschen. Neue Leitung für Augenheilkunde an der Universitätsmedizin Göttingen

21.03.2007 - (idw) Universitätsmedizin Göttingen - Georg-August-Universität

Professor Dr. Hans Hoerauf aus Lübeck ist neuer Direktor der Abteilung Augenheilkunde der Universitätsmedizin Göttingen. Glaskörper- und Netzhautchirurgie, Biomaterialien sowie moderne laserdiagnostische Verfahren künftig Schwerpunkte in Krankenversorgung und Forschung. (umg) Professor Dr. Hans Hoerauf ist seit Jahresbeginn 2007 neuer Direktor der Abteilung Augenheilkunde der Universitätsmedizin Göttingen - Georg-August-Universität. Er ist Nachfolger von Professor Dr. Martin Vogel, der die Abteilung von 1977 bis März 2004 leitete. Bis Ende 2006 wurde die Abteilung Augenheilkunde kommissarisch von Prof. Dr. Dr. Jörgen Petersen geleitet.

Mit neuen Konzepten für die Krankenversorgung und dem Aufbau klinischer und experimenteller Forschung will der neue Direktor die Augenheilkunde in Göttingen profilieren.

Hans Hoerauf, geboren 1964 in Ingolstadt, hat sein Medizinstudium in Regensburg und München absolviert. Nach dem Praktischen Jahr in Charleston Boston/USA, Garmisch-Partenkirchen und München geht er 1991 nach Lübeck und absolviert dort an der Augenklinik der Medizinischen Universität die Zeit als Arzt im Praktikum. Es folgen die Approbation (1992) und die Facharztausbildung im Fach Augenheilkunde (1995). 1995 wird er promoviert und schließt gleichzeitig eine Ausbildung in Netzhaut-Glaskörperchirurgie ab. Seit 1995 ist er als Oberarzt mit klinischem und operativem Schwerpunkt in der Netzhaut- und Glaskörperchirurgie tätig und bildet sich in der Vorderabschnitts-Chirurgie weiter. Im April 2004 habilitiert Hoerauf im Fach Augenheilkunde zum Thema "Flüssige Hydrokarbonate als Netzhauttamponade und intraoperative Hilfsmittel in der Glaskörperchirurgie - Experimentelle Befunde und klinische Anwendung" und erwirbt die Lehrbefugnis für Augenheilkunde. Bis zu seiner Berufung nach Göttingen war er als leitender Oberarzt und stellvertretender Direktor der Augenklinik am Universitätsklinikum Schleswig-Holstein, Campus Lübeck tätig. Hoerauf ist verheiratet und Vater von drei Kindern.

"Das Spektrum in der Krankenversorgung der Göttinger Augenheilkunde muss weiterhin breit gefächert bleiben. Nur so können wir die Versorgung für die Patienten dieser großen Region sicherstellen", sagt Hoerauf. Zur Routineversorgung gehören die Behandlung des "Grauen Stars" (Katarakt) und des "Grünen Stars" (Glaukom) sowie Hornhauttransplantation und Lidoperationen. Weiter ausgebaut werden soll die Diagnostik und Behandlung von Netzhaut- und Glaskörpererkrankungen. Ein Schwerpunkt dazu besteht bereits seit Jahren unter der Leitung von Professor Dr. Dr. Jörgen Petersen. "Diesen zukunftsträchtigen Bereich wollen wir weiter stärken, um uns auch überregional als Kompetenzzentrum zu profilieren", so Hoerauf.

Gute Gründe für ein breit gefächertes Angebot an Behandlungsmöglichkeiten verschiedener Augenerkrankung sieht der neue Direktor auch durch die Lehre bedingt, die von der Universitäts-Augenklinik erbracht werden muss. "Nur mit einem breiten Behandlungsspektrum können wir unseren Aufgaben in der Aus- und Weiterbildung von Studierenden und Augenärzten gerecht werden. Eine Beschränkung auf wenige wirtschaftlich interessante Krankheitsbilder würde zu einer unzureichenden Aus- und Weiterbildung von Studierenden und Mitarbeitern führen", sagt Hoerauf.

Um das dafür notwendige Spektrum chirurgischer Augenbehandlungen für die Augenklinik der Universitätsmedizin Göttingen zu sichern, bedarf es neuer Wege. "Wie kaum ein anderes chirurgisches Fach ist die universitäre Augenheilkunde davon betroffen, dass Operationen zunehmend in den ambulanten Bereich abwandern und von spezialisierten Zentren oder von niedergelassenen Operateuren durchgeführt werden. Auf diese Situation müssen wir die Strukturen in der Universitätsmedizin optimal ausrichten", erläutert Hoerauf. So will er vor allem die Kooperation mit Zuweisern und Krankenkassen ausbauen.

In der Forschung will sich Hoerauf mit klinischen Fragestellungen zur Behandlung von Netzhaut- und Glaskörpererkrankungen und experimentellen Arbeiten zum hinteren Augenabschnitt befassen. Möglichst schnell sollen klinische und experimentelle Forschergruppen in der Augenheilkunde etabliert werden. Experimentell will sich Hoerauf insbesondere mit der Übergangszone zwischen Netzhaut und Glaskörper beschäftigen. Sie spielt bei vielen Erkrankungen - wie der diabetischen Retinopathie und bei vitreoretinalen Traktionssyndromen, aber auch bei verschiedenen Makulaerkrankungen eine große Rolle.

"Die chirurgische Entfernung der "Membrana limitans interna" - der innersten, wenige Mikrometer dünnen Netzhautschicht - hat sich bei vielen Augenerkrankungen als vorteilhaft erwiesen und wird in der Klinik breit angewendet. Warum und wie die Entfernung wirkt, wissen wir aber nicht genau", sagt Hoerauf. Für die Erforschung der Grundlagen zum Wirkmechanismus baut er auf eine mögliche Kooperation mit dem Max-Planck-Institut für experimentelle Medizin und der Neuropathologie.


Weitere Schwerpunkte in der Forschung liegen künftig auf biotechnologischen Fragestellungen wie der Entwicklung und in vitro Prüfung von Biomaterialen sowie der Modifizierung ultrahochauflösender laserdiagnostischer Verfahren für den Einsatz in der Augenheilkunde.

WEITERE INFORMATIONEN:
Universitätsmedizin Göttingen, Georg-August-Universität
Abteilung Augenheilkunde
Prof. Dr. Hans Hoerauf
augenklinik@med.uni-goettingen.de
Telefon: 0551 / 39-6776
Robert-Koch-Straße 40, 37075 Göttingen

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