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TUB: Acht neu berufene Professorinnen und Professoren

11.05.2007 - (idw) Technische Universität Berlin

Von der Suche nach gesunden Substanzen, der Anziehungskraft des Magnetismus und neuen Schiffen für die Zukunft Mit zahlreichen Neuberufungen von Professorinnen und Professoren vollzieht die TU Berlin seit geraumer Zeit nicht nur einen Generationswechsel, sondern schärft auch aktiv ihr spezifisches Profil als technische und forschungsstarke Universität. Wir stellen Ihnen acht Professorinnen und Professoren vor, die erst seit kurzem an der TU Berlin lehren und forschen.

Auf der Spur gesunder Substanzen
Als Juniorprofessorin beschäftigt sich Dr.-Agr. Iryna Smetanska mit Methoden der Lebensmittelbiotechnologie

Sie ist gesundheitsfördernden Substanzen in Pflanzen auf der Spur und sucht nach Methoden, diese Stoffe zu gewinnen. "Man kann sie aus den Pflanzen extrahieren oder man ge-winnt sie aus Zell- oder Wurzelkulturen", erklärt die Juniorprofessorin für Methoden der Lebensmittelbiotechnologie, Dr. Iryna Smetanska. "Zurzeit beschäftige ich mich damit, herauszufinden, welcher dieser drei technologischen Prozesse am effizientesten ist, um Sekundärpflanzenstoffe am Beispiel der Glucosinolate zu gewinnen", sagt Smetanska. Glucosinolate sind Tumor hemmende Substanzen in Kohl. Auch wenn die pflanzlichen Zell- und Wurzelkulturen zu vielversprechenden Kultivierungssystemen gehören, heißt das nicht immer, dass in ihnen auch die höchste Konzentration der entsprechenden Substanz gebildet wird. Um die Ausbeute an Pflanzenstoffen zu erhöhen, müssen biochemische sowie biotechnologische Methoden angewendet werden. Iryna Smetanska studierte in Kiew (Ukraine) Pflanzenbiochemie. Dort promovierte sie in Agrochemie, an der TU Berlin in Ingenieurwissenschaften.

Weitere Informationen erteilt Ihnen gern: Prof. Dr. Iryna Smetanska, Institut für Lebensmitteltechnologie und Lebensmittelchemie, Fachgebiet: Methoden der Lebensmittel-biotechnologie, Königin-Luise-Str. 22, 14195 Berlin, Tel.: 030/314-71302, E-Mail: iryna.m.smetanska@tu-berlin.de

Angezogen vom Magnetismus
Dr. Alysia Lake ist Juniorprofessorin und leitet eine Nachwuchsgruppe am Hahn-Meitner-Institut

Ihr Forschungsgebiet ist die Physik der kondensierten Materie und erklärt das Verhalten von Festkörpern und Flüssigkeiten. Dr. Alysia Lake ist Juniorprofessorin für Magnetismus und Supraleitung an Quanten-Magnet-Systemen. Ihr Forschungsfeld bezieht seine Komplexität daraus, dass es sich um ein so genanntes Vielkörperproblem handelt, das eine große Anzahl von wechselwirkenden Atomen beschreibt. Das Faszinierende an diesem Gebiet ist, dass, obwohl die einzelnen beteiligten Objekte normalerweise gut verstanden werden, ihr kooperatives Verhalten oft sehr unerwartet ist. Zwei Themen, die sie hierbei im Speziellen interessieren, sind der Quanten-Magnetismus und die Supraleitung. Sie erforscht den Magnetismus mit dem Ziel, ungewöhnliche magnetische Eigenschaften zu verstehen und zu einem besseren Verständnis von Hochtemperatur-Supraleitern beizutragen. Alysia Lake studierte an der Universität in Oxford (Großbritannien) Physik und promovierte auch dort. Am Hahn-Meitner-Institut Berlin leitet sie zudem eine Helmholtz-Nachwuchsgruppe.

Weitere Informationen erteilt Ihnen gern: Prof. Dr. Alysia Lake, Hahn-Meitner-Institut Berlin, Abteilung Magnetism and Superconductivity of Quantum Materials, Glienicker Str. 100, 14109 Berlin, Tel.: 030/8062-2058, E-Mail: bella.lake@hmi.de

Wo feine Kräfte sinnvoll walten
Dr. Otto Dopfer ist Professor für Umweltphysik und Laser-Molekülspektroskopie

Prof. Dr. Otto Dopfer forscht zu den molekularen Wechselwirkungen zwischen Ionen (elektrisch geladenen Molekülen) und neutralen Molekülen (Liganden) unter Anwendung moderner experimenteller und theoretischer Methoden. "Derartige Ionen-Liganden-Wechselwirkungen begegnen uns beim Auflösen von Salzen in Flüssigkeiten oder bei der Bildung von Kondensstreifen", erklärt Otto Dopfer. "Sie sind für viele grundlegende Prozesse in den Natur- und Lebenswissenschaften verantwortlich." So blieben Enzyme ohne diese Wechselwirkungen wirkungslos und chemische Reaktionen fänden nicht statt. Dopfer will aktuellen Fragestellungen unter anderem auf den Gebieten der Umweltphysik und katalytischen Chemie nachgehen. So wird er sich mit den photochemischen Prozessen in der Atmosphäre beschäftigen, die für das Ozonproblem relevant sind. Wichtig ist ihm die wissenschaftliche Vernetzung unter anderem mit den Kolleginnen und Kollegen des an der TU Berlin geplanten Exzellenzclusters zur Katalyse. Otto Dopfer studierte Technische Physik an der TU München und promovierte auch dort.
Weitere Informationen erteilt Ihnen gern: Prof. Dr. Otto Dopfer, Institut für Optik und Atomare Physik, Fachgebiet: Lasermolekülspektroskopie und Umweltphysik, Straße des 17. Juni 135, 10623 Berlin, Tel.: 030/314-23017, E-Mail: dopfer@physik.tu-berlin.de

Ein neues Feld
Prof. Dr. Norbert Esser lehrt Grenz- und Oberflächenanalytik

Er ist Leiter des Instituts for Analytical Sciences (ISAS) in Berlin-Adlershof und Professor für das Fachgebiet Grenz- und Oberflächenanalytik an der TU Berlin. Die Berufung von Dr. Norbert Esser an die Universität ermöglicht so die Ausbildung von Physikern und Chemikern in diesem Bereich. Bisher hatte die TU Berlin kein eigenes Fachgebiet mit dieser Ausrichtung. Norbert Essers Forschung konzentriert sich auf die Entwicklung optischer Spektroskopieverfahren und deren Anwendung, um Struktur und Zusammensetzung von Grenz- und Oberflächen zu bestimmen. Mithilfe der Spektroskopie können Rückschlüsse auf die innere Struktur, die stoffliche Zusammensetzung oder den Ablauf einer chemischen Reaktion gezogen werden. Im Zentrum seines Interesses stehen mit Biomole-külen oder schaltbaren Polymeren funktionalisierte Oberflächen und Nanostrukturen. "Nützlich ist dies für neue Anwendungen in der Sensorik, Halbleiterelektronik oder der Nanostrukturierung", so Esser, der an der RWTH Aachen Physik studierte und an der TU Berlin promovierte.

Weitere Informationen erteilt Ihnen gern: Prof. Dr. Norbert Esser, Institut für Festkör-perphysik, Fachgebiet Grenz- und Oberflächenanalytik, Hardenbergstr. 36, 10623 Berlin, Tel.: 030/63 92 3543, E-Mail: esser@isas-berlin.de

Wie Membranproteine reagieren
Dr. Thomas Friedrich ist Professor für Physikalische Chemie und Bioenergetik

Neben der enzymatischen Katalyse gehört die Membranbiophysik zu den Themen, mit denen sich Dr. Thomas Friedrich, neu berufener Professor für Physikalische Che-mie/Bioenergetik, auseinandersetzt. Die Membranbiophysik beschäftigt sich damit, den Reaktionsmechanismus von Proteinen in der Plasmamembran von Zellen aufzuklären, die am Transport von Ionen beziehungsweise gelösten Teilchen über die Plasmamembran hinweg beteiligt sind. "Unsere Forschungen sind für die Pharmakologie zum Beispiel für die Therapie bestimmter Formen der Epilepsie bedeutsam, da wir feststellen können, wo an einem Membranprotein pharmakologisch aktive Substanzen angreifen und mit welchem Mechanismus sie auf die Aktivität der Membranproteine einwirken", erklärt Friedrich, der in Heidelberg Physik und Mathematik studierte und in Frankfurt/Main im Fach Biochemie promovierte. "Sowohl unsere Arbeiten zur Membranbiophysik als auch die zur enzymatischen Katalyse zielen darauf ab, das Forschungsprofil der TU Berlin auf dem Gebiet bio-technologischer Verfahren zu schärfen", sagt Thomas Friedrich.

Weitere Informationen erteilt Ihnen gern: Prof. Dr. Thomas Friedrich, Institut für Che-mie, Fachgebiet Physikalische Chemie und Bioenergetik, Max-Volmer-Laboratorium, Straße des 17. Juni 135, 10623 Berlin, Tel.: 030/314-24128, E-Mail: friedrich@chem.tu-berlin.de

Das große Ganze im Blick
Experte für die Theorie globaler Spiele und Professor für Makroökonomie - Frank Heinemann

Er hat nicht einzelwirtschaftliche Fragestellungen im Blick, sondern bei ihm geht es um das gesamtwirtschaftliche Ganze. Dr. Frank Heinemann ist Professor für Makroökonomie an der TU Berlin und seine Forschungsschwerpunkte betreffen die Themen Stabilisierung konjunktureller Schwankungen, Koordination wirtschaftlicher Aktivitäten bei Netzwerkeffekten und die monetäre Makroökonomie. Eines seiner Forschungsprojekte beschäftigt sich mit dem Zusammenhang von Tarifverträgen und der Geldpolitik bei der Stabilisierung makroökonomischer Krisen. Dabei untersucht er unter anderem die Flexibilität von Tarifverträgen und steuerliche Anreize als automatische Stabilisatoren des Arbeitsmarktes. Ein anderes Projekt erforscht die Theorie globaler Spiele, eine Methode zur Vorhersage des Verhaltens in Koordinationsspielen mit multiplen Gleichgewichten, wie etwa die Frage, unter welchen Bedingungen sich bestimmte Standards oder Netzwerkgüter am Markt durchsetzen. Frank Heinemann, der in Bielefeld, New York und Bonn Volkswirtschaftslehre studierte und in Mannheim promovierte, gilt international als Experte für die Theorie globaler Spiele; in Deutschland ist er auf diesem Gebiet führend.

Weitere Informationen erteilt Ihnen gern: Prof. Dr. Frank Heinemann, Institut für Volkswirtschaftslehre und Wirtschaftsrecht, Fachgebiet Makroökonomie, Straße des 17. Juni 135, 10623 Berlin, Tel.: 030/314-22002, E-Mail: f.heinemann@ww.tu-berlin.de

Mit neuen Schiffen in die Zukunft
Der Entwurf und Betrieb maritimer Systeme ist das Metier von Prof. Dr.-Ing. Gerd Holbach

Der Entwurf neuer Schiffskonzepte und -typen für die Binnen-, Küsten- und Überseeschifffahrt, die Simulation der Be- und Entladung von Schiffen, die Sicherheit maritimer Systeme oder die Computer gestützte Analyse der Brandausbreitung sowie die Konstruktionsakustik im Schiffbau sind nur einige Forschungsthemen, mit denen sich das Fachgebiet Entwurf und Betrieb maritimer Systeme von Prof. Dr. Gerd Holbach beschäftigt. "Unsere Forschung ist besonders dadurch geprägt, dass wir praxis- und grundlagenorientierte Vorhaben verfolgen", sagt Gerd Holbach. Ein Beispiel dafür ist die Entwicklung eines Segeldynamometers, das aero- und hydrodynamische Kräfte erfassen soll. Dafür wird an einem Messgerät in Form einer Segelyacht geforscht. "Wir wollen die Erfolgschancen deutscher Yachten mit Hilfe der Hochtechnologie verbessern, um dadurch den Werften einen wirtschaftlichen Auftrieb zu geben und deren Konkurrenzfähigkeit auf dem Weltmarkt zu stärken", erklärt Gerd Holbach, der an der TU Berlin Schiffstechnik studierte und hier auch promovierte.

Weitere Informationen erteilt Ihnen gern: Prof. Dr. Ing. Gerd Holbach, Institut für Land- und Seeverkehr, Fachgebiet Entwurf und Betrieb maritimer Systeme, Salzufer 17 -19, 10587 Berlin, Tel.: 030/314-21417, E-Mail: hohlbach@tu-berlin.de

Er sorgt für den richtigen Schub
Prof. Dr. Dieter Peitsch forscht auf dem Gebiet der Luftfahrtantriebe

"Auch ein Ziegelstein kann fliegen, wenn er nur genügend Schub hat ...", ist auf der Ho-mepage von Dieter Peitsch zu lesen. Soviel Zuversicht verwundert nicht, wenn man weiß, dass er an der TU Berlin das Fachgebiet Luftfahrtantriebe leitet. Prof. Dr. Dieter Peitsch studierte an der RWTH Aachen Maschinenbau mit der Fachrichtung Turbomaschinen und Strahlantriebe und promovierte auch dort. Danach wechselte er für zehn Jahre in die Industrie zu (BMW) Rolls-Royce, bis er jüngst den Ruf an die TU Berlin annahm. "Die in der Industrie gesammelten Erfahrungen fließen nun in Lehre und Forschung ein, um beides weiterzuentwickeln", sagt Dieter Peitsch. Seinen Fokus richtet er daher unter anderem auf die ganzheitliche Betrachtung des Gesamtsystems Triebwerk, um Strategien zur Datengewinnung und -verarbeitung für eine zuverlässige Zustandsüberwachung zu entwickeln. Ein anderes Arbeitsfeld wird die Erarbeitung neuer Konzepte für Antriebe und thermische Strömungsmaschinen sein mit dem Ziel, negative Umweltwirkungen wie Schadstoffausstoß und Lärm zu reduzieren. Sybille Nitsche


Weitere Informationen erteilt Ihnen gern: Prof. Dr. Dieter Peitsch, Institut für Luft- und Raumfahrt, Fachgebiet Luftfahrtantriebe, Marchstr. 12, 10587 Berlin, Tel.: 030/314-22878, E-Mail: F1@ilr.tu-berlin.de

Fotomaterial zum Download
www.tu-berlin.de/presse/pi/2007/pi101.htm
Weitere Informationen: http://www.tu-berlin.de/presse/pi/2007/pi101.htm
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