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Auf Entdeckungsreise / Neue Lehrmethoden im Mathematikunterricht

19.04.2007 - (idw) DFG Forschungszentrum MATHEON Mathematik für Schlüsseltechnologien

Den Forscherdrang von Schülerinnen und Schülern im Mathematikunterricht zu fördern rät Dr. Brigitte Lutz-Westphal vom DFG-Forschungszentrum MATHEON Lehrerinnen und Lehrern. Gemeinsam mit Prof. Stephan Hußmann von der Universität Dortmund hat sie das Buch "Kombinatorische Optimierung erleben" herausgegeben. "Mathematik als Prozess, nicht als Produkt". So schildert Dr. Brigitte Lutz-Westphal, Mitarbeiterin am Berliner DFG-Forschungszentrum MATHEON, ihren Ansatzpunkt für neue Lehrmethoden im Mathematikunterricht. Gemeinsam mit Prof. Stephan Hußmann von der Universität Dortmund hat sie diese Überlegungen in dem eben erschienenen Buch "Kombinatorische Optimierung erleben" zusammen gefasst. Weitere Beiträge zum Thema lieferten so namhafte Mathematiker wie Prof. Martin Grötschel, Sprecher des MATHEON und Generalssekretär der Internationalen Mathematikervereinigung, Prof. Peter Gritzmann von der TU München, Prof. Andreas Brieden von der Universität der Bundeswehr München und Prof. Timo Leuders von der PH Freiburg. Unterstützt wurde die Arbeit für das im Vieweg-Verlag erschienene Buch von der Volkswagen-Stiftung.

"Man muss die Mathematik entdecken und den Schülerinnen und Schülern die Möglichkeit geben, sich auf eine Reise zu begeben, sich "verfahren" zu dürfen, um letztlich doch zum optimalen Ziel zu gelangen. Dazu gehört aktiver Forscherdrang, der sich nur in einer Atmosphäre entfalten kann, die der individuellen Gestaltungsfreiheit möglichst wenig Grenzen setzt.", sagt die Wissenschaftlerin.

Gezeigt wird dies mit Beispielen aus einem sehr jungen Teil der Mathematik, der diskreten Mathematik, zu der die kombinatorische Optimierung gehört. So können kürzeste Wege berechnet, günstigste Routen erstellt sowie Probleme bei der Flurbereinigung oder der optimalen Mobilfunk-Versorgung gelöst werden. Anwendungen, deren Reiz auch darin liegt, dass sie nicht üblicherweise im Schulunterricht vorkommen. Alle Autoren entwickeln daher Vorschläge, solche Themen im Unterricht spannend zu behandeln. Immer entsprechend des Einstein'schen Vorschlags, alles so einfach zu machen, wie möglich, aber nicht einfacher.

"Kombinatorische Optimierung erleben" ist also weniger ein Fachbuch als ein Lesebuch, das anregen soll, Mathematik als interessante, quicklebendige und für die moderne Gesellschaft grundlegende Wissenschaft zu vermitteln. "Nur wenn auch Lehrerinnen und Lehrer die Mathematik mit diesem Bewusstsein vermitteln, haben wir eine Chance aus dem immer wieder beklagten mathematischen Pisaloch deutscher Schülerinnen und Schüler heraus zu kommen", sagt Dr. Lutz-Westphal. Ihr praktischer Beitrag dazu: Im gerade begonnenen Sommersemester an der TU Berlin vermittelt Brigitte Lutz-Westphal bereits ihren Lehramtsstudierenden diesen anderen Blick auf ihr künftiges Unterrichtsfach.

Weitere Informationen erhalten Sie gerne bei: Dr. Brigitte Lutz-Westphal, DFG-Forschungszentrum MATHEON, Tel.: 030 314-29257, Email: westphal@math.tu-berlin.de

Stephan Hußmann, Brigitte Lutz-Westphal (Hrsg.) "Kombinatorische Optimierung erleben. In Studium und Unterricht", Vieweg-Verlag Wiesbaden, ISBN 978-3-528-03216-6, Preis: 29,90 Euro
Weitere Informationen: http://www.matheon.de
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