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Jena leistet Geburtshilfe für die spirituelle Heilung in Afrika

23.04.2007 - (idw) Friedrich-Schiller-Universität Jena

Kongolesischer Gastprofessor beendet Forschungsaufenthalt an der Universität Jena Jena (23.04.07) Wenn Professor Willy Nunga Khal-Tambwe über die letzten sechs Monate in Jena spricht, tut er das gerne in Bildern: "Jena ist für mich ein Tor zu neuen wissenschaftlichen Aktivitäten", sagt der Kongolese über seinen bald endenden Forschungsaufenthalt an der Friedrich-Schiller-Universität. Die Arbeitsbedingungen mit der umfangreichen Bibliothek, den Kontakten zu den Kollegen und einem festen Arbeitsplatz mit Computer und Internetzugang seien für ihn "die Öffnung zur ganzen Welt".

Seit September ist der 50-Jährige als Gastprofessor an der Theologischen Fakultät, was eine Förderung der Universität möglich gemacht hat. Sein Weg hat ihn keineswegs zufällig nach Jena geführt. Bei einem Aufenthalt in der Schweiz hatte er den Jenaer Theologen Prof. Dr. Martin Leiner kennen gelernt und war neugierig auf die thüringische Universitätsstadt geworden. In der "Encyclopédie du Protestantisme", dem wichtigsten Lexikon für evangelische Theologie im französischsprachigen Raum, hat er daraufhin erfahren, dass Jena seit dem 16. Jahrhundert ein wichtiges Zentrum der evangelischen Theologie ist.

"Im Kongo ist unser Denken sehr stark von Symbolen und Bildern geprägt", erzählt Khal-Tambwe, "und Jena ist für mich ein Symbol für viele Dinge, die bewahrt wurden". Er liebe Tradition und Geschichte und in Jena gebe es sehr viel davon, wie man auch am Namen der Universität erkennen könne. "Das hat mir Lust gemacht, hierher zu kommen und das zu spüren", sagt der Theologe, der an der protestantischen Universität Kinshasa und in Neuchâtel in der Schweiz studiert hat. Es sei zum Beispiel ein ganz besonderes Gefühl, die Grabplatte Luthers in der Stadtkirche St. Michael zu besuchen. Hier fühle er sich nah an den Ursprüngen des Protestantismus, betont der Schwarzafrikaner.

Auch für seine wissenschaftliche Arbeit war die Zeit in Jena sehr fruchtbar. Er arbeitet schon länger an einem Buch über spirituelle Heilung in den afrikanischen Kirchen. In den vergangenen Monaten hat er in Jena 300 Seiten, etwa drei Viertel des Manuskripts, fertig gestellt. "Jena ist wie eine Hebamme, die mir geholfen hat, das Kind zur Welt zu bringen", beschreibt Khal-Tambwe die Bedeutung seines Aufenthalts in der thüringischen Universitätsstadt.

Am 28. April reist er zurück in den Kongo und nimmt viele gute Erinnerungen mit. "Ich habe Jena als sehr offene Stadt erlebt und war erfreut, mit wie viel Interesse mir die Menschen begegnet sind". Er bedauere allerdings, dass der Austausch auf kultureller Ebene noch nicht so intensiv gewesen sei, wie im wissenschaftlichen und religiösen Bereich.

Wenn sein Buch ein Erfolg werde und sich gut verkaufe, ermögliche ihm das vielleicht eines Tages, auch mit seiner Frau und seinen vier Kindern wieder zu kommen. Noch sucht er allerdings einen Verlag für seine auf Französisch verfasste Arbeit. "Ein anderes Buch" hat in den vergangenen Monaten einen deutschen Akzent bekommen, wie Prof. Khal-Tambwe betont: "Jena ist eine Seite meines Lebens geworden".

Kontakt:
Prof. Dr. Martin Leiner
Theologische Fakultät der Universität Jena
Fürstengraben 6
07743 Jena
Tel.: 03641 / 941145
E-Mail: Martin.Leiner[at]uni-jena.de

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