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Masterplan UKE: Forschungsgebäude eingeweiht

22.03.2007 - (idw) Universitätsklinikum Hamburg-Eppendorf

Nach nur 21 Monaten Bauzeit wurde heute im Beisein von Hamburgs Wissenschaftssenator Jörg Dräger, Ph. D. (Cornell U.), auf dem Gelände des Universitätsklinikums Hamburg-Eppendorf (UKE) termingerecht das neue Forschungsgebäude eingeweiht. Bis Mitte Mai wird ein Großteil der Forschungsgruppen am UKE in den sogenannten "Campus Forschung" ziehen. Die Baukosten für das von den Hamburger Architekten von Gerkan, Marg und Partner entworfene Haus betragen insgesamt 39 Millionen Euro. Damit konnte der ursprünglich veranschlagte Kostenrahmen um fünf Millionen Euro unterschritten werden. Finanziert wurde der "Campus Forschung" im Rahmen des UKE-Masterplans nach dem Hochschulbauförderungsgesetz anteilig von Bund und Land. Bislang waren die Forschungslaborflächen des UKE auf insgesamt 71 Gebäude verteilt. Von der räumlichen Zusammenführung der verschiedenen Projekte im Campusgebäude werden für die Wissenschaft im UKE methodische und inhaltliche Synergien erwartet, die die Forschung deutlich voranbringen werden. Insbesondere werden bessere Voraussetzungen für Verbundprojekte geschaffen. Außerdem ergeben sich große Einsparpotenziale bei den laufenden Betriebskosten.

In Teilen des Erdgeschosses sowie in den vier oberen Stockwerken des Neubaus wurden Standardmodule von Laboreinheiten mit drei verschiedenen Labortypen erstellt:
- 90 Laboreinheiten mit Abzug für biochemische, molekularbiologische und/oder zellbiologische Arbeiten (Sicherheitsstufe 1),
- 45 Laboreinheiten ohne Abzug für zellbiologische Arbeiten (Sicherheitsstufe 1) sowie
- drei Laboreinheiten zur Arbeit mit Isotopen (Sicherheitsstufe 2).
Ein Standardmodul mit jeweils bis zu sechs Arbeitsplätzen auf 80 qm umfasst zwei Laborräume, einen Geräteraum und einen Büroraum. Die Modulanordnung ermöglicht die flexible Nutzung des Gebäudes als Verfügungsfläche für zeitlich begrenzte Forschungsvorhaben.

Nutzer sind Forschungsgruppen aus der II. und III. Medizinischen Klinik sowie aus den Bereichen Allgemeinchirurgie, Anästhesiologie, Dermatologie, Gynäkologie, Herzchirurgie, Humangenetik, Immunologie, Kardiologie, Kinder- und Jugendmedizin, Klinische Chemie, Knochenmarktransplantation, Lebertransplantation, Mikrobiologie, Neurologie, Orthopädie, Transfusionsmedizin, Tumorbiologie, Unfallchirurgie und Urologie.

In allen Bereichen findet Forschung statt, die der Aufklärung von Krankheiten oder der Entwicklung neuer Therapien dient. Dabei ist zu unterscheiden zwischen
- grundlagenorientierter Forschung, die die biologischen Vorgänge im Körper zu ergründen sucht, um durch das Verständnis des Normalen zum Verständnis der Krankheit zu kommen, und
- krankheitsorientierter Forschung, bei der die Wissenschaftler in Laborversuchen Mechanismen bestimmter Krankheiten zu entschlüsseln suchen. Das Verständnis genetischer oder umweltbedingter Krankheitsursachen eröffnet Möglichkeiten, nach geeigneten Therapien zu suchen.

Die Gesamtnutzfläche beträgt 11 000 qm.

Das fünfgeschossige, H-förmige Stahlbetongebäude mit freitragender Dachkonstruktion und Ziegelfassade korrespondiert in moderner Formensprache mit dem benachbarten historischen Schumacher-Bau der Pathologie und öffnet sich zu den beiden Innenhöfen mit großzügigen Glasfassaden.

Der "Campus Forschung" liegt an der traditionellen Wege-Achse vom Eppendorfer Park durch das historische Verwaltungsgebäude, die im Zuge des Masterplans wieder aufgewertet wird. Sie endet am zukünftigen "Campus Lehre", der bis Juni 2008 erstellt wird.

Den Beschluss zum Bau des Campusgebäudes hatte der Senat der Freien und Hansestadt Hamburg im Februar 2002 gefasst. Der Auftragsvergabe ging ein öffentlicher Teilnahmewettbewerb voraus. Baubeginn war im Juni 2005, Grundsteinlegung im September 2005. Generalunternehmer war die Stuttgarter Müller-Altvatter Bauunternehmung GmbH & Co. KG.


Für den Bau wurde eine Grube von 75 mal 50 mal 4 Meter ausgehoben. 11 800 cbm Sand wurden mit 1200 Lkw abtransportiert. Allein für die Sohle wurden 2500 cbm Beton und 400 Tonnen Eisen benötigt; der gesamte Betonbedarf betrug 12 000 cbm, der Eisenverbrauch 2000 Tonnen. In Spitzenzeiten arbeiteten bis zu 300 Personen auf der Baustelle.

Zeitskala für weitere Projekte des Masterplans:

Oktober 2005 bis August 2008: Bau des neuen Klinikums
voraussichtlich Mai 2007 bis Juni 2008: Bau des "Campus Lehre"

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