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Sechs Millionen Euro für die Historischen Geisteswissenschaften - Gerda Henkel Stiftung legt Jahresbericht vor

19.04.2007 - (idw) Gerda Henkel Stiftung

Über sechs Millionen Euro hat die Düsseldorfer Gerda Henkel Stiftung 2006 für neue Forschungsvorhaben bewilligt und damit Wissenschaftlern im Bereich der Historischen Geisteswissenschaften weltweit ein attraktives Angebot unterbreitet. Rund 250 Projekte und Stipendiaten wurden neu in die Förderung aufgenommen, das Kurswertvermögen der Stiftung stieg innerhalb des Berichtsjahres von 315 auf 370 Millionen Euro. Der nun veröffentlichte Jahresbericht präsentiert die Programme der Stiftung sowie ausgewählte Projekte und Forschungsergebnisse. STIFTUNGSJUBILÄUM UND GERDA HENKEL PREIS
Das Berichtsjahr stand im Zeichen des 30-jährigen Stiftungsjubiläums und der erstmaligen Vergabe des Gerda Henkel Preises für exzellente Leistungen in den Historischen Geisteswissenschaften. Der mit 100.000 Euro hoch dotierte internationale Forschungspreis wurde im November 2006 im Rahmen eines Festakts in Düsseldorf an den Hamburger Kunsthistoriker Martin Warnke verliehen. Die Laudatio hielt Kulturstaatsministerin a. D. Christina Weiss, für die Jury berichtete der Vorsitzende Ralf Dahrendorf. Die Ausschreibung dieses neuen Preises für die Geisteswissenschaften wurde in den Medien sowie in der deutschen und internationalen Wissenschaftsgemeinde sehr positiv aufgenommen. Bundesministerin Annette Schavan würdigte den Gerda Henkel Preis in einem Grußwort als "wegweisende Initiative". Der Forschungspreis wird künftig alle zwei Jahre ausgeschrieben.

"HAMBURGER FEUERSTURM": INNOVATIVE PROJEKTE ZENTRAL
Als besonders innovativ beurteilten die Stiftungsgremien ein interdisziplinäres Forschungsvorhaben zur Bombardierung Hamburgs im Sommer 1943. In dem gemeinsam von Psychoanalytikern des Unversitätsklinikums Hamburg-Eppendorf und Historikern der Forschungsstelle für Zeitgeschichte in Hamburg entworfenen Projekt werden Zeitzeugen des "Hamburger Feuersturms" und ihre Familien befragt. Ziel ist es, die langfristigen Auswirkungen traumatisierender Kriegserfahrungen und ihre Weitergabe durch mehrere Generationen zu untersuchen. Die Gerda Henkel Stiftung unterstützt das Forschungsprojekt für drei Jahre und hat Fördermittel in einer Gesamthöhe von rund 95.000 Euro zugesagt.

WELTWEITES ENGAGEMENT VERSTÄRKT
Im Berichtsjahr hat die Stiftung ihre internationale Ausrichtung weiter verstärkt. In einem Umfeld instabiler politischer Verhältnisse und Wissenschaftsstrukturen musste sich dabei das Sonderprogramm für die ehemaligen Sowjetrepubliken Zentralasien behaupten. Zu den erfolgreichen von der Stiftung geförderten Vorhaben in diesem Programm gehört ein deutsch-kasachisches archäologisches Forschungsprojekt, das vom Deutschen Bergbau-Museum Bochum in Zusammenarbeit mit dem Archäologischen Institut am Ministerium für Bildung und Wissenschaft der Republik Kasachstan durchgeführt wird. Ziel ist es, einen Überblick über den alten Bergbau in den Steppen und Waldsteppen Kasachstans zu erhalten und zu klären, ob und vor allem wann das Metall Zinn dort genutzt und in größerem Stil produziert wurde. Das deutsch-kasachischen Forscherteam entdeckte bei Grabungsarbeiten den ersten Bergleutefriedhof Eurasiens und konnte eindeutig nachweisen, dass es im östlichen Kasachstan im dritten und zweiten Jahrtausend v. Chr. eine Kupfer- und Zinnproduktion gab. Im Zentrum des Projekts steht zudem die Etablierung einer gut geschulten eigenständigen kasachischen Geophysik-Gruppe, die in einem Flächenland wie Kasachstan von größter Bedeutung für die archäologische Feldforschung sein wird. Die Stiftung hat im Berichtsjahr erneut Fördermittel bewilligt und unterstützt die Archäologen insgesamt mit fast 200.000 Euro.

ÜBER DIE GERDA HENKEL STIFTUNG
Die Gerda Henkel Stiftung wurde 1976 von Frau Lisa Maskell zum Gedenken an ihre Mutter, Gerda Henkel, als gemeinnützige Stiftung des Privaten Rechts mit Sitz in Düsseldorf gegründet. Die Stiftung fördert deutsche und internationale Forschungsprojekte und Tagungen im Bereich der Historischen Geisteswissenschaften und vergibt Forschungs- und Promotionsstipendien. Als einzige deutsche Stiftung konzentriert sich die Gerda Henkel Stiftung ausschließlich auf die Förderung der Historischen Geisteswissenschaften (Archäologie, Ur- und Frühgeschichte, Geschichte, Kunstgeschichte, Rechtsgeschichte und Historische Islamwissenschaften).


RÜCKFRAGEN AN:
Dr. Anna-Monika Lauter
Referentin für Presse- und Öffentlichkeitsarbeit
Telefon: 0211 35 98 53
E-Mail: lauter@gerda-henkel-stiftung.de

Gerne senden wir Ihnen den Jahresbericht auf Anfrage zu. Die elektronische Version finden Sie im Internet auf der Homepage der Stiftung.
Weitere Informationen: http://www.gerda-henkel-stiftung.de Homepage der Gerda Henkel Stiftung
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