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Prof. Dr. med. Bernhard Hemmer ist neuer Direktor der Neurologischen Klinik am Klinikum rechts der Isar

11.05.2007 - (idw) Klinikum rechts der Isar der Technischen Universität München

Die Klinik für Neurologie am Klinikum rechts der Isar der TU München hat mit Prof. Dr. Bernhard Hemmer einen neuen Direktor. Er ist Nachfolger von Prof. Dr. Bastian Conrad, der die Klinik fast 20 Jahre lang geleitet hatte. Hemmer, der zuletzt stellvertretender Klinikdirektor der Klinik für Neurologie am Universitätsklinikum Düsseldorf war, hat in Freiburg studiert, seine Facharztausbildung am Uniklinikum Marburg und seine wissenschaftliche Ausbildung an den National Institutes of Health in den USA absolviert. Der besondere Schwerpunkt seiner Arbeit liegt neben dem allgemeinen Spektrum der Neurologie bei der Neuroimmunologie (Erkrankungen wie Multiple Sklerose oder chronisch-entzündliche Neuropathien), bei akuten und chronischen Infektionen (Borreliose, HIV) und bei erblichen Erkrankungen des Nervensystems.

Ideale Voraussetzungen

Das Neuro-Kopf-Zentrum am Klinikum rechts der Isar bietet nach Ansicht von Hemmer ideale Bedingungen für anspruchsvolle Forschungsvorhaben und eine optimale Patientenversorgung: "Wir haben hier eine neue hervorragend ausgestattete Einrichtung, ein hoch motiviertes Team und alle Bereiche der beteiligten Fachdisziplinen unter einem Dach - von den Ambulanzen über die diagnostischen Einrichtungen und die Patientenstationen bis hin zu den wissenschaftlichen Laboren. Wissenschaft und klinische Tätigkeit sind auf diese Weise besonders eng miteinander verbunden und befruchten sich gegenseitig." Zu schätzen weiß der neue Klinikdirektor auch die Kooperation mit den anderen in München ansässigen Forschungseinrichtungen. So gibt es für ihn keine Frage: "Ich würde in ganz Deutschland keine andere Stelle lieber antreten als diese."

Ambitionierte Pläne

Das bisherige Leistungsspektrum der Klinik möchte Hemmer nicht nur erhalten, sondern konsequent weiter ausbauen. So sollen die bestehenden Schwerpunkte wie Schlaganfallbehandlung, Behandlung von Schmerzerkrankungen, Bewegungsstörungen (z.B. Parkinson) und Erkrankungen des peripheren Nervensystems weiterentwickelt werden. Zum anderen sollen weitere Schwerpunkte entstehen. Hemmer nennt hier insbesondere die Behandlung von entzündlichen Erkrankungen des Gehirns, beispielsweise Multiple Sklerose, Borreliose oder Hirnhautentzündung, und die Behandlung von Gehirntumoren.

Ganz wichtig ist ihm dabei stets eine fachübergreifende Herangehensweise: "Sowohl für eine exzellente Forschung als auch für die optimale Behandlung unserer Patienten brauchen wir die Expertise verschiedener Disziplinen. Im Neuro-Kopf-Zentrum ist die Überwindung der Abteilungsgrenzen ja bereits konzeptionell verankert. Dieses Ziel wollen wir auch im Alltag umsetzen." Der interdisziplinäre Ansatz liegt Hemmer nicht nur innerhalb des Neuro-Kopf-Zentrums am Herzen. Um den Patienten eine möglichst durchgängige Betreuung bieten zu können, möchte er auch mit niedergelassenen Ärzten, Reha-Einrichtungen und Selbsthilfegruppen eng zusammenarbeiten.

Von großer Bedeutung ist für den Klinikleiter auch die Verbindung von Forschung und klinischer Versorgung: "Als Universitätsklinik ist es unsere Aufgabe, eine Stätte der medizinischen Innovation zu sein. Nur mit einer starken Grundlagenwissenschaft, die mit modernsten Forschungsmethoden arbeitet, können wir neue wirksame Therapien entwickeln. Bei entzündlichen Erkrankungen wie der Multiplen Sklerose gibt es zum Beispiel jetzt einige vielversprechende innovative Therapieansätze, die in spezialisierten Zentren bereits angeboten werden können. Das gleiche gilt für die Behandlung von Schmerz, Gefäßerkrankungen des Gehirns oder Bewegungsstörungen wie Morbus Parkinson."

Abschied nach fast 20 Jahren

Der Vorgänger von Prof. Hemmer, Prof. Bastian Conrad, war 1988 als Leiter der Neurologie von der Uniklinik Göttingen ans Klinikum rechts der Isar gekommen. Er hat, wie er sagt, die vergangenen 20 Jahre sehr genossen: "Man konnte in dieser Zeit unglaublich viel dazulernen. Gerade die technischen Möglichkeiten wie CT und Kernspin haben uns ein völlig neues Weltbild erschlossen. Früher wussten wir eigentlich gar nicht, was im Gehirn genau abläuft - heute liegt der Anteil der Patienten, bei denen am Ende keine klare Diagnose feststeht, unter 5 Prozent."

Conrad verlässt das Haus mit der Gewissheit, seinem Nachfolger eine wohl bestellte Abteilung zu übergeben: "Mit dem neuen interdisziplinären Neuro-Kopf-Zentrum ist jetzt das umgesetzt, wofür ich mich jahrelang eingesetzt habe." Er ist sich sicher, dass der neue Klinikleiter das von ihm aufgebaute Leistungsspektrum auf hohem Niveau weiter voranbringen wird. "Die Neuroimmunologie stellt eine wichtige Ergänzung zu den bisherigen Schwerpunkten dar. So ergeben das bereits Bestehende und das neu Hinzukommende gemeinsam eine tolle Kombination."

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