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Geschickter Diplomat und Friedensfürst: RUB-Publikation "Herodes und Rom" erschienen

10.05.2007 - (idw) Ruhr-Universität Bochum

Wird der Fund des - vermuteten - Grabes von Herodes sein Bild in der Geschichte weiter präzisieren helfen? Im Vorwort ihres soeben erschienenen Bandes "Herodes und Rom" schreibt die Herausgeberin, die Bochumer Historikerin Prof. Linda-Marie Günther: "Erschweren somit die extrem tendenziösen Überlieferungen über den König von Judäa eine Bewertung seiner historisch-politischen Leistungen, so bieten doch archäologische Forschungsergebnisse ein anderes, zumindest teilweise korrigiertes Bild von Herodes, nämlich das eines großen und offenbar begeisterten Bauherren und Stadtgründers". Bochum, 10.05.2007
Nr. 165

Tyrann und Kindermörder
Geschickter Diplomat und Friedensfürst
RUB-Publikation "Herodes und Rom" erschienen

Wird der Fund des - vermuteten - Grabes von Herodes sein Bild in der Geschichte weiter präzisieren helfen? Im Vorwort ihres soeben erschienenen Bandes "Herodes und Rom" schreibt die Herausgeberin, die Bochumer Historikerin Prof. Linda-Marie Günther: "Erschweren somit die extrem tendenziösen Überlieferungen über den König von Judäa eine Bewertung seiner historisch-politischen Leistungen, so bieten doch archäologische Forschungsergebnisse ein anderes, zumindest teilweise korrigiertes Bild von Herodes, nämlich das eines großen und offenbar begeisterten Bauherren und Stadtgründers". Das neue Buch von Prof. Günther versammelt die Vorträge, die im April 2006 auf gleichnamigen Tagung in Bochum gehalten worden sind - und die nächste Tagung zu Herodes steht wieder unmittelbar bevor: Am 29.6.2007 findet die Folgeveranstaltung "Herodes (d. Gr.) und die Juden" in Bochum statt.

Herodes zwischen Ablehnung und Anerkennung

Herodes war im Römischen Reich unter Kaiser Augustus nahe der Grenze des Partherreiches ein Garant für Effizienz der neuen Friedensordnung. Seine Herrschaft brachte auch der Levante die Segnungen der pax Augusta und eine ökonomische wie kulturelle Blütezeit. Dennoch: Kaum eine biblische Gestalt ist so umstritten wie König Herodes: War er ein grausamer Tyrann und williger Handlanger Roms? Oder ein geschickter Diplomat, der sein Reich Judäa - eine notorische "Krisenregion" - erfolgreich konsolidierte? Wissenschaft und Öffentlichkeit schwanken auch heute noch zwischen Ablehnung und Anerkennung.

Tendenziöse Überlieferungen

Nicht nur die extrem tendenziösen Überlieferungen über den König von Judäa (Flavius Josephus; Evangelisten im Neuen Testament) erschweren eine Bewertung seiner Konsolidierungsleistungen, sondern auch dem Zeitgeist geschuldete Vorstellungen über die Vereinbarkeit von Autonomie und Vasallenstatus. Somit stellt Judäa unter König Herodes (40-4 v. Chr.) letztlich ein historisches Exempel dar für Möglichkeiten und Grenzen, eine Krisenregion an neue Machtverhältnisse und Machthaber anzupassen.

Themen des Bandes

Die Beiträge im Band befassen sich mit dem Verhältnis von "Herodes und Rom", mit "Herodes als "'jüdischer König'", mit "Herodes und die Stadt in Judäa", mit seinen Bauten in Hebron und Mamre, seinem Verhältnis zu Augustus und Cesarea sowie mit seiner Hofhaltung.

Titelaufnahme

Linda-Marie Günther (Hg), Herodes und Rom. Franz Steiner Verlag, Stuttgart 2007, 121 S. mit 16 Abb., 28 Euro, ISBN: 978-3-515-09012-4

Weitere Informationen

Prof. Dr. Linda-Marie Günther, Fakultät für Geschichtswissenschaft der RUB, Historisches Institut, Tel. 0234/32-28689, linda-marie.guenther@rub.de

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